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Mordprozess in Gießen

"Gott hat mir gesagt, ich sollte einen bösen Menschen – einen Homosexuellen – töten"

In Gießen wird der Fall gegen einen psychisch kranken Mann verhandelt, der offenbar aus Homophobie seinen Nachbarn getötet hatte.


Der 49-jährige Angeklagte muss sich vor dem Landgericht Gießen verantworten (Bild: Stefan Flöper / wikipedia)

Ein 49-jähriger Angeklagter hat am Mittwoch im Prozess um den homophob motivierten Mord an einem 60-jährigen Mann vor dem Landgericht Gießen ein Geständnis abgelegt. Das meldet die "Gießener Allgemeine". Der gebürtige Kasache hatte seinen Nachbarn am 29. Oktober vor dem Wohnhaus der Männer in der Egerländer Straße im Norden Gießens mit einem Messer attackiert und an Herz und Luge verletzt. Das Opfer erlag wenig später im Krankenhaus seinen Verletzungen. Die Staatsanwaltschaft hatte dem psychisch kranken Angeklagten bereits am ersten Verhandlungstag im April heimtückischen Mord vorgeworfen.

Am zweiten Verhandlungstag erklärte der Beschuldigte vor Gericht, er habe Stimmen gehört, die ihn aufgefordert hätten, einem "bösen Menschen" das Leben zu nehmen. Wörtlich meinte der Angeklagte laut dem Zeitungsbericht auf eine Frage von Richterin Regine Enders-Kunze: "Gott hat mir gesagt, ich sollte einen bösen Menschen – einen Homosexuellen – töten."

Er habe daher am helllichten Tag seinen Nachbarn auf der Straße gefragt, ob dieser schwul sei. Als sein Zufallsopfer mit "Warum?" antwortete, habe er ein Küchenmesser mit einer acht Zentimeter langen Klinge hinter seinem Rücken hervorgeholt und zugestochen. Anschließend sei er in seine Wohnung zurückgekehrt, so der 49-Jährige. Als die Polizei eintraf, habe er direkt einem Beamten die Tat gestanden. Die Tatwaffe, die er zuvor in einer Mülltonne entsorgt hatte, konnte mit Hilfe des Angeklagten sichergestellt werden.

"Er hat mir ganz ruhig gesagt, dass er zugestochen hat"

In weiteren Zeugenaussagen bestätigte unter anderem ein Polizeibeamter, dass der Angeklagte die Tat sofort gestanden habe: "Er war absolut ruhig, hat nicht geschrien oder Ähnliches, er hat mir ganz ruhig gesagt, dass er zugestochen hat." Laut anderen Zeugenaussagen habe er später verwirrt gewirkt, Selbstgespräche geführt und Stimmungsschwankungen gehabt.

Der Verteidiger des Angeklagten erklärte, sein Mandant habe aufgrund seiner psychischen Krankheit eine andere Wahrnehmung als gesunde Menschen. Er habe die Tat verteidigt, bis er Medikamente einnahm. Inzwischen zeige er Reue. Der 49-Jährige befindet sich derzeit in einer Nervenklinik in Haina und wird medikamentös behandelt.

Bereits vor Beginn des Prozesses wurde ein psychiatrisches Gutachten angefertigt, das dem Angeklagten bescheinigt, zum Zeitpunkt der Tat schuldunfähig zu sein. Auch die Staatsanwaltschaft geht von seiner Schuldunfähigkeit aus. Nächste Woche soll der Prozess fortgesetzt werden. (cw)



#1 SigmundAnonym
  • 07.05.2021, 11:32h
  • Ja, ja ... Psychosen und Religionen ... unhörbare Einflüsterungen eines eingebildeten Freundes ... ein weites Feld, und doch so eng.
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#2 AtreusProfil
#3 TamakAnonym
#4 Roman BolligerAnonym
  • 07.05.2021, 13:33h
  • Auch wenn der Kasache als zum Tatzeitpunkt psychotisch und schuldunfähig beurteilt wird: Seine psychotische Wahrnehmung entfaltet sich auf einer klar homophoben Basis, deren Fundament die Religion ist.

    Religion tötet.
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#5 Girlygirl
  • 07.05.2021, 14:08h
  • Antwort auf #2 von Atreus
  • Das ist nicht vorteilhaft für ihn. Aus einer Geschlossenen kommst du so schnell nicht mehr raus. Bei einem "gewöhnlichen Mord" hat man sehr oft noch Chancen nach 20-30 Jahren wieder freizukommen (bei Hasskriminalität kriegt man meistens mehr).
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#6 daVinci6667
  • 07.05.2021, 18:42h
  • Lasst den nie mehr raus. Bitte. Sommte der mal rausgekommen vergisst der seine Medikamente und hört wieder Stimmen. Dann wird der nächste Mitbürger abgestochen.
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#7 AtheistProfil
  • 07.05.2021, 19:29hHildesheim
  • "Mein Gott hat es mir befohlen...
    So leicht kommt man aus der Klemme. Was muss das für ein Gott sein! Unglaubwürdig!
    Kein Glaube, keine Würde,
    eine geisteskranke Bürde.
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#8 dellbronx51069Anonym
  • 07.05.2021, 20:03h
  • Erst Dresden, jetzt Giessen . Was kommt als Nächstes? Und was läuft falsch in diesem Land? Diese Frage kann sich jede/r selbst beantworten!
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#9 PiakAnonym
  • 08.05.2021, 07:39h
  • Antwort auf #7 von Atheist
  • Das ist nichts mit leicht aus der Klemme. Es ist einfach nur furchtbar. Ich habe mal einen erlebt, der seinem geliebten Vater mit einem Barhocker den Kopf eingeschlagen hat, weil die Stimmen im Kopf ihm das befohlen haben ...
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#10 daVinci6667
  • 08.05.2021, 13:40h
  • Antwort auf #9 von Piak
  • Tja, bloss befehlen kann einem jemand nur etwas, wenn man ihm MACHT über einen gibt. Es geht auch nur, wenn man ein kleines Würmchen ist statt ein erwachsener Mann oder eine erwachsene Frau!

    Wenn es denn einen Gott oder eine Göttin tatsächlich gäbe, und nehmen wir an, dieses Wesen spräche zu Dir oder mir, wären wir stark genug ihm oder ihr wenn nötig deutlich die Meinung zu geigen und uns zu widersetzen.

    Das unterscheidet vernunftsbegabte erwachsene Menschen von glaubigen unmündigen blökenden Schafen.
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