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Studie

Bibel und Koran machen tödliche Gewalt akzeptabler für Gläubige

Angesichts des Dresdner Prozessen gegen einen Islamisten, der ein schwules Paar mit einem Messer attackiert hatte, erinnert das Wissenschaftszentrum Berlin für Sozialforschung daran, dass Heilige Schriften das Gewalt-Problem verschärfen.


Was treibt Gläubige dazu, Andersgläubige töten zu wollen? (Bild: leo2014 / pixabay)

Ob die religiöse Motivation, die extremistische Gewalttäter hervorheben, tatsächlich ursächlich für deren Handeln ist, ist in der Vergangenheit vielfach angezweifelt worden. Eine im Dezember 2020 veröffentlichte Studie bestätigt jedoch, dass gewaltverherrlichende Texte in Heilige Schriften dazu führten, dass Gläubige selbst tödliche Gewalt eher akzeptierten. Die Studie "Scriptural legitimation and the mobilisation of support for religious violence" stammt vom niederländischen Sozialwissenschaftler Ruud Koopmans, dem Direktor der Abteilung Migration, Integration, Transnationalisierung am Wissenschaftszentrum Berlin für Sozialforschung (WZB).

Das WZB erinnerte am Freitag wegen des Prozesses gegen Abdullah A. an die Studie – der Islamist hatte ein schwules Paar mit einem Messer angegriffen und einen der Männer getötet. Gegenüber einem forensischen Mediziner gab der Syrer an, Homosexuelle als "Feinde Gottes" anzusehen (queer.de berichtete). Laut Staatsanwaltschaft habe er sich die beiden schwulen Männer als "ungläubige" Repräsentanten einer offenen Gesellschaftsordnung ausgesucht.

Tödliche Gewalt gegen Glaubenfeind*innen gerechtfertigt?

Koopmans und seine Kolleg*innen befragten für ihre Studie insgesamt 8.000 Christ*innen, Muslim*innen und Jüd*innen in sieben Ländern (Deutschland, USA, Zypern, Libanon, Israel, Palästina und Kenia). Sie wollten wissen, ob die Gläubigen tödliche Gewalt gegen Glaubensfeindinnen und -feinde für gerechtfertigt halten oder nicht. Diese Frage wurde einer Hälfte der Befragten unvermittelt gestellt, die andere Hälfte bekam zuerst ein Zitat aus der Bibel, dem Koran oder der Thora vorgelegt, in dem Gewalt gegen vermeintliche Glaubensfeind*innen gutgeheißen wird.

Das Ergebnis: Der Verweis auf gewaltlegitimierende Schriftstellen steigert in allen drei Religionen und in allen sieben Ländern die Unterstützung für tödliche Gewalt signifikant. Allerdings war dieser Effekt unter jüdischen und christlichen Gläubigen schwächer ausgeprägt als unter Musliminnen und Muslimen. Über alle sieben Länder gerechnet, unterstützten neun Prozent der christlichen Gläubigen Gewalt ohne und zwölf Prozent mit vorherigem Bibelzitat. Unter jüdischen Gläubigen waren es drei ohne bzw. sieben Prozent mit Thorazitat. Unter Musliminnen und Muslimen befürworteten 29 Prozent Gewalt gegen Glaubensfeind*innen ohne und 47 Prozent mit vorangehendem Koranzitat.


In Deutschland lagen diese Zahlen allerdings erheblich niedriger: Hier lag unter Christ*innen die Gewaltunterstützung bei zwei ohne bzw. drei Prozent mit Bibelzitat; unter Muslim*innen bei fünf ohne bzw. 16 Prozent mit Koranzitat.


Der wichtigste Grund für die Unterschiede zwischen den drei Religionen, so die an der Studie beteiligten Forscher*innen, sei der größere Anteil muslimischer Gläubiger, die einer fundamentalistischen Glaubensauffassung anhängen. Fundamentalistische Gläubige zeichneten sich dadurch aus, dass sie die heiligen Schriften ihrer Religion wörtlich nehmen und auch in der Gegenwart für unverändert gültig hielten. Deshalb seien sie im Vergleich empfänglicher für Versuche, Gewalt durch den Hinweis auf religiöse Schriftquellen zu legitimieren.

Die Ergebnisse hätten Bedeutung für die Bekämpfung des religiösen Extremismus: "Religiöse Ursachen und Motivationen müssen ernst genommen werden. Gewalt darf nicht nur auf sozioökonomische und psychologische Ursachen reduziert werden", erklärte Koopmans. Die Aufgabe religiöser Anführer*innen und Verbände müsse es sein, fundamentalistischen Glaubensauslegungen aktiv entgegenzutreten und für eine Interpretation zu werben, die den historischen und gesellschaftlichen Kontext beachtet.

Unterdessen wurde am Donnerstag im Dresdner-Terrorprozess bekannt, dass der Angeklagte Abdullah A. während seiner vorherigen Inhaftierung bei muslimischen Häftlingen für das Terrornetzwerk Islamischer Staat warb und bei Widerspruch aggressiv reagierte. Er habe zudem gesagt, dass es richtig sei, Ungläubige zu töten, so ein 20-jähriger Zeuge. (cw)



#1 Hirn vom HimmelAnonym
  • 23.04.2021, 13:01h
  • Mein Applaus zu der Studie. Ich denke, man kann und muss daraus die Schlussfolgerung ziehen, die Märchenbücher dieser "Religionen" auf den Index jugendgefährdender Schriften zu setzen und die Indoktrination von Kindern mit diesem Hass zu verbieten.

