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Gendergerechte Sprache

Frankreichs Bildungsminister verbietet Gender-Punkt an Schulen

Als Zeichen der Gendergerechtigkeit werden im Französischen Pünktchen gesetzt. Bildungsminister Jean-Michel Blanquer findet diese Schreibweise zu komplex – und verbietet sie im Unterricht und Ministerium.


Jean-Michel Blanquer wurde im Mai 2017 von Staatspräsident Emmanuel Macron zum Bildungsminister ernannt, einige Monate spät trat er Macrons Partei La République en Marche (LREM) bei. Der 56-Jährige wird der rechten Seite des politischen Spektrums zugeordnet (Bild: Jérémy Barande / wikipedia)
  • 8. Mai 2021, 04:25h 67 2 Min.

Frankreichs Bildungsminister Jean-Michel Blanquer hat die Nutzung der gendergerechten Schriftsprache an Schulen und in seinem Ministerium verboten. Zur Begründung hieß es in seinem am Donnerstag in Kraft getretenen Erlass, die inklusive Schrift stimme nicht mit den in den Lehrplänen vereinbarten Regeln überein. Gleichzeitig aber sollen demnach Berufe und andere Funktionen, wenn sie von Frauen ausgeübt werden, künftig in der weiblichen Form genannt werden.

Vor dem Bildungsausschuss der Nationalversammlung verteidigte Blanquer am Donnerstagabend die Maßnahme. Die Pünktchenwörter zur Umsetzung der geschlechtergerechten Sprache seien zu komplex und behinderten damit das Lesen sowie das Erlernen der französischen Sprache, sagte er.

Frankreich nutzt Punkt statt Sternchen

Zuvor hatte der Minister bereits darauf hingewiesen, wie schwierig die Vermittlung von Französisch sei, wenn in der Mitte von Wörtern Punkte gesetzt würden. Vor allem Kinder und Jugendliche mit einer Lese-Rechtschreib-Schwäche würden sich damit schwertun.

Ziel der gendergerechten Sprache ist es, alle Geschlechter in gesprochener und geschriebener Sprache gleichzustellen. Während im Deutschen dafür oftmals ein Sternchen genutzt wird, wie etwa in "Schüler*innen", werden in Frankreich mit Pünktchen versehene Begriffe wie "député.e.s" (Parlamentarier*innen) oder "électeur.rice.s" (Wähler*innen) verwendet.

Auch in Deutschland wird seit Jahren eine erhitzte Debatte über eine geschlechtergerechtere Sprache in Politik und Gesellschaft geführt. Ende letzten Jahres stellte der Informationsdirektor des Bayerischen Rundfunks klar, dass geschlechtergerechte Sprache in seinem Sender nur in wenigen Ausnahmen akzeptiert werde (queer.de berichtete). (cw/AFP)

-w-

#1 SöderAnonym
  • 08.05.2021, 07:29h
  • Ein Minister verzweifelt auf der Suche nach Argumenten gegen die geschlechtergerechte Sprache.

    Kinder mit LRS haben andere Probleme als Pünktchen in der Schrift. Danach richten sich mittlerweile auch alle Therapien gegen LRS aus.

    Würde der Minister sich wirklich um diese Kinder sorgen, wüsste er das. Klassischer Fall von Blindheit wegen Ideologie also.
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#2 Taemin
  • 08.05.2021, 09:54h
  • Ich spreche und lese passabel Französisch und weiß mit dem Gebilde "électeur.rice.s" nichts anzufangen. Als Fremdsprachler lese ich da nämlich "Wähler.Reis.s" oder auch "Kurfürst.Reis.s". Der Minister hat ganz einfach recht, wenn er sagt, dass Texte für Fremdsprachler kaum noch lesbar werden und dass das Französische für Fremdsprachler zum Erlernen noch schwieriger wird, wenn man so schreibt.
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#3 SöderAnonym
  • 08.05.2021, 10:58h
  • Antwort auf #2 von Taemin
  • Dann bist Du gegen die suboptimale Form der geschlechtergerechten Schriftnorm in Frankreich und nicht gegen den Versuch eine geschlechtergerechte Sprache auch in der Schrift umzusetzen?
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