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Serientipps

Queere Figuren in ziemlich heterosexuellen Serien

Eigentlich ein gutes Zeichen: Mittlerweile schaffen wir es gar nicht mehr, jede Serie mit LGBTI-Nebenhandlung auf queer.de vorzustellen. Diese fünf Shows haben wir etwa unter den Tisch fallen lassen.


In "The Nevers" spielt James Norton den pansexuellen Playboy Hugo Swann (Bild: HBO)

Es ist noch nicht allzu lange her, dass queere Figuren auf dem Bildschirm eine solche Ausnahmeerscheinung waren, dass jede Serie gleich eine Meldung wert war, in der dann doch mal eine vorkam. Heute braucht es dazu zum Glück schon ein wenig mehr, so viel selbstverständlicher ist LGBTI-Repräsentation inzwischen geworden.

Aus diesem Grund wird hier bei queer.de auch nicht immer jede einzelne Serie erwähnt, die mit queeren Randfiguren oder Nebenplots aufwartet. Ein paar gute, die wir in den vergangenen zwölf Monaten haben unter den Tisch fallen lassen, fassen wir hier mal kurz und knackig zusammen.

The Nevers

Worum geht's?
Im London des ausgehenden 19. Jahrhunderts entwickeln nach einem mysteriösen Vorfall immer mehr Menschen, allen voran Frauen, übernatürliche Kräfte. Während eine von ihnen einen mörderischen Feldzug beginnt, versuchen andere um die Witwe Amalia True sie aufzuhalten. Doch gesellschaftliche Ächtung erleben alle der so genannten "Berührten".

Wer macht mit?
Die Hauptrolle spielt die wirklich sehenswerte Laura Donnelly, bekannt u.a. aus "The Fall" oder "Outlander". Unterstützt wird sie von etlichen Newcomer*innen, aber auch bekannten Gesichtern wie Olivia Williams, Ben Chaplin oder Tom Riley ("Da Vinci's Demons"). Die Idee zur Serie hatte übrigens "Buffy"-Erfinder und "Avengers"-Regisseur Joss Whedon, der sich nach gegen ihn erhobenen Belästigungs-Vorwürfen vom Projekt zurückgezogen hat.

Was ist hier queer?
James Norton, zuletzt unter anderem in "McMafia" und "Little Women" zu sehen und als potentieller neuer James Bond gehandelt, spielt einen pansexuellen Aristokraten, der sich mit seinem Sexclub auf Erpressung spezialisiert und morgens gerne zwischen nackten Menschen aller Geschlechter aufwacht. Außerdem gibt sich in einer Nebenrolle der schwule Serien-Veteran Denis O'Hare ("True Blood", "American Horror Story", "The Good Fight") die Ehre.

Zu sehen bei: Sky

Das Damengambit


In "Das Damengambit" verliebt sich Beth in den schwulen Schachspieler Townes (Bild: Netflix)

Worum geht's?
Im Waisenhaus lernt die kleine Beth in den Fünfzigerjahren Schach und entwickelt sich – mal beflügelt, mal behindert durch ihre Medikamenten- und Alkoholsucht sowie ihre emotionalen Beeinträchtigungen – schließlich zum Genie am Brett, das es sogar mit den Weltmeistern des männerdominierten Sports aufnimmt.

Wer macht mit?
Die Hauptrolle spielt die faszinierende Anya Taylor-Joy, die auch schon mit "Split", "Peaky Blinders" oder "Emma" für Aufsehen sorgte. Für "Das Damengambit" wurde sie mit dem Golden Globe und dem SAG Award ausgezeichnet und kann sich inzwischen ihre Rollen aussuchen. Demnächst ist sie u.a. in "Last Night in Soho" zu sehen und dreht dann das "Mad Max: Fury Road"-Prequel "Furiosa".

Was ist hier queer?
Relativ früh verliebt sich Beth als junge Frau in den hübschen Schachspieler Townes, der ihr wie alle hoffnungslos unterliegen. Dass er ihre Liebe nicht erwidert, weil er auf Männer steht, wird ihr genau wie dem Publikum spät und eher beiläufig bewusst. Gespielt wird Townes vom hübschen Briten Jacob Fortune-Lloyd, der demnächst den Beatles-Produzenten Brian Epstein verkörpern wird.

Zu sehen bei: Netflix

Big Sky


Jesse James Keitel als trans Frau Jerrie in "Big Sky" (Bild: ABC)

Worum geht's?
Zwei junge Frauen werden auf dem Highway von einem Trucker entführt, womöglich hat er auch noch eine Sexarbeiterin in seiner Gewalt und ist schon für frühere Fälle verantwortlich. Privatdetektiv Cody Hoyt nimmt samt seiner Partnerin sowie der Ex-Frau die Suche auf.

