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Referendum erzwungen

Schweiz: Volk stimmt über Ehe-Recht für Schwule und Lesben ab

Homo-Hasser*innen der Schweiz haben genug Unterschriften gesammelt, um mit Hilfe direkter Demokratie das Ehe-Verbot für Schwule und Lesben doch noch zu retten.


Die Schweizer*innen müssen entscheiden, ob sie gleichgeschlechtlichen Paaren weiterhin das Recht auf Ehe verwehren wollen (Bild: joanne clifford / flickr)

Die schweizerische Wahlvolk wird darüber abstimmen, ob Schwulen und Lesben die selben Grundrechte gewährt werden wie Heterosexuellen: Die Regierung in Bern hat nach Angaben der Zeitung "Blick" am Dienstag mitgeteilt, dass 61.027 gültige Unterschriften eingegangen seien, um ein Referendum gegen die Öffnung der Ehe für gleichgeschlechtliche Paare vor dem Inkrafttreten des entsprechenden Gesetzes zu erzwingen. Nötig gewesen wären 50.000 Unterschriften. Die Abstimmung wird voraussichtlich im Herbst durchgeführt werden.

Kurz vor Weihnachten hatten beide Kammern des Schweizer Parlaments mit großer Mehrheit für die Ehe für alle gestimmt (queer.de berichtete). Dagegen regte sich sofort Widerstand. Unterstützt wurde der Versuch eines Referendums gegen heiratswillige Homo-Paare von Vertreter*innen der rechtspopulistischen Schweizerischen Volkspartei (SVP), der bibeltreuen Eidgenössisch-Demokratischen Union (EDU) sowie der Christlichdemokratischen Volkspartei (CVP).

Homo-Gegner*innen wollen "Fake-Ehen" verhindern

Das homofeindliche Organisationskomitee "Nein zur Ehe für alle" sammelte Unterschriften, indem es gleichgeschlechtliche Eheschließungen als "Fake-Ehen" kritisierte, die heterosexuelle Ehen gefährdeten. Zudem warnte die Initiative davor, dass eine "Degradierung der Frau zur käuflichen Gebärmaschine" bevorstehe, wenn Schwule und Lesben vor den Traualtar träten.

Laut einer im November 2020 veröffentlichten Umfrage befürworten zwar 82 Prozent der Schweizer*innen die Öffnung der Ehe (queer.de berichtete). Allerdings warnen LGBTI-Aktivist*innen davor, zu sicher zu sein. Wegen der traditionell niedrigen Wahlbeteiligung gab es in der Vergangenheit immer wieder überraschende Ergebnisse.

2016 hatten die Schweizer*innen einen Volksentscheid, der durch die Hintertür die Ehe als Verbindung zwischen Mann und Frau in der Verfassung verankern wollte, nur knapp abgelehnt – mit 50,8 zu 49,2 Prozent (queer.de berichtete). (dk)

Das Referendum gegen die Ehe für alle und den Samenspende-Zugang für lesbische Paare ist offiziell zustandegekommen....

Posted by Nein zur Ehe für alle on Tuesday, April 27, 2021
Facebook / Nein zur Ehe für alle | Für Schweizer Homo-Hasser*innen ist heute ein Feiertag
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#1 übelAnonym
  • 27.04.2021, 17:41h
  • ein land, das über menschenrechte abstimmen lässt, hat demokratie nicht verstanden.
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#2 LeashAnonym
  • 27.04.2021, 18:16h
  • "(...) indem es gleichgeschlechtliche Eheschließungen als "Fake-Ehen" kritisierte, die heterosexuelle Ehen gefährdeten."
    Ich würde zu gern verstehen wo die Leute da eine Gefahr sehen für heterosexuelle Ehen, aber das wissen die selber nicht.
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#3 SpockAnonym
  • 27.04.2021, 18:32h
  • Antwort auf #2 von Leash
  • Wenn eine Heteroehe mit einer Homoehe zusammentreffen, annihilieren sich beide in einem Antimaterieblitz, der den ganzen Planeten zerstört.

    So hat das jedenfalls ein Bekannter von mir an der Billy-Graham-Fachhochschule für Christliche Physik in La-La-Land gelernt.
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#4 WanndererAnonym
  • 27.04.2021, 19:20h
  • Antwort auf #2 von Leash
  • In ihrem Denken ist das ja so gedeutet, dass man zur Homosexualität erzogen werden kann. Das heißt, je mehr offene Schwule und Lesben es gibt, umso mehr Queere gibt es.
    Die haben einfach nicht verstanden, dass man sich durch Role Models und Akzeptanz eher outet. Dafür machen sie jetzt Fernsehen, Musik und Werbung dafür verantwortlich, dass sie Menschen schwul machen.
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#5 gastAnonym
  • 28.04.2021, 01:39h
  • Antwort auf #1 von übel
  • Entschuldige bitte aber was du hier schreibst ist größter Blödsinn, Borniertheit und geistiger Dünnschiss - mit Verlaub.
    Die Schweiz ist unserem Deutschland in prunkto Demokratie um einiges voraus, wie du an den zahlreichen Volksabstimmungen erkennen kannst.
    Ein Kurs in Demokratie könnte dir nicht schaden ...
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#6 Auch GastAnonym
  • 28.04.2021, 07:02h
  • Antwort auf #5 von gast
  • Da geb ich Dir recht. Volksabstimmungen sind ein sehr wichtiger Teil der direkten Demokratie. Über Grundrechte sollte aber nicht im Rahmen von Volksentscheiden geurteilt werden.
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#7 Ralph
  • 28.04.2021, 09:05h
  • Antwort auf #5 von gast
  • Demokratie an sich ist aber kein Wert. Man schaue nach Polen oder nach Ungarn. Führt sie dazu, dass Grundrechte eingeschränkt oder verweigert oder entzogen werden, sind wir genau dort, wo Thierse hin möchte. Die Mehrheit bestimmt, ob Minderheiten volle Grundrechte haben oder nicht. Das ist dann zwar demokratisch, aber in einer solchen Zweiklassengesellschaft kann man sich doch eibgentlich nicht wohlfühlen.
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#8 SchwabenstreichAnonym
  • 28.04.2021, 10:16h
  • Der Unterschied im Demokratieverständnis Deutschlands und der Schweiz liegt darin, dass Demokratie in der Schweiz als ein Sammelsurium formeller Verfahrensweisen wie etwa Abstimmungen und Referenden nebst Wahlen betrachtet wird, unabhängig von der Bewertung der Ergebnisse. In Deutschland wird unter Demokratie eher eine Gesinnung verstanden, bei der bspw. jede Beschneidung von Grundrechten als undemokratisch betrachtet wird und somit die Resultate von demokratischen Verfahren und Institutionen auf ihre demokratische Anschlussfähigkeit abgeklopft werden, unabhängig davon ob die bevölkerungstechnische Mehrheit diese Ergebnisse unterstützt oder nicht.
    Ich mache keinen Hehl daraus, dass ich das technokratische Demokratieverständnis der Schweiz nicht bevorzuge.
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#9 Korinthen KKAnonym
  • 28.04.2021, 10:26h
  • Antwort auf #5 von gast
  • Das kann man zweiseitig sehen. Auf der einen Seite ist es ein Fortschritt, wenn die Bürger direkt mitbestimmen können.
    Auf der anderen Seite ist es aber bedenklich, wenn eine Mehrheit über Rechte von anderen Menschen abstimmt, die sie selbst innehaben und ihnen selbst nicht in Frage gestellt werden.
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