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"Biologische Jungs, die trans sind"

Empörung über Caitlyn Jenner: Trans Politikerin gegen trans Mädchen im Schulsport

Sie selbst kämpfte jahrelang dafür, als Frau wahrgenommen zu werden. Jetzt will die bekannteste trans Politikerin der Welt trans Schülerinnen im Sportunterricht nicht als Mädchen akzeptieren.


Caitlyn Jenner stellt klar, dass sie gegen die Gleich­behandlung von trans Mädchen an öffentlichen Schulen ist

Caitlyn Jenner hat unter LGBTI-Aktivist*innen für Empörung gesorgt: Die Politikerin, Reality-Darstellerin und Ex-Sportlerin, die 1976 olympisches Gold im Zehnkampf der Männer holte, sprach trans Schülerinnen am Samstag das Recht ab, mit den anderen Mädchen am Schulsport teilzunehmen. Zudem bezeichnete sie trans Mädchen abwertend als "biologische Jungs, die trans sind".

Jenner war am Samstagmorgen von einem Reporter des Klatschportals TMZ auf einem Supermarktparkplatz in der Schickimicki-Kleinstadt Malibu befragt worden, was sie davon hält, dass mehrere US-Bundesstaaten trans Schülerinnen per Gesetz verbieten, am Schulsport der Mädchen teilzunehmen (queer.de berichtete). Mit einem Kaffee-Wegwerfbecher in der Hand antwortete Jenner: "Es ist eine Frage der Fairness." Ferner erklärte die 71-Jährige: "Deswegen bin ich dagegen, dass biologische Jungs, die trans sind, sich im Mädchensport in der Schule messen dürfen." Dies sei "einfach nicht fair", so Jenner weiter.

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Später ergänzte die Republikanerin auf Twitter: "Wir müssen den Mädchensport an unsere Schulen schützen."

/ Caitlyn_Jenner
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LGBTI-Aktivist*innen kritisierten Jenners Kommentare scharf. Sie warfen der Politikerin vor, die republikanische Verteufelung von trans Menschen zu unterstützen. Charlotte Clymer von der Human Rights Campaign twitterte etwa: "Caitlyn Jenner versteht einfach die Wissenschaft dahinter nicht. Das ist bislang kein Problem gewesen. Die Republikaner haben dieses Problem erfunden und geben Jenner Wahlkampfspenden, damit sie diesen Nonsens weiterverbreitet. Sie ist so glaubhaft wie jeder bezahlte Lockvogel."

/ cmclymer
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Jenner, die vor allem aus der Realityserie "Keeping Up With The Kardashians" bekannt ist, hatte sich 2015 als trans geoutet. Sie bewirbt sich derzeit als Republikanerin um den kalifornischen Gouverneursposten (queer.de berichtete). In der Vergangenheit hatte sie behauptet, dass sie die Republikaner wegen ihrer Wirtschaftspolitik unterstütze, aber in gesellschaftlichen Fragen eher liberal eingestellt sei.

Bislang hat sich Jenner allerdings selten gegen ihre Partei auf die Seite von LGBTI-Aktivist*innen gestellt. So sprach sie sich kurz nach ihrem Coming-out als trans 2015 für ein Ehe-Verbot für Schwule und Lesben aus: "Ich bin eine Traditionalistin", so Jenner damals in der Show der lesbischen Moderatorin Ellen de Generes. "Ich mag irgendwie die Tradition, dass es immer ein Mann und eine Frau ist." Später, als auch immer mehr Republikaner die Ehe für alle befürworteten, änderte Jenner ihre Meinung.

Auch ihre bedingungslose Unterstützung Donald Trumps beim Präsidentschaftswahlkampf 2016 war auf scharfe Kritik gestoßen – sie spielte dabei stets die LGBTI-feindliche Politik des republikanischen Präsidenten herunter. Ihre öffentliche Meinung zu Trump änderte sie erst, als er trans Frauen untersagte, im Militär zu dienen (queer.de berichtete).

In sozialen Netzwerken wird Jenner wegen ihrer lockeren Haltung gegenüber LGBTI-Rechten als "Auntie Caitlyn" verspottet. Sie repräsentiere die LGBTI-Version von "Uncle Tom" – dieser Begriff steht für einen Afroamerikaner, der durch sein unterwürfiges Verhalten gegenüber Weißen Rassendiskriminierung indirekt unterstützt. (dk)

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#1 Fer1Anonym
  • 03.05.2021, 12:45h
  • Wenn sie sich selbst als Frau sieht, aber Kinder und Jugendliche Trans Schülerinnen direkt oder indirekt als "Jungs" abstempelt, indem die Schülerinnen nicht mit anderen Schülerinnen mitmachen dürfen, dann fällt es mir als Trans Frau selbst schwer von solch einer "Politikerin" repräsentiert zu werden.
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#2 KarmacitaAnonym
  • 03.05.2021, 12:46h
  • Also eines zu sagen - das Trans* Mädchen nicht am weiblichen Schulsport mitmachen sollen/dürfen finde ich absoluten Schwachsinn. Noch dazu, dass glaube ich die meisten queeren Personen wissen, dass der Sportunterricht (wenn man nicht zu den Top Sportler*innen gehört) der reinste Horror sein kann.
    Jedoch bin ich mir so hart unsicher, wie es im Profisport gehandhabt werden soll, da rein aus der Testosteron - Sicht Trans* Personen schon einen Vorteil daraus ziehen und Doping (auch um erhöhte Testosteronwerte zu verhindern) auch verboten ist
    Fairness würd es nur dann bringen, wenn eigene Trans*Wettmeisterschaften abgehalten werden würden...nur dann wird wieder exkludiert...
    Oder hat jemand doch ne andere Ansicht und würd mir das anders erklären?
    Greets
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#3 HexeAnonym
  • 03.05.2021, 13:06h
  • Antwort auf #2 von Karmacita
  • Wenn du ein bisschen recherchierst wirst du feststellen das es auch viele Cisfrauen gab denen man Preise aberkannt hat und die sogar in den Suizid getrieben worden sind.
    Das hat garnichts mit trans/inter/cis zu tun.
    Das ist Patriarchat.
    Und Männer nomieren Frauenkörper.
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