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USA

Republikaner kritisieren "anti-amerikanische" Regenbogenfahne

Die Biden-Regierung erlaubt US-Botschaften in aller Welt, zur Pride-Saison Regenbogenfahnen zu hissen – und schafft damit ein Verbot aus der Trump-Zeit ab. Manche fühlen sich dadurch in ihrer Vaterlandsliebe gestört.


Republikanische Politiker*innen wollen die Regenbogenfarben nicht nahe der "Old Glory" sehen (Bild: Ted Eytan / flickr)

Das amerikanische Außenministerium hat laut Medienberichten vergangene Woche eine "pauschale Erlaubnis" für alle Botschaften ausgesprochen, während des Pride-Monats die Regenbogenfahne auf ihrem Gelände zu hissen. Damit wird ein Verbot der Trump-Regierung rückgängig gemacht (queer.de berichtete). Kritik an der Erlaubnis kommt aus der republikanischen Oppositionspartei.

Konkret heißt es in dem Erlaubnisschreiben, dass US-Botschaften "die Pride-Fahne auf äußeren Fahnenstangen während der Pride-Saison 2021 anbringen dürfen". In dem Papier wird auch klargestellt: "Das ist eine Erlaubnis, keine Pflicht."

"Traditionelle Werte werden attackiert"

Newt Gingrich, der ehemalige Sprecher des Repräsentantenhauses, gehörte zu den schärfsten Kritiker*innen der Regenbogenfahne. Im republikanischen Haussender Fox News Channel kritisierte der 77-Jährige, dass die Biden-Regierung "alle idiotischen Sachen" tun würde, um Konservative zu verärgern. Dazu gehörten etwa die Forderung nach schärferem Waffenrecht oder nach dem Recht auf Abtreibung. "Auch traditionelle Werte werden attackiert, wenn die Regierung die Schwulenflagge an amerikanischen Botschaften in der ganzen Welt zeigen will", so Gingrich. "Es ist fast so, als ob die eine Checklist haben mit dem Titel: 'Was können wir tun, was traditionelle Amerikaner so richtig wütend macht?'" Außerdem sagte der Hardliner: "Ich hätte mir keine Regierung vorstellen können, die so bewusst anti-amerikanisch ist und es darauf anlegt, die Mehrheit des amerikanischen Volkes wütend zu machen."


(Bild: Screenshot Fox News Channel)

Kritik kam auch vom evangelikalen Eiferer Franklin Graham, der Donald Trump im Wahlkampf unterstützt hatte (queer.de berichtete). Der 68-Jährige erklärte, an Botschaften dürfe nur die Nationalfahne hängen. "Unsere US-Fahne repräsentiert Opferwillen, Ehre, Einheit, Patriotismus und das Blut – all dies hat Amerika groß gemacht", so Graham, der Sohn des 2018 verstorbenen Evangelisten Billy Graham. Vater und Sohn haben aus ihrer christlich motivierten Abneigung gegenüber Homosexuellen nie ein Geheimnis gemacht. Franklin Graham hatte etwa 2016 sexuell aktive Homosexuelle pauschal zu "Feinden" von Christinnen und Christen erklärt (queer.de berichtete).


Auch im Parlament versuchen Republikaner*innen, das Hissen von Regenbogenfahnen an ausländischen Botschaften zu verhindern. Anfang des Jahres brachten homophobe Politiker*innen etwa den "Old Glory Only Act" ein, der US-Vertretungen das Zeigen jeglicher Flagge außer der US-Fahne verbieten soll (queer.de berichtete).

Mehrere ausländische US-Botschaften hatten sich in den letzten Jahren über das Regenbogenfahnen-Verbot von US-Präsident Donald Trump hinweggesetzt – oft, indem sie die Regenbogenflagge neben den Flaggenmast aufhingen und damit das Verbot umgingen. So wehte etwa letztes Jahr zur CSD-Saison an der US-Botschaft in Moskau – neben anderen westlichen Botschaften – eine entsprechende Fahne. Das führte zu Protesten durch das russische Regime, das die Fahne als verbotene "Homo-Propaganda" einstufte (queer.de berichtete). (dk)



