Hauptmenü Accesskey 1 Hauptinhalt 2 Footer 3 Suche 4 Impressum 8 Kontakt 9 Startseite 0
Neu Presse TV-Tipps Termine
© Queer Communications GmbH
https://queer.de/?38700

#Allesdichtmachen

Folkerts: "Ich mach mich lieber auf die Suche nach guten Lösungen"

Nach ihrem Ausflug in den Corona-Populismus gibt sich Ulrike Folkerts im NDR geläutert – und wiederholt ihre Entschuldigung.


Ulrike Folkerts stellte sich – zur Überraschung vieler – am Sonntag den Fragen von Inka Schneider. Andere #Allesdichtmachen-Teilnehmer*innen schweigen hingegen (Bild: Screenshot NDR)

"Tatort"-Darstellerin Ulrike Folkerts hat sich am Sonntagabend in der NDR-Interviewsendung "DAS!" für ihre Teilnahme an der Aktion #Allesdichtmachen entschuldigt. "Ich hab Menschen verletzt", gestand die 59-jährige Schauspielerin gegenüber Moderatorin Inka Schneider ein. Sie schäme sich nicht für die Aktion, weil sie zum Zeitpunkt des Drehs "voll dahinter" gestanden habe. Gleichzeitig sei die Aktion "ziemlich rasant schief gegangen". Folkerts gab außerdem zu, dass sie "einige Menschen total enttäuscht" habe.

An der Aktion vom vergangenen Donnerstag beteiligten sich mehr als 50 teils sehr bekannte deutsche Schauspieler*innen, die sich in kurzen Videos hämisch über Maßnahmen zur Eindämmung des Corona-Virus in Deutschland äußerten. Die Aktion fand insbesondere Applaus in rechtsextremen Kreisen, die die Corona-Pandemie leugnen. Auch rechte CDU-Politiker*innen, etwa Ex-Verfassungsschutz-Chef Hans-Georg Maaßen, oder die "Bild"-Zeitung lobten die Aktion. Am Tag nach der Veröffentlichung entschuldigte sich Folkerts nach scharfer Kritik auf Instagram und zog ihr Video zurück (queer.de berichtete).

Folkerts: Von Querdenkern "instrumentalisiert"

Folkerts bedauerte im NDR, dass sie und die anderen Promis als Querdenker "instrumentalisiert" worden seien: "Das war wirklich das letzte, was die Aktion wollte. Die wollte das Gegenteil." Folkerts blieb allerdings vage, was das wirkliche Ziel der Aktion gewesen sein soll: Sie erklärte etwa, sie habe Corona-Maßnahmen "aus einer anderen Perspektive antickern" wollen. Sie habe außerdem "Wahrheit und Irritationen" über die Maßnahmen gegen das Virus vermitteln wollen.

Die Tragweite der Aktion sei von ihr falsch eingeschätzt worden, so Folkerts weiter: "Es kommt halt total drauf an, ob du an vorderster Front im Krankenhaus stehst und Menschen sterben siehst, ob du grad einen Verwandten beerdigen musst, weil er gerade an Corona gestorben ist, da kann man darüber nicht lachen", so Folkerts. "Und das ist auch entsprechend blöd gelaufen."


In ihrem nur eine Minute langem Video machte sich Ulrike Folkerts über die Corona-Pandemie lustig, was angesichts von mehr als 80.000 Corona-Toten, vollen Intensivstationen und immer mehr Long-Covid-Patient*innen als zynisch kritisiert wurde (Bild: Screenshot Youtube / #Allesdichtmachen)

Ferner erklärte Folkerts, dass ein anderer Diskussionsansatz im Moment notwendig sei. Sie erklärte, sie habe persönlich relatives Glück in ihrer Branche, dass sie ihrem Job trotz Corona weiter nachgehen könne – viele andere seien aber wegen Existenzproblemen verzweifelt. Statt auf Häme zu setzen, will sie sich nun konstruktiver geben: "Ich glaube, ich mach mich lieber auf die Suche nach guten Lösungen als einfach so ein Video rauszuhauen."