Wer macht mit?
Den Privatdetektiv spielt Ryan Phillippe, einst dank "Eiskalte Engel" und "Studio 54" der feuchte Traum vieler (nicht nur junger) Schwuler. Die eigentlichen Protagonistinnen sind aber "Vikings"-Star Katheryn Winnick und Kylie Bunbury ("Brave New World"). Auch mit dabei: John Carroll Lynch, der zuletzt in der deutschen Lesben-RomCom "Kiss Me Kosher" mit von der Partie war.

Was ist hier queer?
Eines der Entführungsopfer ist die trans Sexarbeiterin Jerrie, die nebenbei von einer Gesangskarriere träumt. Gespielt wird sie von Jesse James Keitel, nonbinäre*r Schauspiel-Newcomer*in und unter anderem schon aus dem Film "Alex Strangelove" bekannt. In mitten des durchaus spannenden, aber vollkommen hanebüchenen Chaos von "Big Sky" bekleckert sich Keitel – nebenbei auch Drag-Performer*in und auf dem Laufsteg für Sasha Velour unterwegs – mit mehr Ruhm als viele der berühmteren Kolleg*innen.

Zu sehen bei: Disney+

Ginny & Georgia


Sara Waisglass als lesbische Schülerin Maxine in "Ginny & Georgia" (Bild: Netflix)

Worum geht's?
Mit ihren 15 Jahren ist Ginny deutlich reifer und vernünftiger als ihre 30-jährige, alleinerziehende Mutter Georgia, die sich mit ihrer Tochter und dem neunjährigen Sohn Austin neu im Städtchen Wellsbury niederlässt.

Wer macht mit?
Die Hauptrollen in dieser warmherzigen, ein wenig an "Gilmore Girls" erinnernden Mutter-Tochter-Geschichte spielen zwei Neuentdeckungen: Brianne Howey alias Georgia hatte bislang vor allem kleine Rollen in Serien wie "Scream Queens" oder "Batwoman", Antonia Gentry alias Ginny konzentriert sich erst seit dem College-Abschluss so richtig auf die Schauspielerei.

Was ist hier queer?
Ginnys neue beste Freundin und Nachbarin ist die gleichaltrige und offen lesbische Maxine, genannt Max (gespielt von Sara Waisglass). Sie ist eifrig auf der Suche nach einer Freundin – und eine erfrischende Abwechslung zu den Figuren, denen man sonst oft in High-School-Geschichten begegnet. Als ihre Mutter ist übrigens Jennifer Robertson zu sehen, besser bekannt als Jocelyn in "Schitt's Creek".

Zu sehen bei: Netflix

Litte Fires Everywhere


Kerry Washington (li.) und Reese Witherspoon in "Little Fires Everywhere" (Bild: Hulu)

Worum geht's?
Mia Warren – Künstlerin und Kellnerin, Freigeist und alleinerziehende Mutter – zieht mit ihrer Teenager-Tochter in den Nobelvorort Shaker Heights. Nicht nur was ihre Hautfarbe angeht, könnte der Unterschied nicht größer sein zu ihrer Vermieterin Elena Richardson, die mit Gatte und vier Kindern, aber doch nicht unbedingt glücklich im riesigen Eigenheim haust.

Wer macht mit?
Aufsehen erregte die achtteilige Romanverfilmung natürlich vor allem durch die beiden Hauptdarstellerinnen Kerry Washington und Reese Witherspoon. "Dawson's Creek"-Star Joshua Jackson und seine Unterhose sorgten online allerdings auch für Gesprächsstoff. Und mit Lexi Underwood oder Tiffany Boone sind einige der spannendsten Newcomerinnen der letzten Zeit mit von der Partie.

Was ist hier queer?
Allzu sehr ins Detail sollte man an dieser Stelle nicht gehen, denn allen, die die Geschichte nicht kennen, würde man womöglich zu viele Geheimisse und Details verraten, was den Spaß an dieser toll gespielten Serie verderben könnte. Deswegen nur so viel: Gefühle fürs eigene Geschlecht entwickeln Mitglieder beider Familien, um die es hier geht. Und die wunderbare Anika Noni Rose (aktuell auch in "Them" zu sehen) hat eine Gastrolle als lesbische Künstlerin.

