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"Papierklavier"

Wegen trans Nebenfigur: Bischofskonferenz vergibt Preis an Kinderbuch nicht

Das von einer Jury ausgewählte Buch entspreche nicht den Statuten, meint die DBK.


"Papierklavier" ist bei Beltz & Gelberg erschienen

Weil das von einer Jury ausgewählte Buch nicht den Statuten entspreche, vergibt die Deutsche Bischofskonferenz (DBK) dieses Jahr den Katholischen Kinder- und Jugendbuchpreis nicht. Der DBK-Sprecher bestätigte am Sonntag auf Anfrage einen entsprechenden Bericht des "Kölner Stadt-Anzeigers".

Im nominierten Roman "Papierklavier" von Elisabeth Steinkellner mit Illustrationen von Anna Gusella geht es um das Leben der 16-jährigen Maia. In ihrem Freundeskreis gibt es auch eine trans Person. Diese lässt die Autorin laut der Zeitung etwa zu Wort kommen mit einem Plädoyer gegen eine Kategorisierung der Menschen in "nur zwei Kategorien: Daumen rauf oder Daumen runter, hot or not, Mann oder Frau, richtig oder falsch, schwarz oder weiß".

Mit dem Preis zeichnet die DBK deutschsprachige Bücher aus, "die beispielhaft und altersgemäß religiöse Erfahrungen vermitteln, Glaubenswissen erschließen und christliche Lebenshaltungen verdeutlichen".

Zur diesjährigen Ablehnung teilte der Sprecher mit: "Das ist ein normaler Vorgang. Vor einigen Jahren hat es schon einmal kein Preisbuch gegeben. Der Ständige Rat war der Auffassung, dass das vorgeschlagene Preisbuch nicht den Kriterien der Statuten des Katholischen Kinder- und Jugendbuchpreises entspricht."

Wie der "Kölner Stadt-Anzeiger" weiter berichtet, war die zehnköpfige Jury nicht bereit, den Bischöfen einen Ersatz-Titel zu präsentieren. "Papierklavier" findet sich nun nicht einmal mehr auf der von der DBK veröffentlichten Empfehlungsliste, einer kommentierten Auswahl aus 175 eingesandten Titeln von 61 Verlagen.

In der zehnköpfigen Jury sitzen unter anderem die Religionspädagogik-Professoren Norbert Brieden (Wuppertal) und Markus Tomberg (Fulda/Marburg), die Buchhändlerin Susanne Kriesmer als Vertreterin des Katholischen Medienverbands (KM.) und die Leiterin der "Studien- und Beratungsstelle für Kinder- und Jugendliteratur" (STUBE) in Wien.

"Papierklavier" richtet sich an Leser*innen ab 15 Jahre und wurde bereits mehrfach ausgezeichnet, etwa als Jugendbuch des Monats Dezember 2020 (Deutsche Akademie für Kinder- und Jugendliteratur) oder als "Monats-LUCHS" (ZEIT / Radio Bremen) im November 2020. Das Werk ist auch für den Deutschen Jugendliteraturpreis 2021 nominiert. (dpa/ots/nb)



#1 SebiAnonym
  • 09.05.2021, 22:05h
  • Und wieder mal meint die katholische Kirche durch Zensur ihren Willen erzwingen zu können.

    Sollten die nicht lieber endlich mal entschieden gegen Kindesmissbrauch in den eigenen Reihen vorgehen?!

    Diese Organisation zeigt immer deutlicher ihre scheinheilige, menschenverachtende Fratze.

    Da hilft nur Kirchenaustritt.
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#2 qwertzuiopüAnonym
  • 10.05.2021, 00:12h
  • "... Diese lässt die Autorin laut der Zeitung etwa zu Wort kommen mit einem Plädoyer gegen eine Kategorisierung der Menschen in "nur zwei Kategorien: Daumen rauf oder Daumen runter, hot or not, Mann oder Frau, richtig oder falsch, schwarz oder weiß"."

    Von der Bischofskonferenz gabs wohl den Daumen runter für das Transmädchen. Hätten sie mal vorher das Buch gelesen.
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#3 DramaQueen24Profil
  • 10.05.2021, 00:35hBerlin
  • "... christliche Lebenshaltungen erschließen..."

    Diese Aussage sagt wohl genug, denn demnach gehört zur "christlichen Lebenshaltung":

    1. Hass zu predigen
    2. auf wissenschaftliche Erkenntnisse zu scheißen
    3. Toleranz nicht zu akzeptieren, wenn es dem eigenen Weltbild widerspricht
    4. Es um Dogma, und nicht um ein Jugendbuch geht.

    Shame on you!
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#4 GewitterziegeEhemaliges Profil
  • 10.05.2021, 08:18h
  • Das Buch habe ich nicht gelesen, werde das aber tun und habe mir bisher nur den Kontext angesehen. Das Vorkommen der Transperson halte ich nur für einen willkommenen Vorwand für die Konferenz, das Buch abzulehnen, denn es geht um sehr viel mehr. Es geht um eine pubertierende, menstruierende, übergewichtige Person, die quasi auf der Suche nach dem Sinn des Lebens und dem eigenen Weg zum Glücklichsein ist und dabei Normen infrage stellt. Die Ablehnung des Preises ist für mein Empfinden ein Affront gegen alle Frauen, frei denkende Personen und alle Jugendlichen, denn es kann ja nicht sein, was nicht sein darf...
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#5 Ralph
  • 10.05.2021, 10:11h
  • Über die Modalitäten der Preisvergabe entscheidet letztlich, wer den Preis gestiftet hat. Freilich ist es seltsam, erst eine Jury zu beauftragen, dann aber deren Entscheidung nicht zu folgen. Für mich ist aber wesentlich, dass sich ausgerechnet die größte organisierte Kinderschänderbande im Lande erdreistet, einen Kinderbuchpreis auszuloben.
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#6 userer
  • 10.05.2021, 10:14h
  • Eine sehr anschauliche Selbtdarstellung von alltäglichem christlichen Hass.

    Aber: Kein erwachsener Mensch ist gezwungen, Mitlgied in diesem menschenrechtsbrechenden Klub zu sein.
    www.kirchenaustritt.de
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#7 MiriAnonym
  • 10.05.2021, 19:05h
  • Naja, das Buch bietet aus erzkatholischer Sicht schon genug Sprengstoff, da ist der trans- Char eher nur das Sahnehäubchen.
    Z.B. ist Maia's Mutter nicht (!) verheiratet, hat aber incl. Maia 3 Kinder -jew. von verschiedenen Männern (!!), Maia ist alles andere als das liebe Mädchen von nebenan, sondern stark und emanzipiert. Dazu dann noch ein paar Seitenhiebe auf die Kirche und schon sieht jeder Bischof das Buch als Blasphemie.
    Ich vermute mal, dass die Jury mit der Ablehnung gerechnet hat und hier ein weiteres Zeichen für Veränderung in der KK setzen wollte. Was ihr gelungen ist, bessere Publicity kann man so nicht kriegen.
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#8 YOU MADE MY DAYAnonym
  • 11.05.2021, 01:05h
  • Die DBK veröffentlicht eine Empfehlungsliste mit175 (!!!) Titeln.
    Ich werde an unseremFeiertag nächsten Montag an die DBK mailen.
    ROFL
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