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Gendergerechte Sprache

Frankreichs Bildungsminister verbietet Gender-Punkt an Schulen

Als Zeichen der Gendergerechtigkeit werden im Französischen Pünktchen gesetzt. Bildungsminister Jean-Michel Blanquer findet diese Schreibweise zu komplex – und verbietet sie im Unterricht und Ministerium.


Jean-Michel Blanquer wurde im Mai 2017 von Staatspräsident Emmanuel Macron zum Bildungsminister ernannt, einige Monate spät trat er Macrons Partei La République en Marche (LREM) bei. Der 56-Jährige wird der rechten Seite des politischen Spektrums zugeordnet (Bild: Jérémy Barande / wikipedia)

Frankreichs Bildungsminister Jean-Michel Blanquer hat die Nutzung der gendergerechten Schriftsprache an Schulen und in seinem Ministerium verboten. Zur Begründung hieß es in seinem am Donnerstag in Kraft getretenen Erlass, die inklusive Schrift stimme nicht mit den in den Lehrplänen vereinbarten Regeln überein. Gleichzeitig aber sollen demnach Berufe und andere Funktionen, wenn sie von Frauen ausgeübt werden, künftig in der weiblichen Form genannt werden.

Vor dem Bildungsausschuss der Nationalversammlung verteidigte Blanquer am Donnerstagabend die Maßnahme. Die Pünktchenwörter zur Umsetzung der geschlechtergerechten Sprache seien zu komplex und behinderten damit das Lesen sowie das Erlernen der französischen Sprache, sagte er.

Frankreich nutzt Punkt statt Sternchen

Zuvor hatte der Minister bereits darauf hingewiesen, wie schwierig die Vermittlung von Französisch sei, wenn in der Mitte von Wörtern Punkte gesetzt würden. Vor allem Kinder und Jugendliche mit einer Lese-Rechtschreib-Schwäche würden sich damit schwertun.

Ziel der gendergerechten Sprache ist es, alle Geschlechter in gesprochener und geschriebener Sprache gleichzustellen. Während im Deutschen dafür oftmals ein Sternchen genutzt wird, wie etwa in "Schüler*innen", werden in Frankreich mit Pünktchen versehene Begriffe wie "député.e.s" (Parlamentarier*innen) oder "électeur.rice.s" (Wähler*innen) verwendet. (cw/AFP)



#1 SöderAnonym
  • 08.05.2021, 07:29h
  • Ein Minister verzweifelt auf der Suche nach Argumenten gegen die geschlechtergerechte Sprache.

    Kinder mit LRS haben andere Probleme als Pünktchen in der Schrift. Danach richten sich mittlerweile auch alle Therapien gegen LRS aus.

    Würde der Minister sich wirklich um diese Kinder sorgen, wüsste er das. Klassischer Fall von Blindheit wegen Ideologie also.
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#2 Ralph
  • 08.05.2021, 09:54h
  • Ich spreche und lese passabel Französisch und weiß mit dem Gebilde "électeur.rice.s" nichts anzufangen. Als Fremdsprachler lese ich da nämlich "Wähler.Reis.s" oder auch "Kurfürst.Reis.s". Der Minister hat ganz einfach recht, wenn er sagt, dass Texte für Fremdsprachler kaum noch lesbar werden und dass das Französische für Fremdsprachler zum Erlernen noch schwieriger wird, wenn man so schreibt.
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#3 SöderAnonym
  • 08.05.2021, 10:58h
  • Antwort auf #2 von Ralph
  • Dann bist Du gegen die suboptimale Form der geschlechtergerechten Schriftnorm in Frankreich und nicht gegen den Versuch eine geschlechtergerechte Sprache auch in der Schrift umzusetzen?
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#4 Korinthen KKAnonym
  • 08.05.2021, 11:10h
  • Antwort auf #2 von Ralph
  • Angesichts der Tatsache, dass die französische Schriftsprache so dermaßen weit weg von der Aussprache ist (bzw. umgekehrt), ist es kein Wunder wenn selbst Muttersprachler Schwierigkeiten damit haben. Da ist der Genderpunkt wohl noch das kleinste Problem für Leute mit LRS.
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#5 AtreusProfil
  • 08.05.2021, 13:03hSÜW
  • Antwort auf #2 von Ralph
  • Ralph, ich fände es gut, wenn du dich ehrlich machst und aufhörst vorzugeben, hier die Schönheit und Lesbarkeit der frz. Sprache verteidigen zu wollen. Wer regelmäßig mitliest hat ohnehin noch deine "Kehlkopfverschlusslaute" und sinnbefreiten Wortkreationen im Gedächtnis, die sowieso, da geschlechtsneutral, keines Genderns bedurften. Dass du ein generelles Problem mit Sprache hast, zeigte ja auch deine Verteidigung der Verwendung des KZ-Spruches als altpreussisches Sprachgut.

