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Baden-Württemberg

Weingarten: Regenbogenstreifen nach fünf Stunden zerstört

Unbekannte demolierten mutwillig eine zum IDAHOBIT aufgeklebte, 1.300 Euro teure Installation mit der Aufschrift "Love is Love" im Weingartener Stadtgarten – die Polizei sucht Zeug*innen.


Eine Gruppe von Jugendlichen riss am Montagabend die sechs bunten Streifen im Weingartener Stadtgarten ab und flüchtete unerkannt (Bild: Stadt Weingarten)

Nur fünf Stunden nach der feierlichen Einweihung wurde am Montagabend in der baden-württembergischen Stadt Weingarten ein Regenbogenstreifen mit der Aufschrift "Love is Love" (Liebe ist Liebe) von Unbekannten zerstört. Zeug*innen beobachteten laut Polizeibericht eine Gruppe aus rund sieben Jugendlichen, die die sechs bunten Klebestreifen im Stadtgarten mutwillig abrissen und damit Sachschaden in Höhe von etwa 1.300 Euro anrichteten.

Die Aktion zum Internationalen Tag gegen Homo-, Bi-, Inter- und Transphobie (IDAHOBIT) sollte eigentlich drei Monate lang ein "eindrückliches Zeichen für Toleranz und Vielfalt" setzen. Für den Regenbogenstreifen eingesetzt hatten sich das Kapuziner Kreativzentrum in Ravensburg und die Hochschule Ravensburg-Weingarten mit Unterstützung der Weingartener Stadtverwaltung und des Integrationsbeirats. Mitarbeiter*innen des städtischen Bauhofs hatten die bunten Outdoor-Folien am Montagnachmittag installiert.

OB: "Vandalismus in dieser Form ist alles andere als ein Bagatelldelikt"

"Ich bin zutiefst betroffen und verärgert über diese blinde Zerstörungswut, die in den gestrigen Abendstunden diesem farbenfrohen Statement für Vielfalt und Toleranz ein jähes und mutwilliges Ende bereitet hat", erklärte Weinbergs Oberbürgermeister Markus Ewald am Dienstag. "Vandalismus in dieser Form ist alles andere als ein Bagatelldelikt: Die gezielte Zerstörung der Installation zeugt von enormer Respektlosigkeit gegenüber vielfältigen Lebensformen und macht sichtbar, dass – trotz mancher in den letzten Jahren erlangter Fortschritte für die LGBTQI-Community – noch eine lange Wegstrecke zu einer bunten, gerechten und akzeptierenden Gesellschaft vor uns liegt."

Er sei "dankbar für all die zahlreichen Solidarbekundungen" in sozialen Medien, so der parteilose schwule Politiker. "Nun müssen sich alle Beteiligten erst einmal sammeln und den Schreck verdauen, bevor wir – im gemeinsamen Dialog – die weiteren Schritte und Maßnahmen besprechen werden." Ewald stellte allerdings bereits klar: "Der Vandalismus in der vergangenen Nacht hat gezeigt, dass unsere Stadt Aktionen wie diese dringend braucht und auch künftig begrüßen und ggf. mit-initiieren wird."

Die Polizei bittet um Hinweise

Die Polizei ermittelt wegen Sachbeschädigung. Ein Tatverdächtiger soll nach Angaben von Zeug*innen etwa 17 Jahre alt und etwa 170 cm groß gewesen sein. Er soll eine braune Jacke und weiße Schuhe getragen haben. Die Polizei konnte im Rahmen einer sofort eingeleiteten Fahndung zwei Jugendliche vorläufig festnehmen, die – wie sich herausstellte – mit der Tat jedoch nichts zu tun hatten. Weitere Zeug*innen des Vorfalls oder Personen, die Hinweise zu den Tatverdächtigen geben können, werden gebeten, sich beim Polizeirevier Weingarten unter Tel. (0751) 803-6666 zu melden. (cw)



