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NRW

Trans Frau klagt gegen Deadnaming

Ein Trans-Hasser drangsaliert im nördlichen Ruhrgebiet eine 59-jährige Frau wegen ihrer Geschlechtsidentität. Sophie Vivien Kutzner hat jetzt aber genug.


Sophie Vivien Kutzner macht die Beleidigungen im Regionalfernsehen publik (Bild: Screenshot RTL West)

Die 59-jährige trans Frau Sophie Vivien Kutzner aus der Ruhrgebietsstadt Waltrop hat vor dem Amtsgericht Recklinghausen gegen ihren transphoben Ex-Nachbarn auf Unterlassung geklagt. Kutzner, die mit ihrer Geschlechtsanpassung 2015 begonnen hatte, war zuvor wiederholt von Wolfgang E. transphob beleidigt worden, wie sie gegenüber RTL West erklärte.

Zwar erlebe sie fast täglich Beleidigungen wegen ihrer Geschlechtsidentität, am schlimmsten seien aber die Äußerungen des Ex-Nachbarn. E. habe sich etwa wiederholt und öffentlich durch Deadnaming, also durch die Nennung ihres abgelegten alten Vornamens, lächerlich gemacht. "Ich bin sehr stark getroffen, weil ich hab ja keinem was getan", so Kutzner. Zwei Schlichtungstermine vor einem Schiedsgericht in ihrer Heimatstadt seien gescheitert, weil der transphobe Ex-Nachbar ohne Entschuldigung fehlte.

Anwalt: Niemand muss sich das gefallen lassen

Ihr Anwalt Burkhard Benecken sieht seine Mandantin im Recht: "Juristisch sieht es so aus, dass das allgemeine Persönlichkeitsrecht meiner Mandantin einen Anspruch darauf verlieht, bei ihrem richtigen, weiblichen Vornamen genannt zu werden", so Benecken gegenüber RTL West. "Denn niemand muss es sich gefallen lassen, beim falschen Geschlechtervornamen genannt zu werden." Sollte Kutzner mit ihrer Klage Erfolg haben, dann droht Nachbarn Geldstrafe von bis zu 250.000 Euro, sollte er sie erneut bei ihrem abgelegten Vornamen rufen.

Kutzner bedauerte im TV-Interview auch, dass sie optisch nicht mehr tun könne. So lehne die Krankenkasse Anträge wie die Brust-OP einfach ab. Um solche Fälle zu verhindern, hatte die Linksfraktion erst in diesem Monat gefordert, Trans-Gesundheitsversorgung endlich zu einer gesetzlich garantierten Kassenleistung zu machen (queer.de berichtete).

Deadnaming ist eine beliebte Taktik von LGBTI-feindlichen Personen, um trans Menschen lächerlich zu machen. Letztes Jahr attackierte etwa der umstrittene Grünenpolitiker Boris Palmer eine trans Parteifreundin, die ihn kritisiert hatte, auf diese Art (queer.de berichtete). Die Frau klagte, die Tübinger Staatsanwaltschaft stellte aber das Verfahren gegen den eigenen Oberbürgermeister schnell ein (queer.de berichtete). (cw)



#1 RebeccaProfil
  • 29.04.2021, 18:01hBerlin
  • Ich wünsche der Frau viel Erfolg für ihre Klage und das es für den Mann, der sie belästigt, sehr teuer wird.
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#2 Ralph
  • 29.04.2021, 19:51h
  • Schlimm, dass jemand für solch eine Selbstverständlichkeit wie die Respektierung der eigenen Identität juristische Hilfe bemühen muss. Was ist das nur für ein total gestörter Mann, für den es offenbar lebenswichtig ist, die Nachbarin fertigzumachen?
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