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Paragraf 175

Chemnitz: Stolperstein erinnert an Nazi-Opfer Adolf Wilhelmi

In der sächsischen Stadt ist ein Stolperstein für einen Mann verlegt worden, der wegen seiner Homosexualität im KZ ermordet worden war. Der LSVD warnt angesichts der Verlegung davor, dass der von den Nazis kultivierte Hass "wieder in unserer Gesellschaft erstarkt".


Der Chemnitzer Stolperstein erinnert an den 1874 geborenen Adolf Wilhelmi, der 1942 von den Nazis ermordet worden ist (Bild: LSVD Sachsen)

Die Stadt Chemnitz erinnert an Opfer der nationalsozialistischen Gewaltherrschaft: Daher wurden am Donnerstag an mehreren Orten weitere Stolpersteine verlegt. Geehrt wurde neben wegen ihrer jüdischen Herkunft und ihrer politischen Einstellung verfolgten Menschen auch Adolf Wilhelmi, der den Nazis wegen sein Homosexualität ein Dorn im Auge war. Es handelt sich dabei um den ersten Stolperstein in der Stadt für ein schwules Opfer der Nazis.

Wilhelmi ist am 26. August 1942 im Konzentrationslager Dachau ermordet worden. Vor seinem Tod lebte er in Chemnitz und wurde unter dem Paragrafen 175 mehrmals verurteilt. Dieses homophobe Gesetz wurde in Deutschland erst 1994 gänzlich abgeschafft.

"Der Lebens- und Leidensweg von Adolf Wilhelmi zeigt uns deutlich, welches unfassbare Leid der Paragraf 175 unter dem nationalsozialistischen Unrechtsregime anrichtete", erklärte Tom Haus, ein Mitglied im Landesvorstand des Lesben- und Schwulenverbandes Sachsen. "Wenn Hass und Hetze eine Gesellschaft vergiften, Ausgrenzung und Entrechtung zulassen, dann bedroht das nicht nur Homosexuelle, sondern die gesamte Gesellschaft. Das galt damals und leider auch wieder heute." Die Geschichte der Unterdrückung und Verfolgung von Homosexuellen in der Bundesrepublik und der DDR müsse deshalb stärker in das öffentliche Bewusstsein gerückt werden, vor allem auch in Schulen. "Wir müssen mit aller Kraft verhindern, dass dieser Hass wieder in unserer Gesellschaft erstarkt. Unser Dank gilt den Grünen in Chemnitz, die den Stolperstein ermöglichten und die Patenschaft übernommen haben."

Das Projekt der Stolpersteine wurde 1992 vom Kölner Künstler Gunter Demnig ins Leben gerufen. Auf den Steinen ist eine 10 mal 10 Zentimeter große Messingtafel angebracht, auf der Name und wichtige Lebensdaten des jeweils Betroffenen vermerkt sind. Inzwischen wurden mehr als 75.000 Stolpersteine in Deutschland und 25 weiteren europäischen Ländern verlegt. (dk)



#1 Jürgen WenkeAnonym
  • 06.05.2021, 22:55h
  • Für alle, die sich ausführlicher über den Lebens- und Verfolgungsweg von Adolf Wilhelmi informieren möchten:
    Meine ausführlichen Recherchen finden sich auf
    www.stolpersteine-homosexuelle.de .
    Leider hat der LSVD meine Urheberschaft verschwiegen.
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#2 queergayProfil
  • 07.05.2021, 01:27hNürnberg
  • Antwort auf #1 von Jürgen Wenke
  • Die genannte Internetseite ist ausserordentlich informativ, interessant & ansprechend gestaltet. Mit sehr vielen Detailangaben und berührenden Fotos.
    Graue Textzeilen auf hellem Untergrund sind manchmal etwas schwieriger zu lesen. Bitte da einen dunkleren Farbton verwenden.
    Gibt es übrigens Dokumentarfilme zu queeren Stolpersteinen?
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#3 Jürgen WenkeAnonym
  • 07.05.2021, 09:22h
  • Antwort auf #2 von queergay
  • Hallo,
    danke für die Würdigung der Seite. Du findest z.B. einen Kurzfilm zur Verlegung bei Ernst Papies, Gelsenkirchen.
    Wortbeiträge/Radiointerviews gibt es bei Kurt Brüssow, Greifswald.
    Aufgrund der fast 50 Stolpersteine und Biographien, die ich inzwischen gemacht habe, habe ich nicht zu allen Personen die Dokumente in Erinnerung.
    Papies und Brüssow sind die längsten Recherchen.
    Alles zu finden auf meiner Seite:
    www.stolpersteine-homosexuelle.de

    Danke für die Hinweise zum Kontrast - die Seite wird ehrenamtlich gestaltet. In bestehende Layouts kann ich nicht eingreifen und der Layouter soll weiterhin freie Hand haben.
    Viele Grüße
    Jürgen
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