#1 Ralph
  • 28.04.2021, 13:16h
  • Graham hat vollkommen recht. Die US-Flagge steht für Blut. Das Blut all jener Menschen, das die USA in ihren imperialistischen Angriffskriegen und in ihren Völkermorden vergossen haben. - Übrigens: Vor ein paar Jahren kam ich in der Pridewoche am US-Generalkonsulat in München vorbei. Offenbar durfte wer wollte selbst sein Büro beflaggen. Aus mehreren Fenstern hingen Regenbogenfahnen heraus.
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#2 AtreusProfil
  • 28.04.2021, 14:04hSÜW
  • Also bei der US-Flagge denke ich als Kind der 80er leider zuerst an niemals aufgearbeitete Sklaverei und allgegenwärtigen Alltagsrassismus, gepaart mit einem steten Strom verstörender Nachrichten von Polizeigewalt. Oder an sehr regelmäßige Amokläufe mit freiverkäuflichen Kriegswaffen, an lügenbasierte völkerrechtswidrige Angriffskriege und die Destabilisierung des gesamten Nahen Osten. An die Stürzung von südamerikanischen Regierungen und die Beihilfe zur Ermordung gewählter Politiker durch die CIA. An die digitale Überwachung und Abhörung der gesamten Welt, die Verfolgung von Whistleblowern und die staatliche Ermordung der eigenen Bürger durch die Todesstrafe. An Großkonzerne wie Facebook, die Holocaustleugnung als Teil des Meinungsspektrums über ihre Seite verbreiten und Morde per Livestream. An Terroranschläge auf die Zivilbevölkerung durch Drohnenangriffe und die systematische Verschleierung von Kriegsverbrechen, gepaart mit Einreisesperren für Vertreter des Internationalen Strafgerichtshofes. An sexuelle Gewalt und die Folterung ausländischer Gefangener in Guantanamo und die erneute Entrechtung der echten amerikanischen Bevölkerung, um Öl und andere Rohstoffe in Naturschutzgebieten und Nationalparks zu fördern.

    Ich glaube daher, ein kurzer Wechsel zur Prideflag in der Prideweek würde nicht wirklich schaden.
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#3 AtreusProfil
  • 28.04.2021, 14:17hSÜW
  • Antwort auf #2 von Atreus
  • Den amerikanischen Wert des gewaltsamen Trennens von Kleinkindern und ihren Eltern und deren Käfighaltung nach Grenzübertritt wollte ich natürlich nicht unterschlagen. Man beachte auch die damalige Kongressanhörung, bei der es hieß, das Verweigern von Schlafplatz, Sitzgelegenheit, Hygieneartikeln wie Zahnbürste, Toilette und Seife wären legitim, da der Mensch lediglich Wasser und Nahrung zum Überleben braucht. Sinnigerweise sind die betroffenen Grenzstaaten republikanisch. Ein Hoch auf die konservativen Werte Amerikas.

    PS: Das entsprechende Video existiert nach wie vor auf Youtube.
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#4 PiakAnonym
#5 TuckDavisProfil
  • 28.04.2021, 14:46hBad Kreuznach
  • Es war klar, dass die Republikaner hier die Gelegenheit ergreifen um sich lächerlich zu machen. Zumal Amerikaner insgesamt deutlich patriotischer und in der Folge emotionaler sind was ihre Flagge angeht als wir Deutsche. Das lässt sich also wunderbar nutzen.

    Was die Kommentare hier angeht muss ich sagen: Das erste was mir einfällt wenn ich die amerikanische Flagge sehe ist die Nationalhymne. Danach Landmarks, die ich besucht habe.
    Politik kommt da erst auf den zweiten Gedanken. Ich will da auch gar nicht sagen, dass irgendwas von dem was geschrieben wurde falsch wäre. Es ist aber auffällig dass Euch nicht eine einzige positiv konnotierte Sache eingefallen ist.

    Mal davon abgesehen dass wir ganz direkt als Deutsche Heute, von der hegemonialen Politik der Amerikaner in der Vergangenheit, profitiert haben.

