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Zahlen von Fallmeldungen vorgestellt

"Lesbenfeindliche Gewalt muss als gesamtgesellschaftliches Problem anerkannt werden"

Das lesbische Antigewaltprojekt L-Support appelliert an Politik und Gesellschaft, das Thema der Hass-Gewalt gegen Lesben ernster zu nehmen.


L-Support unterstützt Opfer lesbenfeindlicher Übergriffe in der Bundedshauptstadt

Im Vorfeld des Tages der lesbischen Sichtbarkeit am 26. April hat das lesbisch-queere Berliner Antigewaltprojekt L-Support am Donnerstag Zahlen der Fallmeldungen von lesbenfeindlichen Übergriffen aus dem Jahr 2020 vorgestellt.

Im vergangenen Jahr seien demnach bei L-Support 39 Meldungen von lesbenfeindlicher Gewalt eingegangen, davon 23 in der Stadt Berlin. In fast allen Fällen sei ein lesbenfeindliches Motiv klar zu erkennen gewesen. Im Vergleich zum Vorjahr sei die Anzeigebereitschaft gestiegen.


So viele Fälle lesbenfeindlicher Übergriffe registrierte L-Support in den letzten Jahren

L-Support wertete 33 Fälle der letzten Jahre aus, die in Berlin stattgefunden haben und von denen genügend Informationen vorlagen. Von diesen Fällen sei genau ein Drittel (11) zur Anzeige gebracht worden. 2019 sei nur jeder zehnte gemeldete Fall angezeigt worden. Täter*innen seien zu fast 90 Prozent Männer gewesen. Die meisten Fälle hätten sich im öffentlichen Raum abgespielt, etwa beim Einkaufen oder im öffentlichen Personennahverkehr.

Die Angst vor Gewalt habe Auswirkungen darauf, wie sich Lesben in der Öffentlichkeit zeigten, erklärte Projektleiterin Sabine Beck: "Viele lesbische, bisexuelle und queere Frauen entscheiden sich als Reaktion auf die Omnipräsenz von Belästigungen und Gewalt bewusst dazu, im öffentlichen Raum nicht als solche sichtbar zu sein, um sich vor Übergriffen zu schützen", so Beck. Der Schutz vor Übergriffen und Gewalt sollte aber nicht Sache der Betroffenen sein. "Lesbenfeindliche Gewalt muss als gesamtgesellschaftliches Problem anerkannt werden", ist Beck überzeugt. Dazu müsse an verschiedenen Punkten angesetzt werden: Es brauche etwa bessere Sicherheitskonzepte für den öffentlichen Raum. Gleichzeitig müsse geschlechtliche und sexuelle Vielfalt in den Medien, in der Politik und in der Bildung stärker repräsentiert werden, um so Vorurteilen entgegenzuwirken.


Diese Gefühle würden bei Opfern der Übergriffe laut L-Support ausgelöst

Wegen der Covid-19-Pandemie hatte L-Support die Öffentlichkeitsarbeit fast komplett ins Internet verlegt. Die Initiative geht wegen der fehlenden öffentlichen Präsenz davon aus, dass die Zahl der Fallmeldungen durch fehlende Infostände und Veranstaltungen negativ beeinflusst worden sei. "Das Bewusstwerden, was Gewalt überhaupt ist, geschieht oft erst im persönlichen Gespräch. Wir machen häufig die Erfahrung, dass Gewalt bagatellisiert oder gar nicht als solche wahrgenommen wird", so Beck. "Viele Frauen sind es gewohnt, sexistisch und/oder lesbenfeindlich angegangen zu werden und nehmen abwertende Sprüche und Gesten oft als unerfreulichen Teil des Alltags wahr."

L-Support wird von der Berliner Senatsverwaltung für Justiz, Verbraucherschutz und Antidiskriminierung gefördert. Das Projekt unterstützt Frauen, die homophobe Gewalt erlebt haben, mit persönlicher und telefonischer Beratung. Die Hotline (Tel. 030-459 618 65) ist samstags und sonntags zwischen 17 und 19 Uhr zu erreichen. Um die Gewalt sichtbar zu machen, nimmt L-Support Fallmeldungen über die Website und über die Hotline entgegen. Auch nicht binäre und trans Menschen können sich an L-Support wenden.

Erst vor wenigen Monaten stellte die Stadt Berlin eine Studie LGBTI-feindlicher Hasskriminalität vor. Demnach sei das Phänomen "gesellschaftlich breiter verankert" (queer.de berichtete). (cw)



#1 KaiJAnonym
  • 22.04.2021, 17:43h
  • Lesbenfeindlichkeit ist ein gesamtgesellschaftliches Problem. Sie resultiert aus dem Heterosexismus. Lesbische Frauen setzen diesem Grenzen. Männer respektieren dies' nicht und sind sogar gewalttätig übergriffig. Der alltäglich erfahrene Sexismus raubt Kraft und gibt ihm in seiner Massivität Übermacht. Es ist Aufgabe der Tätergesellschaft mit Aufklärung und Sanktionen diese Macht aufzulösen.
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