Hauptmenü Accesskey 1 Hauptinhalt 2 Footer 3 Suche 4 Impressum 8 Kontakt 9 Startseite 0
Neu Presse TV-Tipps Termine
© Queer Communications GmbH
https://queer.de/?38728

Moskau

Russisches Festival verbannt Film über Jagd auf Schwule

Der Kurzfilm über zwei Skinheads, die Sex miteinander haben und Homosexuelle töten, sorgte für Bedrohungen.


Ausschnitt aus dem Filmposter

Beim Internationalen Filmfestival in Moskau (MIFF) ist ein Kurzfilm über die Jagd von Skinheads auf Schwule nach Protesten aus dem Programm genommen worden. Das Aufführungsverbot für "Fanaty" (deutsch: "Besessene", englischer Verleihtitel: "The Fans") von Regisseur Wsewolod (Seva) Galkin sorgt seit Tagen für Kontroverse in Russland.

Die Kuratorin des Festivals, Irina Pawlowa, sprach von einem Versehen, dass der Film überhaupt ins Programm aufgenommen worden sei. "Es gab ein Missverständnis", sagte sie russischen Medien zufolge. Weshalb der Film nicht gezeigt werden sollte, sagte sie aber nicht. Es habe sich nicht gelohnt, für eine Aufführung zu kämpfen.

Der Kurzfilm handelt von zwei Skinheads und Fußballfans aus Moskau, die Schwule jagen. In der Mitte der Handlung werde klar, dass die beiden Männer ein Verhältnis miteinander hätten, sagte Galkin. Der Streifen gehe der "Krise der Männlichkeit und den Folgen der homophoben Rhetorik in den Staatsmedien" nach.

Fußballfans fühlten sich von dem Film unter Generalverdacht gestellt und protestierten. Der Regisseur sprach von Drohungen gegen ihn. Auf Facebook postete er am Mittwoch Aufführungstermine in Aids-Aufklärungszentren etwa in Moskau und Nischni Nowgorod östlich der russischen Hauptstadt. Andere Filmschaffende meinten, das Aufführungsverbot sei die "beste PR für den Film überhaupt" gewesen.

Der 25-minütige Kurzfilm, unter anderem bei Vimeo on Demand erhältlich, sorgte nicht nur wegen des queeren Themas für Empörung, so der Regisseur gegenüber dem britischen Magazin "Attitude". Er werfe auch Fragen auf zur "Krise der Männlichkeit, zu sozialer Spaltung, konservativen Ideologien und der politischen Desinformation in Russland", sagte Galkin, der auch Chefredakteur des Magazins tguy.ru ist.

Der Film weckt Erinnerungen an mehrere Gruppen von Skinheads, die etwa unter dem irreführenden Namen "Occupy Pedophilia" vor allem im Jahr 2013, in dem das landesweite Gesetz gegen "Homo-Propaganda" verabschiedet wurde, über Dating-Apps Schwule in Fallen lockten und diese dann mit Gewalt demütigten und Filmaufnahmen davon in sozialen Netzwerken veröffentlichten (queer.de berichtete). Ihr Anführer, der Neonazi Maxim Martsinkewitsch, hatte sich im letzten Herbst im Gefängnis das Leben genommen (queer.de berichtete). (dpa/nb)



#1 Alexander_FAnonym
  • 29.04.2021, 11:09h
  • "Generalverdacht". Will heißen: da hat wohl jemand ziemlich in Schwarze getroffen.
  • Antworten » | Direktlink »
#2 LeashAnonym
  • 29.04.2021, 12:48h
  • Huch der ist da aus Versehen mit aufgenommen worden. Sure Jan!

    Echt eine super Werbung, ich werde es mir vielleicht angucken, wenn ich mal in Stimmung bin für etwas deprimierendes.
  • Antworten » | Direktlink »
#3 56James35Anonym
  • 29.04.2021, 15:01h
  • Die russischen Filme über das Leben der Schwulen in Russland waren immer Meisterwerke ("Je t'aime TOI", 2005). Diesen Film muss man sich unbedingt ansehen. Der kann nicht enttäuschen, denn Russland hatte und hat großartige Regisseure.
  • Antworten » | Direktlink »
#4 LorenProfil
  • 30.04.2021, 02:02hGreifswald
  • Antwort auf #3 von 56James35
  • Leider hat Russland weitaus weniger herausragende Politiker*innen aufzuweisen (zumindest in positiver Hinsicht). Herr Putins innenpolitische Erfolge sind da z.B. kaum zu benennen. Er ist da m.E. ein politischer Totalversager.
  • Antworten » | Direktlink »