    Und zuletzt stelle ich erneut fest, dass weder der Herr Minister, noch der Großteil der Kommentierenden begriffen hat, dass es nicht um Frauen sondern nichtbinäre Menschen geht, die man wiedermal komplett verschwiegen hat und die in der neuen Regelung ebenfalls unterdrückt werden. Wie dumm das ist, zeigt sich ja schon darin, dass der Herr Minister die weibliche Form empfiehlt: da es diese schon immer gab, hätte es den "Punkt" ja gar nicht gebraucht, um dieselben zu erwähnen.
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#6 56James35Anonym
  • 08.05.2021, 14:06h
  • Ein Mann allein, ein Minister schreibt 63 Millionen Franzosen vor, wie sie Französisch screiben sollen/müssen. Französisch ist meine Muttersprache und schon als Kind fand ich es ungerecht, dass das Maskulinum Vorrang hatte vor dem Femininum. In der Schule ist es also nun verboten, die "inklusive Sprache/Rechtschreibung" zu benutzen. Viele Zeitungen, Journalisten, Schriftsteller aber haben sich schon für die inklusive Rechtschreibung entschieden. Dieser sehr umstrittene Minister, dessen Ziel es ist, das französische Bildungssystem zu privatisieren, hat sich blamiert. Es ist leider so, dass die, die rechts wählen, ihn unterstützen. Aber eine Sprache ist nicht konservativ, eine Sprache ist ein Lebewesen, dass sich im Laufe der Jahrzehnte, ja Jahrhunderte entwickelt. Dagegen ist nichts zu tun und "es ist gut so".
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#7 SpockAnonym
  • 08.05.2021, 14:22h
  • Das Ironische ist, dass ihn all jene abfeiern werden, die sich von einer linken "Sprachpolizei" verfolgt fühlen und immer betonen, dass Sprache nicht "verordnet" werden dürfe (will ja niemanden hier im Forum angucken).
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#8 Ralph
  • 08.05.2021, 14:53h
  • Antwort auf #5 von Atreus
  • 1. Noch darf man in Deutschland und in Frankreich eine andere Meinung haben als Du und sie sogar mit Ironie vertreten, auch wenn Du das offenkundig nicht ertragen kannst.

    2. Dass Du Menschen, die anders denken als Du, niederzumachen versuchst, indem Du sie in die Nähe der Nazis rückst, spricht nicht für Dich, sondern gegen Dich.

    Und nur zum x-ten Mal, weil ich diese Lüge nicht stehen lasse, wo immer sie auch in die Welt gesetzt wird: Die Devise des Ordens vom Schwarzen Adler stammt von 1701, d.h. aus einem Jahr, in dem an Nazis und KZs noch nicht zu denken war. Die Nazis haben vieles missbraucht und pervertiert, übrigens auch Joseph Haydns Kaiserhymne. Das macht weder Haydn rückwirkend zum Nazi noch diejenigen Menschen, die die Hymne heute spielen. Und wenn heute die Rechtsextremisten mit dem Ruf "Wir sind das Volk!" durch die Gegend ziehen, dann macht das weder diesen Ausruf zur originären Nazi-Parole noch die Menschen, die in der ausgehenden DDR diesen Satz auf ihren Demos verwendeten, zu Nazis. Man muss in Betrachtung und Bewertung von Politik und Geschichte differenzieren können. Du kannst das nicht.
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#9 daVinci6667
  • 08.05.2021, 15:18h
  • Antwort auf #2 von Ralph
  • Geht mir auch so. Weshalb wird denn statt diesem électeur.rice.s nicht z.B, élect/eur/rice?
    Ok zugegeben auch nicht das gelbe vom Ei. Aber einen Punkt inmitten eines Wortes zu setzen ist wohl das Allerschlimmste was man verbrechen kann.
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#10 SöderAnonym
  • 08.05.2021, 15:19h
  • Antwort auf #8 von Ralph
  • Weil Dein Kommentar thematisch vom Artikel abzweicht, wiederhole ich meine Frage: Bist Du gegen eine geschlechtergerechte Sprache in Wort und Schrift?

    Es wäre freundlich, wenn ich diesmal darauf eine Antwort bekommen könnte. Danke ;-)

    Von Deiner Antwort ausgehend, könnten wir anschließend prinzipiell über geschlechtergerechte Sprache diskutieren oder eventuell sogar zusammen eine Lösung finden, wie diese Sprache aussehen oder sich anhören kann.
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