Zu sehen bei: Prime Video



#1 antosProfil
  • 24.04.2021, 15:08hBonn
  • >> Allzu sehr ins Detail sollte man an dieser Stelle nicht gehen, denn allen, die die Geschichte nicht kennen, würde man womöglich zu viele Geheimisse und Details verraten, was den Spaß an dieser toll gespielten Serie verderben könnte.<<

    Was man aber zur Serien-Adaption von Little Fires Everywhere schon sagen darf ohne zu spoilern: Es ist auch ein - dramatischer, spannender - filmischer Diskussionsbeitrag zu aktuellen us-amerikanischen Rassismus-Diskursen, speziell auch zum Thema >white fragility<. Sehr sehenswert!
  • Antworten » | Direktlink »
#2 WanndererAnonym
#3 MeckieAnonym
  • 25.04.2021, 11:30h
  • Toll, dass ihr hier (hoffentlich gratis) Werbung für Sky, Netflix, Disney+, Prime Video macht. Nur wenn man die "Sender" nicht empfängt? Gibt es auch im Fernsehen solche Serien? Wohl kaum!
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#4 WanndererAnonym
  • 25.04.2021, 11:36h
  • Antwort auf #3 von Meckie
  • Da wird ja immer argumentiert, dass "der Markt" das nicht sehen wolle. Wobei ich mich frage, warum "der Markt" in England und Frankreich von ähnlichen Rundfunkgebührsystemen es hinbekommt, vielfältige und spannende Filme und Serien zu produzieren. Wohingegen in Deutschland das Thema ausgeblendet wird oder man in Klischees schwelgt.
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#5 TuckDavisProfil
  • 25.04.2021, 16:27hBad Kreuznach
  • Antwort auf #4 von Wannderer
  • Liegt vermutlich daran, dass "der Markt" immer kleiner wird. Als vor etwa 'nem Jahr meine Sat.Schüssel den Geist aufgegeben hat, hab' ich mir nicht die Mühe gemacht sie zu ersetzen. Die 1-2 Dokus im Vierteljahr die mich auf Arte interessieren schaue ich mir in der Mediathek an und die Nachrichten auf Youtube. Das restliche Programm ist sowieso zum Weinen. Kenne persönlich auch niemand mehr, der mehr als die Nachrichten schaut.
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#6 antosProfil
  • 25.04.2021, 18:20hBonn
  • Antwort auf #5 von TuckDavis
  • >> Die 1-2 Dokus im Vierteljahr die mich auf Arte interessieren schaue ich mir in der Mediathek an und die Nachrichten auf Youtube.<<

    Wobei Du die ARTE-Dokus höchst wahrscheinlich auch auf Youtube finden wirst. - Ansonsten kann ich das nur unterstreichen: Lineares Fernsehen ist bei mir ebenfalls schon seit zig Jahren passé und in meinem Umfeld halten es alle so - selbst mein 73-jähriger Onkel [der allerdings schon in den 80ern begeisterter Internetuser war - und heute gern von der Frühzeit der >Datenautobahn< erzählt, mein Early Adopter-Physikeronkel ;)].
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#7 WanndererAnonym
#8 JannAnonym
  • 26.04.2021, 18:14h
  • Antwort auf #3 von Meckie
  • Ich denke auch, das Fernsehverhalten ändert sich, besonders unter Jüngeren und Streamingdienste plus Mediatheken werden zunehmend attraktiver und sind die Zukunft.
    Trotzdem ist das keine Entschuldigung vom deutschen Fernsehen, Lgbti unter den Tisch fallen zu lassen.

    Wir haben zwar noch lineares Fernsehen, aber auch nicht mehr über Kabel oder Satellit, sondern via Zattoo. Das nutzen wir aber nicht häufiger als Netflix, YouTube usw.
    Nachrichten, einige wenige Dokus und ab und zu Weltspiegel und selten Tatort schaue ich mir wenn ich Zeit habe live an. Die privaten Sender noch weniger, die kann ich schon wegen der ständigen Werbeunterbrechung nicht ertragen.
    Jetzt in Coronazeiten sind Netflix und YouTube die Hauptberieselungsquellen...das will ich aber in Zukunft deutlich reduzieren. Denn ein Zeitfresser bleibt es, egal ob linear oder nicht.
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#9 WanndererAnonym
  • 26.04.2021, 18:48h
  • Antwort auf #8 von Jann
  • Ich mein, bei "Babylon Berlin" sieht man ja auch, dass sie gute Serien mit Hilfe von Privatsendern drehen können. Auch wenn da die LGBTQI+ Storyline wieder sehr seltsam war.
    Aber man könnte halt echt mehr machen.
    Arte kauft wenigstens gute queere Filme zu.
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