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Spanien

Schwuler Wasserballer wehrt sich gegen homophobe Beschimpfungen

Während eines spanischen Ligaspiels soll ein serbischer Spieler des gegnerischen Teams einen offen schwulen Profi wiederholt als Schwuchtel beschimpft haben. Die Schiedsrichter ignorierten dies, doch später kam es zu Konsequenzen.


Víctor Gutiérrez ist seit fünf Jahren out – und muss sich noch immer gegen Homophobie wehren (Bild: Instagram / victor_g91)

Ein homophober Vorfall im Wasserball hat in den letzten Tagen in Spanien für Aufsehen gesorgt: Der 30-jährige Olympiateilnehmer Víctor Gutiérrez, der sich 2016 als schwul geoutet hatte, beklagte, am vergangenen Samstag bei einem Ligaspiel vom gegnerischen Spieler Nemanja Ubović als "maricón" (Schwuchtel) beschimpft worden zu sein. Ubović ist ein 30-jähriger serbischer Nationalspieler. Als während des Spiels nichts gegen die Beschimpfungen unternommen wurde, machte Gutiérrez die Sache publik – und die gegnerische Mannschaft suspendierte den mutmaßlichen Übeltäter, der allerdings alle Schuld von sich weist und Gegenvorwürfe gegen Gutiérrez erhebt.

Der Vorfall ereignete sich am Samstag bei einem Spiel des katalanischen Teams Club Natació Terrassa, der Mannschaft von Gutiérrez, gegen Club Natació Sabadell, bei dem Ubović unter Vertrag steht. Mehrere andere Spieler und Fans hätten die Beschimpfung laut Gutiérrez auch gehört, aber nicht die Schiedsrichter. Gutiérrez erklärte, er habe den Referees die Beleidigung mitgeteilt, sie vermerkten sie allerdings nicht – wie eigentlich vorgeschrieben – in ihrem Spielbericht.


Nemanja Ubović soll mit homosexuellenfeindlichen Beschimpfungen versucht haben, seinen schwulen Gegenspieler aus dem Konzept zu bringen

"Heute muss ich leider sagen, dass ich im Wettkampf Homophobie erlebt habe. Ein Rivale hat mich zweimal als 'SCHWUCHTEL' beschimpft", schrieb Gutiérrez nach dem Spiel auf Twitter. "Es ist bedauerlich, dass diese Verhaltensweisen im Sport auftreten und auch ungestraft bleiben." Man dürfe aber keine Toleranz für Homophobie zeigen.

Twitter / victorg91

Der spanische Schwimmverband ignorierte die Aussagen des schwulen Spielers zunächst. Da er auch Stunden später keine Entschuldigung von dem angeblichen Übeltäter erhalten habe, verriet Gutiérrez in einem weiteren Tweet den Namen seines homophoben Widersachers.

Das Team CN Sabadell reagierte auf diese Beschuldigung einen Tag später mit der Suspendierung von Ubović. Zudem veröffentlichte der Verein ein Statement, in dem er sich von Homophobie, Xenophobie und Rassismus distanzierte.

Auch CN Terrassa reagierte auf den Vorfall – und stellte sich hinter seinen offen schwulen Spieler: In einer Mitteilung erklärte der Verein, Gutiérrez genieße "volle Unterstützung" für seinen Kampf gegen "jede Art von Homophobie" in der Welt des Sports.

Des weiteren leitete der Schwimmverband eine Untersuchung ein und sprach diese Woche mit Ubović. Bis zu einem Abschlussbericht darf der serbische Spieler nicht mit seinem spanischen Team trainieren und nicht an Spielen teilnehmen.

Ubović inszeniert sich als Opfer

Ubović weist die Vorwürfe zurück, Gutiérrez homosexuellenfeindlich beleidigt zu haben – vielmehr habe es sich um ein "Missverständnis" gehandelt. In serbischen Medien stellt seine Anwältin Ivana Herak vielmehr den schwulen Spieler als Aggressor dar. Dieser habe Ubović ausländerfeindlich beleidigt, woraufhin er sich zu einer Gegenäußerung habe hinreißen lassen. Diese Äußerung hätte aber nichts mit der sexuellen Orientierung des gegnerischen Spielers zu tun. Ferner wurde Gutiérrez beschuldigt, wegen sensationslüstiger Einträge in sozialen Medien berüchtigt zu sein.

Tatsächlich ist Gutiérrez im Internet sehr aktiv. Er engagiert sich seit seinem Coming-out vor fünf Jahren insbesondere auch für LGBTI-Rechte und für Bürgerrechte, etwa für die "Black Lives Matter"-Bewegung. Aus seiner sexuellen Orientierung macht er kein Geheimnis.

Anwältin Herak beklagte ferner, dass Ubović in den letzten Tagen viele Drohmails erhalten habe. Er werde ausländerfeindlich wegen seiner Nationalität attackiert. Sie forderte eine Untersuchung dieser angeblichen Angriffe. (dk)



#1 WaimAnonym
  • 22.04.2021, 16:44h
  • Haben die Schiedsrichter wirklich nichts gehört?
    Oh, die Armen. Sofort zu einem HNO schicken!
    Für die Zeit der Untersuchung suspendieren.
    Danach müßte man wenigstens mit ihnen ein Gespräch durchführen.
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#2 OderEtwaNichAnonym
#3 dellbronx51069Anonym
#4 DramaQueen24Profil
  • 23.04.2021, 04:42hBerlin
  • Man schaut im Sport oft bei homophoben Sprüchen und Beleidigungen weg, als den Übeltätern bei den Eiern zu packen. Es geht um viel Geld, da sollen wir uns beleidigen lassen. Nicht mit uns!
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