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"Biologische Jungs, die trans sind"
Empörung über Caitlyn Jenner: Trans Politikerin gegen trans Mädchen im Schulsport
Sie selbst kämpfte jahrelang dafür, als Frau wahrgenommen zu werden. Jetzt will die bekannteste trans Politikerin der Welt trans Schülerinnen im Sportunterricht nicht als Mädchen akzeptieren.

Caitlyn Jenner stellt klar, dass sie gegen die Gleichbehandlung von trans Mädchen an öffentlichen Schulen ist
- 3. Mai 2021, 10:32h 3 Min.
Caitlyn Jenner hat unter LGBTI-Aktivist*innen für Empörung gesorgt: Die Politikerin, Reality-Darstellerin und Ex-Sportlerin, die 1976 olympisches Gold im Zehnkampf der Männer holte, sprach trans Schülerinnen am Samstag das Recht ab, mit den anderen Mädchen am Schulsport teilzunehmen. Zudem bezeichnete sie trans Mädchen abwertend als "biologische Jungs, die trans sind".
Jenner war am Samstagmorgen von einem Reporter des Klatschportals TMZ auf einem Supermarktparkplatz in der Schickimicki-Kleinstadt Malibu befragt worden, was sie davon hält, dass mehrere US-Bundesstaaten trans Schülerinnen per Gesetz verbieten, am Schulsport der Mädchen teilzunehmen (queer.de berichtete). Mit einem Kaffee-Wegwerfbecher in der Hand antwortete Jenner: "Es ist eine Frage der Fairness." Ferner erklärte die 71-Jährige: "Deswegen bin ich dagegen, dass biologische Jungs, die trans sind, sich im Mädchensport in der Schule messen dürfen." Dies sei "einfach nicht fair", so Jenner weiter.
Später ergänzte die Republikanerin auf Twitter: "Wir müssen den Mädchensport an unsere Schulen schützen."
/ Caitlyn_JennerI didnt expect to get asked this on my Saturday morning coffee run, but Im clear about where I stand. Its an issue of fairness and we need to protect girls sports in our schools.https://t.co/YODLDQ3csP
Caitlyn Jenner (@Caitlyn_Jenner) May 1, 2021
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LGBTI-Aktivist*innen kritisierten Jenners Kommentare scharf. Sie warfen der Politikerin vor, die republikanische Verteufelung von trans Menschen zu unterstützen. Charlotte Clymer von der Human Rights Campaign twitterte etwa: "Caitlyn Jenner versteht einfach die Wissenschaft dahinter nicht. Das ist bislang kein Problem gewesen. Die Republikaner haben dieses Problem erfunden und geben Jenner Wahlkampfspenden, damit sie diesen Nonsens weiterverbreitet. Sie ist so glaubhaft wie jeder bezahlte Lockvogel."
/ cmclymerCaitlyn Jenner completely fails to understand the science here. This has not been a problem. The GOP is fabricating this issue and funding Jenner to claim this nonsense. She is about as credible as any paid shill. https://t.co/LWGHGC4ENi
Charlotte Clymer (@cmclymer) May 2, 2021
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Jenner, die vor allem aus der Realityserie "Keeping Up With The Kardashians" bekannt ist, hatte sich 2015 als trans geoutet. Sie bewirbt sich derzeit als Republikanerin um den kalifornischen Gouverneursposten (queer.de berichtete). In der Vergangenheit hatte sie behauptet, dass sie die Republikaner wegen ihrer Wirtschaftspolitik unterstütze, aber in gesellschaftlichen Fragen eher liberal eingestellt sei.
Bislang hat sich Jenner allerdings selten gegen ihre Partei auf die Seite von LGBTI-Aktivist*innen gestellt. So sprach sie sich kurz nach ihrem Coming-out als trans 2015 für ein Ehe-Verbot für Schwule und Lesben aus: "Ich bin eine Traditionalistin", so Jenner damals in der Show der lesbischen Moderatorin Ellen de Generes. "Ich mag irgendwie die Tradition, dass es immer ein Mann und eine Frau ist." Später, als auch immer mehr Republikaner die Ehe für alle befürworteten, änderte Jenner ihre Meinung.
Auch ihre bedingungslose Unterstützung Donald Trumps beim Präsidentschaftswahlkampf 2016 war auf scharfe Kritik gestoßen – sie spielte dabei stets die LGBTI-feindliche Politik des republikanischen Präsidenten herunter. Ihre öffentliche Meinung zu Trump änderte sie erst, als er trans Frauen untersagte, im Militär zu dienen (queer.de berichtete).
In sozialen Netzwerken wird Jenner wegen ihrer lockeren Haltung gegenüber LGBTI-Rechten als "Auntie Caitlyn" verspottet. Sie repräsentiere die LGBTI-Version von "Uncle Tom" – dieser Begriff steht für einen Afroamerikaner, der durch sein unterwürfiges Verhalten gegenüber Weißen Rassendiskriminierung indirekt unterstützt. (dk)














