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Vlog

Als die "Tagesschau" erstmals über eine schwul-lesbische Aktion berichtete

Im neuen Vlog von Phil Hollister spricht Bernd Gaiser über die Anfänge der bundesdeutschen Homosexuellenbewegung in den Siebzigerjahren in Berlin.


Bernd Gaiser ist Mitbegründer des Berliner CSD

In einem Interview mit dem Berliner CSD-Mitbegründer Bernd Gaiser kamen wir auch auf die Situation für homosexuelle Menschen Anfang der Siebzigerjahre zu sprechen. Es war eine Zeit, wo sich schwule Männer in Clubs versteckten oder die Fenster verhängten. Heute (hoffentlich) kaum noch vorstellbar. Homosexuelles Leben fand lange im Verborgenen statt.

Gleichzeitig formierte sich aber auch die bundesdeutsche Homosexuellenbewegung. Die HAW (Homosexuelle Aktion Westberlin) war die erste Schwulengruppe in der Mauerstadt. Zu ihren Zielen gehörte die komplette Streichung des Paragrafen 175. Bernd Gaiser war 1971 an der Gründung der HAW beteiligt.

Die linke Organisation veranstaltete viele Aktionen. Die HAW-Pfingstdemo am 9. Juni 1973 schaffe es etwa als erster schwul-lesbischer Protest in die "Tagesschau". Mutig auch das von Gaiser erwähnte Kiss-In 1974 auf der Wilmersdorfer Straße in Charlottenburg: Alle 50 Meter postierte sich ein gleichgeschlechtliches Paar und knutschte – sehr zum Ärger der Passant*innen.

Leider konnte ich keine Bilder zum Kiss-In finden. Vielleicht gibt es ja noch Zeitzeug*innen, die über Fotos verfügen?

Ich selbst habe für meine Gay-History-Serie noch einige interessante Bilder und Videos, die ich zur passenden Gelegenheit hier zeigen werde.



#1 queergayProfil
  • 09.05.2021, 23:37hNürnberg
  • Und in den 2070-er Jahren wird rückblickend über die queeren Aktionen aus den 2020-er Jahren berichtet werden. Dann wird es aber wesentlich mehr Foto- und Videomaterial geben, das zur Verfügung steht und verwendet werden kann. Die heute flotten Gays in den Zwanzigern sind dann flotte Alt-Gays in den siebziger Jahren. Da kommt schon richtig (Vor)Freude auf.
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#2 LotiAnonym
  • 10.05.2021, 09:14h
  • Antwort auf #1 von queergay
  • Wenn es dann überhaupt noch ein Gesellschaftliches Problem ist schwul/lesbisch oder auch Trans zu sein. Ich werde all dies nicht mehr erleben. Aber ein interessanter Ansatz den Du da anführst.
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#3 Ralph
  • 10.05.2021, 10:06h
  • Antwort auf #2 von Loti
  • Ich glaube nicht, dass dieses Thema verschwinden wird - so wenig wie Rassismus, Antiziganismus, Antisemitismus. Um 1900 wurde vielfach geglaubt, die Juden seien gerade dabei, sozusagen in der Mehrheitsgesellschaft aufzugehen, und Assimilation werde den Hass auf Juden zum Verschwinden bringen. Schon wenig später konnte man erkennen, welch entsetzlicher Irrglaube das war.
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#4 StaffelbergblickAnonym
  • 10.05.2021, 11:32h
  • Antwort auf #1 von queergay
  • Keine Sorge ... das Film und Fotomaterial von damals gibt es ... nur es war alles analog. Bedeutet es "verschmort" in irgendwelchen Kellern, Dachkammern oder Schränken. Es müsste nur digitalisiert werden. Und das kostet Zeit und Geld. Und die großen Fotoagenturen haben sicherlich massenweise fotografische Dokumente, ebenso wie die Sendeanstalten. Die Frage ist nur, wer für die Verwertung, Aufarbeitung usw zuständig ist.
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#5 LotiAnonym
  • 10.05.2021, 11:34h
  • Antwort auf #3 von Ralph
  • Ja damit könntest Du leider recht haben.
    Aber ich bin weiter optimistisch und wünsche den zukünftigen Generationen ein zumindest noch aufgeklärteres gesellschaftliches Leben. Meine schlimmsten Befürchtungen liegen eher immernoch bei den Religionen selbst. Denn deren fanatistische gebaren machen allzu deutlich wer der eigentliche Brandbeschleuniger immer wieder ist. Und eine friedliche Welt wird es leider auch niemals geben.
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#6 PatrickDörrAnonym
  • 10.05.2021, 12:53h
  • Ein schöner Beitrag! Gibt es irgendwo eine Aufzeichnung der ARD-Berichterstattung in der Tagesschau von damals?
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