In "DAS!" spricht Folkerts nur wenigen Minuten über die Aktion #Allesdichtmachen. Ansonsten handelt das Interview insbesondere über Geschichten aus ihrem neuen Buch "Ich muss raus", in dem unter anderem ihr Coming-out thematisiert wird (queer.de berichtete). (dk)



#1 gifiAnonym
  • 26.04.2021, 15:32h
  • Wer glaubt, dahinter stecke "Cancel Culture", möge zur Kenntnis nehmen, in wie viele Talkshows Jan Josef Liefers nach diesem Video eingeladen wurde. Oder wie sich die größte Tageszeitung Deutschlands mit ihm solidarisiert hat. Wie viel weniger Cancel Culture soll's denn noch sein?
  • Antworten » | Direktlink »
#2 AltoAnonym
  • 26.04.2021, 16:05h
  • Finde ich nicht gut. Wenn man eine Meinung hat (auch wenn ich diese nicht teile), sollte man auch dazu stehen und nicht zurückrudern, nur weil es Gegenwind gibt.
  • Antworten » | Direktlink »
#3 AltoAnonym
  • 26.04.2021, 16:07h
  • Antwort auf #1 von gifi
  • Das werden wir sehen, ob Liefers im nächsten Tatort auftaucht oder aus dem Drehbuch gestrcihen wurde. Ich glaube schon dass viele zurück rudern, aus Angst um ihre Karriere und nicht, weil sie ihre Meinung geändert haben
  • Antworten » | Direktlink »
#4 KumpelAnonym
  • 26.04.2021, 17:00h
  • Antwort auf #3 von Alto
  • Liefert wird unter Garantie auch für den nächsten Tatort zur Verfügung stehen. Da bin ich mir sicher.
    Was die Folkerts anbelangt, teile ich Deinen Kommentar. Mir geht dieses jetzt zurückrudern wollen echt auf den Senkel. Sie sollte sich persönlich vor Ort begeben auf eine Intensivstation, um mal zu sehen was die Ärzte und Pflegekräfte am Limit leisten, um schwersterkrankte Covid-19 Patienten das Leben zu retten. Denn Worte alleine reichen nicht aus.
  • Antworten » | Direktlink »
#5 TuckDavisProfil
  • 26.04.2021, 17:14hBad Kreuznach
  • Muss zugeben ich halte die Aktion für handwerklich schlecht ausgeführt, aber dennoch berechtigt. Künstler/Sänger/Schauspieler/Comedians/uvm. sind größtenteils seit einem ganzen Jahr im harten Lockdown.
    Aufgrund der Art ihrer Arbeitsverhältnisse und häufige Sub- und oder Kleinunternehmerdasein greifen da auch die Coronahilfen nicht gut.

    Hier haben also einige bekannte Gesichter ihre Reichweite genutzt um darauf aufmerksam zu machen, dass bei den Maßnahmen, die die Regierung fährt eine große Menge an Menschen hinten runter fallen. Es gab viele Versuche aus der Branche Hygienekonzepte zu entwickeln und es gab sogar Studien dazu, aber am Ende ist alles im Sande verlaufen.