#1 GodzillaAnonym
  • 05.05.2021, 05:48h
  • Ich weiß ja das Zivilcourage mitunter übel enden kann aber wenn das mehrere Zeug*innen gesehen haben, vlt. zur gleichen Zeit, hätte zumindest die Polizei verständigt oder nen Foto der Tat gemacht werden können und dann zur Polizei. Mittlerweile wird das Smartphone doch schnell gezückt, hier aber nicht?
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#2 LotiAnonym
  • 05.05.2021, 09:07h
  • Antwort auf #1 von Godzilla
  • Diese Jugendlichen sind wahrscheinlich durch die Corona Pandemie und mit dem einhergehen des Lockdowns mehr als frustriert. Da muß dann etwas anderes herhalten, um deren Wut freien Lauf zu lassen. Da ist dann eine Aktion der Stadt genau das richtige. Selbst wenn man diese Kids dingfest macht, wird nicht allzuviel dabei herauskommen. Denn es gab keinen Personenschaden. Im übrigen hätte ich echte Farbe benutzt, anstelle von abziehbarer Folie. Nicht sehr weit gedacht Herr Oberbürgermeister.
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#3 DominicAnonym
  • 05.05.2021, 09:28h
  • Antwort auf #2 von Loti
  • Nur ein paar Hormone, die verrückt spielen? Oder doch Symptom des gesellschaftlichen Backlashs aus Hass und Intoleranz?

    Die Täter wussten ziemlich sicher genau, was sie da zerstörten. Das ist eine politische Tat und kein jugendliches Bierflasche-an-die Bushaltestelle-werfen.

    Ich mochte dich nicht angreifen, aber widerspreche entschieden, da dein Kommentar diese Tat relativiert. Insbesondere der Kommentar zum Oberbürgermeister passt in die Kategorie "Hätte sie keinen Minirock angezogen, wäre sie auch nicht vergewaltigt worden."
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#4 dino2000Anonym
  • 05.05.2021, 10:16h
  • hm, klebefolie für 1300 , die man scheinbar problemlos wieder abziehen kann? vielleicht wär da einfache farbe besser und günstiger gewesen... just saying
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#5 alte leierAnonym
  • 05.05.2021, 11:28h
  • Antwort auf #2 von Loti
  • ach deutschland, das blabla-land des täter*innenschutzes, diesmal von "Loti" verbreitet.

    die jugendlichen haben x möglichkeiten, ihrem frust freien lauf zu lassen. sie könnten beispieslweise auch irgendwas an wahlbüros von parteien machen, z.b. an dem von der afd. aber das tun sie nicht. stattdessen zerstören sie das, was ihnen vermutlich ideologisch oder "religiös" sowieso immer gegen den strich geht und was sie gerne auch als personen vernichten würden:
    lgbt*iq.
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#6 GodzillaAnonym
  • 05.05.2021, 11:28h
  • Antwort auf #2 von Loti
  • -"Diese Jugendlichen sind wahrscheinlich durch die Corona Pandemie und mit dem einhergehen des Lockdowns mehr als frustriert. "-

    Und damit relativierst du was vorgefallen ist. Die anhaltende Situation ist keine Rechtfertigung (Mal wieder) gegen LGBTI+ zu schießen.
    Ich bin auch frustriert und ziehe dennoch nicht durch die Straßen und zerstöre etwas. Zumal es schon merkwürdig ist, dass der Frust dann gerade an der Installation ausgelassen wurde, meinste nich?
    Ich habe als jugendlicher Mensch auch Mal meine angestaute Frustration rausgelassen aber dann habe ich gegen Straßeninventar getreten oder dergleichen aber nicht gegen etwas was von elementarer Bedeutung ist. Klar, ich kann nur für mich sprechen aber ich denke du weißt worauf ich hinaus will.

    Was die Folie angeht, so werden sich die Menschen dahinter schon was bei gedacht haben und nur weil diese leicht zu entfernen ist, rechtfertigt auch das nichts.
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#7 GodzillaAnonym
#8 LiZsAnonym
#9 Ralph
  • 05.05.2021, 11:52h
  • Antwort auf #2 von Loti
  • Ach ja, die vom Lockdown frustrierten jungen Leute reagieren sich an den Regenbogenfarben ab. Wenn sie nächstens ein schwules Paar oder eine Transfrau zusammenschlagen, relativierst, entschuldigst und rechtfertigst Du das dann auch?
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#10 thorium222Profil
  • 05.05.2021, 12:00hMr
  • Das ist ja beileibe kein Einzelfall, schwule Symbole und Regenbogenflaggen werden sehr, sehr häufig vandalisiert. Hier in Berlin kann man schon gar nicht mehr zählen, wie häufig das Mahnmahl für die ermordeten (!) Homosexuellen geschändet wurde.
    Das zeigt sehr deutlcih, wie groß das Problem und wie weit der Weg zu einer aufgeklärten Gesellschaft trotz aller Fortschritte noch ist. 5 h. Mehr war nicht drin. Die beste Reaktion wäre jetzt, an ganz vielen öffentlichen Orten der Stadt einen Regenbogen aufzumalen. Nur mit "jetzt erst Recht!" wird man irgendwas erreichen.
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