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Patrick O'Connell

Erfinder der Roten Schleife gestorben

Inzwischen ist die Aids-Schleife weltweit ein Zeichen für Solidarität mit HIV-Positiven. Der aus New York stammende Erfinder dieses Symbols starb im März diesen Jahres.


Die Aids-Schleife ist seit drei Jahrzehnten ein Symbol von HIV-Aktivist*innen (Bild: freepik.com)

Wie erst diese Woche bekannt wurde, ist der offen schwule Aids-Aktivist Patrick O'Connell bereits am 23. März in einer Klinik im New Yorker Stadtteil Manhattan gestorben. Er wurde 67 Jahre alt. Sein Bruder Barry bestätigte gegenüber der "New York Times", dass O'Connells Tod eine Langzeitfolge seiner Aids-Erkrankung sei. Der Aktivist lebte fast 40 Jahre lang mit HIV.

Twitter / HealthHIV

Der 1953 als Arbeiterkind in New York City geborene O'Connell wurde Mitte der Achtzigerjahre HIV-positiv getestet – zu einer Zeit, als dieses Ergebnis noch einem Todesurteil gleichkam. Er schloss sich daraufhin "Visual Aids" an, einem Künstlerkollektiv, das Galerien anmietete, um die Öffentlichkeit mit der lange ignorierten Krankheit zu konfrontieren. In diesem Rahmen erfand er 1991 die Rote Schleife, die sich weltweit zu einem Symbol der Solidarität mit HIV-Positiven und Aids-Kranken entwickelte. Vorbild war die zehn Jahre zuvor während der Geiselnahme der US-Botschaft in Teheran erfundene Gelbe Schleife, die heute in mehreren Ländern als als Zeichen der Unterstützung von Militärangehörigen genutzt wird.

Ziel der Roten Schleife war, dass in den USA endlich über HIV und Aids gesprochen wird und Stigmatisierung beendet wird. HIV-Positive sollten mit dem Zeichen der Solidarität außerdem ermutigt werden, dass sie sich nicht für ihre Infektion schämen und Krankenhäuser aufsuchen, um ihr Leben zu verlängern.

Hintergrund ist, dass die US-Behörden in den Achtzigerjahren fast nichts gegen HIV unternahmen – anders als in Deutschland, wo die Aufklärungskampagne "Gib Aids keine Chance" zu einer Senkung der Neuinfektionen führte und HIV-Positive im öffentlichen Gesundheitssystem behandelt wurden. In den USA regierten, als die Aids-Krise aufkam, homosexuellenfeindliche Regierungschefs: Ronald Reagan (1981-1989) stütze seine Präsidentschaft auf die religiöse Rechte, die Aids als Strafe Gottes für Homosexualität ansah. Sein Nachfolger George H.W. Bush (1989-1993) setzte die Politik des Wegsehens fort. (cw)