Hauptmenü Accesskey 1 Hauptinhalt 2 Footer 3 Suche 4 Impressum 8 Kontakt 9 Startseite 0
Neu Presse TV-Tipps Termine
© Queer Communications GmbH
https://queer.de/?38732

Ziel "entspannter Umgang mit dem Thema HIV"

Deutsche Aidshilfe startet Kampagne "Selbstverständlich positiv"

Ein Podcast und vielfältige Veranstaltungen zum Leben mit HIV sollen dazu beitragen, dass HIV bald im Alltag keine Rolle mehr spielt.


Die neue DAH-Kampagne geht am Donnerstagabend los (Bild: DAH)

Unter dem Titel "Selbstverständlich positiv" startet die Deutsche Aidshilfe (DAH) am Donnerstagabend eine Kampagne von und für Menschen mit HIV. Die Aktion soll zu einem offenen und selbstbewussten Leben mit HIV ermutigen und damit zugleich Diskriminierung entgegenwirken.

"Menschen mit HIV können heute in den meisten Fällen leben wie alle anderen – und haben ein Recht darauf, auch genau so behandelt zu werden", forderte DAH-Vorstandsmitglied Björn Beck, der selbst HIV-positiv ist. "Viele sprechen aber noch nicht über ihre HIV-Infektionen, denn sie müssen immer noch mit Diskriminierung rechnen, und HIV wird oft zum Problem gemacht, wo es keine Rolle spielen müsste. Unser Ziel ist ein entspannter, offener Umgang mit dem Thema HIV in allen Lebensbereichen."

Ziel der Kampagne: Zeigen, dass HIV im Alltag irrelevant ist

Die DAH will mit der Initiative vor allem deutlich machen, dass eine HIV-Infektion im Alltag in den allermeisten Situationen völlig irrelevant ist. Bei rechtzeitiger Diagnose und Therapie sorgten laut der Aidshilfe heute HIV-Medikamente dafür, dass Menschen mit HIV gesund blieben und mit der Infektion alt werden könnten. Die Aktivist*innen verweisen auch darauf, dass HIV unter Therapie nicht mehr übertragbar ist. Hintergrund ist, dass "Schutz durch Therapie" laut Studien auch bei Bareback-Sex wirksam ist (queer.de berichtete). Allerdings ist dieser Fakt in der deutschen Bevölkerung weitgehend unbekannt (queer.de berichtete).

Gemeinsam mit vielen Menschen mit HIV haben wir die neue Kampagne #selbstverständlichPositiv entwickelt. Sie will zum...

Posted by Deutsche Aidshilfe on Thursday, April 29, 2021
Facebook / Deutsche Aidshilfe
Datenschutz-Einstellungen | Info / Hilfe

"Selbstverständlich positiv" startet Donnerstagabend um 19.30 Uhr mit einem Live-Event auf Facebook. Darin berichten die Macher*innen von ihrer Motivation und Intention, außerdem gibt es Interviews und Beiträge zu vielen Themen rund um das Leben mit HIV.

Am Schluss des Live-Streamings geht die erste Folge eines Podcasts online, der das Herzstück der Kampagne bildet: Alle 14 Tage erzählen Gäste, was ihnen geholfen hat, offen positiv zu leben – oder was sie dafür noch brauchen. Gast der ersten Folge ist Aktivistin und Dragqueen Barbie Breakout, die aus der TVNOW-Reality-Show "The Diva in me" bekannt ist. Weitere Bestandteile der Kampagne sind Social-Media-Aktionen, Diskussionsveranstaltungen und ähnliche Events.

Kampagne von Menschen mit HIV entwickelt

"Selbstverständlich positiv" war von HIV-positiven Menschen in einer Themenwerkstatt der Deutschen Aidshilfe entwickelt worden. Indem sie selbst offen mit ihrer HIV-Infektion umgehen, wollen sie anderen ein Beispiel geben, sie bei einem offenen Umgang damit unterstützen und Angst und Scham abbauen. Mehr öffentliche Präsenz von Menschen mit HIV soll das Bild vom Leben mit HIV verändern und eine neue Selbstverständlichkeit in der Gesellschaft schaffen.

"Die Kampagne richtet sich in erster Linie an Menschen mit HIV", erklärte Heike Gronski, die das Community-Projekt als Referentin für das Leben mit HIV bei der Deutschen Aidshilfe koordiniert. "Wir wollen uns gegenseitig ermutigen, selbstverständlich mit HIV zu leben und uns gegen Diskriminierung zu wehren. Wir setzen dabei auf gegenseitige Hilfe und Ermutigung."

Christian Hillen, der "Selbstverständlich positiv" mitentwickelt hat, berichtete aus eigenen Erfahrungen, warum die Kampagne wichtig ist: "Viele von uns haben Schuldzuweisungen und Abwertung verinnerlicht und richten ihr Leben stark daran aus, wie andere reagieren könnten", so Hillen. "Davon möchten wir uns alle befreien. Wir nehmen uns die Freiheit, selbstverständlich positiv zu sein. Und wir sind sehr zuversichtlich, dass diese positive Energie ansteckend wirkt." (pm/dk)



#1 SebiAnonym
  • 29.04.2021, 12:38h
  • Es wäre sehr wichtig, dass das mit dieser Krankheit immer noch verbundene Stigma endlich ein Ende findet.

    Ja, HIV ist eine ernste Krankheit und es ist immer besser, sie nicht zu bekommen. Aber es ist auch kein Todesurteil mehr und man kann sich auch im Alltag nicht anstecken.

    Bei keiner anderen Krankheit (außer vielleicht bei psychischen Krankheiten) ist das Stigma so groß wie bei HIV.

    Das muss sich endlich ändern.
  • Antworten » | Direktlink »