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Neue Zahlen

Statistisches Bundesamt: Weniger gleichgeschlechtliche Ehen

2020 heirateten fast ein Drittel weniger Homo-Paare, aber nur zehn Prozent weniger Hetero-Paare. Rechnet man Umwandlungen von eingetragenen Lebenspartnerschaften heraus, zeigt sich aber ein anderes Bild.


Will nicht jemand dem Burschen einen Ring überziehen und damit die Ehe-Statistik etwas aufhübschen? (Bild: freepik.com)

Die Zahl der gleichgeschlechtlichen Ehen ist 2020 überdurchschnittlich zurückgegangen. Das gab das Statistische Bundesamt am Montag bekannt. Demnach nahmen Eheschließungen zwischen zwei Männern oder zwei Frauen im Vergleich zu Vorjahr um 29 Prozent ab. Bei heterosexuellen Hochzeiten beträgt die Abnahme nur zehn Prozent.

Grund für den größeren Rückgang unter gleichgeschlechtlichen Ehen ist ein Rückgang von Umwandlungen eingetragener Partnerschaften in Ehen, die seit Öffnung der Ehe 2017 kostenlos möglich sind. Die Zahl der neu geschlossenen Ehen zwischen gleichgeschlechtlichen Personen ging dagegen in ähnlicher Größenordnung wie die Eheschließungen insgesamt zurück – mit neun Prozent lag hier der Rückgang etwas niedriger als unter Heterosexuellen. Der Anteil neuer gleichgeschlechtlicher Hochzeiten bleibt damit bei knapp über zwei Prozent aller Eheschließungen.

Hälfte der Eheschließungen vor Corona-Krise

Als Grund für den Gesamtrückgang der Eheschließungen nannte das Amt die Corona-Pandemie. Vor Inkrafttreten der Einschränkungen im März 2020 sind bereits rund die Hälfte aller Ehen des Jahres geschlossen worden. Dazu hätten "offenkundig" auch die besonderen Hochzeitsdaten 02.02.2020 und 20.02.2020 beigetragen – zu einem geringeren Teil auch der zusätzliche Februartag im Schaltjahr, so das Statististikamt.

Weitere Zahlen des Amtes zeigen, dass die Geburten offenbar durch die Corona-Pandemie nicht beeinflusst wurden. Sie gingen um 0,6 Prozent zurück, was im Trend der letzten Jahre liege. Die Sterbefälle sind hingegen um fünf Prozent in die Höhe geschossen. Sie liegen damit höher, als eigentlich vor der Pandemie zu erwarten gewesen wäre – unter Berücksichtigung langfristiger Trends wäre ein Anstieg um ein bis zwei Prozent zu erwarten gewesen. (dk)



#1 Ralph
  • 27.04.2021, 11:34h
  • Diese Statistik ist sowieso falsch. Die Umwandlung ändert die Lebenspartnerschaft rückwirkend in eine Ehe. Hat jemand -wie ich- das gemacht, dann hat er nicht 2017 geheiratet, sondern -in meinem Falle- 2002. All die Umwandlungen müssten bei korrekter Statistik als Eheschließungen auf die Jahre 2001-2017 verteilt werden. Das geschieht aber nicht, weil der Verwaltungsaufwand wohl als zu hoch betrachtet wird. Wenn nun die Anzahl der Eheschließungen vermeintlich abstürzt, liegt das nur daran, dass Umwandlungen fälschlich dem Umwandlungsjahr zugerechnet werden und nicht rückwirkend dem Jahr der Eheschließung - und natürlich daran, dass inzwischen sicher die allermeisten Lebenspartnerschaften in Ehen umgewandelt wurden. Es gibt übrigens eine Vorschrift, wonach Eheleute die Frage nach dem Tag der Eheschließung mit "Umwandlungsdatum mit Wirkung zum Verpartnerungsdatum" beantworten müssen, was aber regelmäßig in Vordrucken unmöglich ist, denn dort kann nur ein Datum erfasst werden. Da von der Eheschließung oft Rechte abhängen, muss man dann statt des Umwandlungsdatums das Verpartnerungsdatum eingeben. Vorsicht ist also geboten, wiederum an meinem Beispiel: Mit dem Umwandlungsdatum hätte ich keinen Anspruch auf Hinterbliebenenversorgung, denn mein Mann war damals schon über 65 und ich damit ohne Anspruch auf Witwerpension (in hoffentlich sehr ferner Zukunft). Bei der Verpartnerung war er jünger, also steht wegen der Rückwirkung der Umwandlung Hinterbliebenenversorgung zu. Fallstricke, wohin man schaut. Das erklärt auch die von manchen damals bezweifelte Notwendigkeit der Umwandlung. Durch bloße Heirat wären für Leute vorgerückten Alters zahlreiche Ansprüche vernichtet worden.
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