    Keine "religiöse" Gehirnwäsche, als Unterricht getarnt, an Schulen; Zugangsverbot zu den Privatveranstaltungen dieser "religiösen" Klubs für Minderjährige; Streichung aller finziellen und rechtlichen Sonder-/Besserstellungen dieser Vereine; raus aus den Rundfunkräten.

    Alle Noch-Mitläufer*innen/Mittäter*innen können schnellstmöglich einen ersten Schritt tun und aus diesen Milieus aussteigen:
    www.kirchenaustritt.de
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#2 WADIMAnonym
  • 23.04.2021, 13:18h
  • Die Bibel, auch das Alte Tastament und den Koran habe ich sehr aufmerksam gelesen, quasi studiert.Mit Flüchtlingen arbeite ich ehrenamtlich.So kann ich die Studie nur bestätigen.Sie ruft aber viele unangenhemen Fragen hervor. 
    Zum Beispiel.
    - Warum wurde über diese Studie in Medien, auch in "queer.de", nicht berichtet? 
    - Welche Konsequenzen werden daraus gezogen, wenn überhaupt?

    Übrigens ich spreche dieses Thema mit Einwanderern ständig an. 
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#3 Ralph
  • 23.04.2021, 13:32h
  • Religion ist eine Beleidigung der Menschenwürde. Mit ihr und ohne sie würden gute Menschen Gutes tun und böse Menschen Böses. Aber damit gute Menschen Böses tun, bedarf es der Religion.

    Steven Weinberg, US-amerikanischer Physiker; Nobelpreisträger
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#4 CogitoAnonym
  • 23.04.2021, 13:54h
  • Die Überschrift zu dem Artikel verkürzt meines Erachtens die Aussage der Studie.

    Die Studie sagt nicht, dass Bibel und Koran per se und als ganzes tödliche Gewalt für Gläubige akzeptabler machen, sondern dass der [fundamentalistische / nicht historisch einordnende] Bezug zu jenen Teilen dieser Schriften, die zur Gewalt gegen Andersgläubige aufrufen, die Akzeptanz von Gewalt gegen diese Gruppen bei Gläubigen erhöht.
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#5 FadenscheinAnonym
  • 23.04.2021, 14:28h
  • Antwort auf #4 von Cogito
  • Entweder Sie verstehen die Studie nicht oder Sie salbadern vorsätzlich irgendetwas , das zwar keinen Inhalt hat, aber zumindest so klingen soll, als wäre die Studie dumm und nur Sie wären klug.

    Das Gegenteil ist der Fall.

    Ihr Verhalten ist fadenscheinig und selbstentlarvend.
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#6 Stop ReligionAnonym
  • 23.04.2021, 14:33h
  • Religionen waren immer schon das Grundübel der Menschheit und Grund für Hass, Bevormundung und Unterdrückung.

    Das liegt in der Natur des Systems Religion begründet:
    wenn man für sich in Anspruch nimmt, die letztgültigen, universellen Wahrheiten erkannt zu haben, bedeutet das automatisch auch, dass alle anderen im Unrecht sind und dass eine kritische Diskussion oder das Abwägen von Argumenten nicht mehr möglich (und auch nicht mehr nötig) sind.

    Dieser Geist des Totalitarismus, es besser als alle anderen zu wissen, führt dann automatisch zur Unterdrückung und Bevormundung anderer und dann auch zum Hass gegen andere, weil diese ja den eigenen "Gott" verleugnen.

    Insofern wird Religion immer dazu führen, dass man andere für minderwertig hält und diese dann auch irgendwann auslöschen will.

    Die Menschheit könnte nur dann in Frieden und Harmonie leben, wenn sie sich von diesem menschengemachten Konstrukt Religion lossagt.
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#7 Ralph
  • 23.04.2021, 15:02h
  • Deuteronomonium* XXVIII 15-68 sind die schönsten Stellen der Bibel. Die Verfasser schwelgen in hasszerfressenen Drohungen, auf welch grausige Weise ihr Gott Menschen vernichten will, die sich seiner Diktatur nicht unterwerfen. Das müssen die Christen lesen, nicht die Schalmeienklänge aus der Bergpredigt.

    *landläufig als 5. Buch Mose bezeichnet
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#8 Alexander_FAnonym
  • 23.04.2021, 15:16h
  • Bücher, die schreiben, die Welt sei von einem unsichtbaren Sadisten geschaffen worden, der mir nichts, dir nichts Völkermorde anordnet, sollen also die Gewaltbereitschaft erhöhen? Wer hätte das gedacht!

    Danke trotzdem, dass es endlich einmal klargestellt wird, dass diese Bücher nicht nicht moralisch besser, sondern schlechter machen.

    Deshalb: ob Muslim, ob Christ, ob Jude, ob sonstwas: austreten, abschwören, und Leben genießen!
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#9 RobinAnonym
  • 23.04.2021, 16:22h
  • Das Leben ist viel zu kurz, viel zu schön und viel zu wertvoll, als auch nur einen Moment mit Religion oder anderen Fantasy-Kulten zu verschwenden.

    Sorge Dich nicht, lebe.
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#10 RobinAnonym
  • 23.04.2021, 16:27h
  • Antwort auf #6 von Stop Religion
  • Volle Zustimmung.

    Und vor allem:
    Religion MUSS unterdrücken, weil nur unglückliche Menschen ihr Glück bei irgendwelchen Heilspredigern suchen, die ihnen das Paradies versprechen.

    Wirklich glückliche, freie Menschen brauchen keine Leute, die sie bevormunden und sie brauchen auch von niemandem das Okay für ihr Leben.

    Deshalb MUSS Religion unterdrücken, weil sie nur so unglückliche, unzufriedene Menschen bekommen, die in Religion die Lösung für ihre Probleme suchen, die sie ohne Religion gar nicht erst hätten.
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