    Vielleicht sehe ich das zu naiv, aber ich glaube ihr wenn sie sagt, dass die Aktion nicht die Botschaft rüberbringen konnte, die sich Veranstalter und Teilnehmer erhofften.
  • Antworten » | Direktlink »
#6 SchonAnonym
  • 26.04.2021, 18:47h
  • Antwort auf #2 von Alto
  • Wahre Größe beweist sich, wenn man einen Fehler zugeben kann und sich dann auch noch entschuldigt.
    Ich möchte an dieser Stelle die Situation aus der Erinnerung zurück rufen, wo äußerst stümperhaft von der EU impfstoff "bestellt" wurde, und Frau von der Leyen so getan hat, als ob alles gut und super gelaufen sei.
    Hätte sie einfach zu gegeben, dass man einen Fehler gemacht hat, und dass man nun alles versucht, den Fehler zu korrigieren, wäre das alles nicht so schlimm gewesen. So hatte ich den Einduck, von Irren regiert zu werden, die nicht einmal die Basics erkennen.
    Frau Folkers hat Format! Sie steht zu dem was sie gemacht hat und es ist glaubhaft, dass sie das was dann folgte nicht beabsichtigt hat.
  • Antworten » | Direktlink »
#7 Girlygirl
  • 26.04.2021, 18:50h
  • Antwort auf #4 von Kumpel
  • Ich verstehe den Frust der Pflegekräfte und Corona Opfern gut. Aber jegliche Debatte über die Corona Maßnahmen mit Verweis auf Intensivstationen abzutun ist nicht hilfreich. Diese Rhetorik spaltet die Gesellschaft und verharmlost die Probleme der Menschen, die unter den Maßnahmen zu leiden haben und verurteilt sie pauschal als unwichtig oder gar wertlos. Leider waren unter den Befürwortern der Aktion viele Querdenker, jedoch gab es auch andere, Leute die es zurzeit nicht leicht haben oder zurecht manche Maßnahmen kritisieren (Ausgangsperre, Vorteile für Geimpfte, etc). Und so schwer es Pflegepersonal auch hat und wie unmenschlich sie auch bezahlt werden, können sie sich in einen Arbeitslosen hineinversetzen, der alles verloren hat? Dieses Gefühl des Versagens, weil man nicht wichtig genug ist um von der Bundesregierung ausreichend finanziell versorgt zu sein? Man kann und sollte die Bedürfnisse aller Menschen respektieren, Covid Gefährdete und Jüngere. Ich finde die Maßnahmen der Regierung überwiegend sinnvoll, aber manche ergeben wirklich keinen Sinn. Es gab vermehrt Fälle, wo Leute zu Unrecht die Polizei auf ihre Nachbarn gehetzt haben. Hilft das wirklich? Oder sollte man nicht lieber mal bei Unternehmen kontrollieren?
  • Antworten » | Direktlink »
#8 KumpelAnonym
  • 26.04.2021, 19:30h
  • Antwort auf #7 von Girlygirl
  • Ich kann mich sehr wohl in Arbeitslose hineinversetzen. War selber mal 3 Jahre in dieser Situation. Die Arbeitslosenhilfe reichte vorne u.hinten nicht. Mußte mir sogar Geld erbetteln. Ich hatte damals das verdammte Glück einen Vermieter zu haben, der ganz offen zu mir meinte, zahlen sie ihre Miete wann sie es können. Beim Sozialamt bekam ich als erstes zu hören, sie sehen mir nicht so aus, als würden sie jetzt regelmäßig hierher kommen. Ich hatte keinen Anspruch auf Sozialleistung.
    Mein Kommentar bezieht sich insbesondere zu U.Folkerts Anmerkungen im DAS Interview. Ich halte sie für unglaubwürdig. Sie hätte sich vorher überlegen sollen, ob sie am besagten Video teilnimmt.
    Deshalb meine Anmerkung dazu, sie möge doch mal persönlich ins Krankenhaus gehen.
    Habe gerade erst ein Bericht im rbb24 Forum gelesen, wonach eine Krankenschwester, die auf der Intensivstation tätig war und den Druck einfach nicht mehr standgehalten konnte, gekündigt hat. In Berlin stehen die Krankenhäuser am Limit ihrer Leistung. Ich gehöre zu den Leuten, die in kürze geimpft werden. Deshalb schaue ich aber noch lange nicht von oben herab auf all diejenigen, welche noch lange warten müssen bis sie dran sind. Auch lehne ich eine Bevorzugung für geimpfte Personen schlichtweg ab. Das geht schon mal gar nicht.
  • Antworten » | Direktlink »
#9 KumpelAnonym
  • 26.04.2021, 19:56h
  • Antwort auf #5 von TuckDavis
  • Anmerkung zum Interview. U.Folkerts war in erster Linie wegen ihres Buchs in der DAS Sendung. Sie muß ja auch die Werbetrommel kräftigst rühren. Sagen kann man viel. Ebenso schreiben. Das besagte Video hätte grundsätzlich so jedenfalls nicht veröffentlicht werden dürfen. Nun rudern viele bekannte Namen wieder zurück und relativieren es.
  • Antworten » | Direktlink »
#10 marcocharlottenburgAnonym
  • 26.04.2021, 21:50h
  • Antwort auf #7 von Girlygirl
  • Ganz offensichtlich hast du es nicht verstanden aktuelle Zahl gefällig? 81.624 Tote, die mit oder an Corona gestorben sind. Die Aktion war schlecht und zynisch und gilt es nicht zu relativieren.

    Bei allen berechtigten Interessen, die hätte man wohl besser kommunizieren können, hätte ich zumindest von Schauspielenden erwartet.
  • Antworten » | Direktlink »