    Wenn man was das angeht den Blick auf die Welt richtet, haben wir die Wahl zwischen amerikanischer, russischer und chinesischer Dominanz - da die EU ja weit von einer ähnlichen Position entfernt ist. Ich für meinen Teil bin da mit der amerikanischen sehr zufrieden.
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#6 Alexander_FAnonym
#7 AtreusProfil
  • 29.04.2021, 00:45hSÜW
  • Antwort auf #6 von Alexander_F
  • Vll liest du dich nochmal ein oder schaust dir mal eine Doku an? Dann wüsste man, dass die USA Hussein aufgerüstet hat, selbst nachdem er 1983 Chemiewaffen gegen Iran einsetzte. 83 und 84 ist Rumsfeld eigens nach Bagdad gereist um feierlich zu verkünden, dass man weiterhin "on track" bleiben will. Zumindest solange wie er alles abgenickt hat, war der Rest seines "Schaffens" nach innen und außen den Amis vollkommen egal. Als sie ihn dann militärisch abgesetzt haben, sollte man vll auch erwähnen, dass man neben Saddam auch noch 500.000 Zivilisten getötet hat und zwar nach us-eigenen Angaben! Dann sollte man noch anfügen, dass man nicht den Hauch eines Demokratisierungsplans im Gepäck hatte und den Menschen stattdessen einfach eine Regierung vorgesetzt hat, ohne sich auch nur eine Sekunde über das Verhältnis von Sunniten und Schiiten Gedanken zu machen und zu allem Überfluss noch das Berufsmilitär entwaffnet und arbeitslos gemacht hat. In direkter Folge wurde der Islamische Staat gegründet, dessen Kern aus ehemaligen irakischen Militärs, radikalisierten Zivilisten, Arbeitslosen und neuen Unterdrückten bestand. (Siehe Sunniten-Schiiten-Konflikt) IS ein Begriff? Die größte und tödlichste Terrororganisation der Erdgeschichte. Hausgemacht! In Folge: Syrienkrieg, Haret Hreik, Ottawa, Sidney, Djion, Charlie Hebdo, Kopenhagen, Ankara, Beirut, Weihnachtsmarkt Berlin, Bataclan, Nizza, Istanbul, Brüsseler Flughafen, Manchester, London, Straßburg und schließlich Wien 2020. Der größte Teil fehlt noch.

    Kann man halt auch wie du einfach weglassen und ein einfach nur "Saddam Hussein" schreiben. Bravo
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#8 DramaQueen24Profil
  • 29.04.2021, 02:49hBerlin
  • Bin in Idaho aufgewachsen, einer Hochburg der GOP. Verstehe also, warum sie gegen die Pride-Flag sind.
    Viele Republikaner wünschen sich die "goldenen Jahre" der USA zurück, als ein "Mann immer noch ein Mann war", und Frauen "ihren Platz in Familie und Gesellschaft" kannten.
    Der Hass gegen die Flagge drückt zudem ihren Hass gegen Menschen aus, die in ihren Augen nicht "normal" sind, und, laut Bibel getötet werden sollen.
    Paranoid und schizophren, denn andererseits werden im Namen der US-Flagge viele Verbrechen begangen,
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#9 Ralph
  • 29.04.2021, 09:49h
  • Antwort auf #6 von Alexander_F
  • Klar, das legitimiert natürlich den Umgang mit den Indianern. Weil die Amis 1945 die Vernichtungslager der Nazis schließen würden, durften sie das ganze 19. Jh. über den Indianern ihr Land wegnehmen, sie töten, in Reservate (so eine Art humanes KZ) einsperren und ihre Kultur zerstören. Und weil sie die Vernichtungslager geschlossen hatten, durften sie anschließend Napalm auf Vietnam werfen.
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#10 Alexander_FAnonym
  • 29.04.2021, 11:20h
  • Antwort auf #7 von Atreus
  • Dir fällt schon auf, dass die meisten Gewalttaten, von denen du redest, nicht von Amerika organisiert wurden, sondern von seinen erklärten Feinden, oder? Und wenn du glaubst, es habe vor dem Irak-Krieg keinen islamischen Extremismus gegeben, muss ich mich ernsthaft fragen, auf welchem Saturnmond du lebst.
    Das Problem ist keinesfalls, dass Amerika gegen diese Pest Krieg führt. Das Problem ist eher, dass es diesen Krieg noch immer nicht gewonnen hat, weil diese Brut immer weiter nachwächst, u.a. weil so viele von antiimperialistischer Folklore verblödete "Linke" so großes Verständnis mit ihr haben.

    Und Trump hin, Indianer her: die USA stehen einfach derzeit für die beste und freieste aller Welten. Nicht die bestmöglichste, nicht die freistmögliche, gewiss, aber die beste und freieste, die wir haben. Ein Blick auf die Zustände bei den Konkurrenten um die Welthegemonie China und Russland genügt, um einen eines Besseren zu belehren.
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