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Philipp Tanzer

Deutscher Ex-Pornostar verpasst Einzug ins schottische Parlament

Der German Mr. Leather 2004 war der feuchte Traum vieler schwuler Männer. Heute setzt er sich dafür ein, LGBTI-Rechte zurückzudrängen.


Philipp Tanzer präsentiert auf Instagram noch immer gerne seinen Körper (Bild: Instagram / Philipp Tanzer)

Der frühere "Raging Stallion"-Pornostar Philipp Tanzer hat den Einzug ins Parlament von Holyrood deutlich verpasst. Der 43-jährige gebürtige Pforzheimer war als Kandidat für die rechtspopulistische Schottische Familienpartei in "Highlands and Islands" angetreten, dem nördlichsten von acht Wahlbezirken in Schottland. Die Partei konnte aber nur 1.976 der Zweistimmen erringen, was 0,8 Prozent entspricht.


Philipp Tanzer in einem PR-Bild für ein großes amerikanisches Pornounternehmen (Bild: Raging Stallion)

Tanzer war 2004 zum German Mr. Leather gewählt worden (queer.de berichtete). Danach startete er eine erfolgreiche Pornokarriere unter dem Pseudonym Logan McCree. Schließlich zog er aus dem Pornogeschäft aus und zog als Dorf-Feuerwehrmann nach Schottland (queer.de berichtete). Politisch rückte er schließlich weit nach Rechts und engagierte sich unter anderem als "Männerrechtsaktivist" (queer.de berichtete).

Tanzers Partei hat Angst vor "Homo-Propaganda"

Tanzers neue politische Heimat ist eine Abspaltung der LGBTI- und europafeindlichen UKIP-Partei. Die Schottische Familienpartei sieht Homo- und Transsexualität als gefährliche "Ideologie" an. Das Verbot der "Homo-Heilung" lehne man etwa ab, weil ein derartiges Gesetz Heterosexuelle diskriminiere. Auf ihrer Facebook-Seite äußerte die Partei sogar die Befürchtung, dass es weniger heterosexuelle Menschen geben werde, wenn die "Heilung" von sexuellen und geschlechtlichen Minderheiten untersagt werden würde: "Es ist legal, für die lesbische, schwule und trans Identität zu werben und diese zu feiern. Aber es ist gleichzeitig illegal, für die heterosexuelle Identität zu werben. Das wird dazu führen, dass immer mehr unentschlossene junge Menschen in Richtung der lesbischen, schwulen und trans Identität gedrückt werden", beklagt die Partei.


Tanzer kultiviert in Online-Medien die Mär, dass queere Menschen die Religionsfreiheit bedrohen: "Interessante Nebenbemerkung: Wenn LGBT-Leute Christen beleidigen, ist das ein Ausdruck der Toleranz. Wenn Christen den LGBT-Lebensstil kritisieren, ist das Hass-Rede"

Gewinner der Wahl war die sozialdemokratische Schottische Nationalpartei (SNP), die mit 48 Prozent Erststimmen und 40 Prozent Zweistimmen ihren Erfolg von vor fünf Jahren wiederholte, die absolute Mehrheit der Sitze im Einkammerparlament von Edinburgh-Holyrood mit 64 von 129 Sitzen aber knapp verfehlte. Die Partei der langjährigen Regierungschefin Nicola Sturgeon gilt – im Gegensatz zur konservativen Zentralregierung in London – als äußerst LGBTI-freundlich. Ihr Hauptziel ist die Abspaltung Schottlands vom Vereinigten Königreich und der Wiedereintritt in die Europäische Union. Da die ebenfalls separatistischen Grünen acht Sitze erobert haben, gibt es im Landesparlament nun eine deutliche Mehrheit für die Unabhängigkeit Schottlands. (dk)

Twitter / tiecampaign | Regierungschefin Nicola Sturgeon (vorne mit dem "Choose Love"-T-Shirt) war das erste Oberhaupt einer britischen Landes- oder Bundesregierung, das sich an einem CSD beteiligt hat
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#1 Sven100Anonym
  • 10.05.2021, 14:50h
  • "Kandidat für die rechtspopulistische Schottische Familienpartei "

    Wenn man früher Pornodarsteller war, sollte man sich nicht von einer rechtspopulistischen Familienpartei aufstellen lassen.
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#2 Korinthen KKAnonym
  • 10.05.2021, 20:02h
  • "Auf ihrer Facebook-Seite äußerte die Partei sogar die Befürchtung, dass es weniger heterosexuelle Menschen geben werde"

    Was für Idioten. Bei 8 Milliarden Menschen und einem immer schnellerem Bevölkerungswachstum sieht es ja wohl kaum danach aus.
    Kann man davon ausgehen, dass die Mitglieder der Partei selbstverständlich 10-20 Kinder haben und nie verhütet haben, es nicht tun und es nie tun werden? Man will doch nicht, dass die Menschheit ausstirbt...
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#3 SchleicheRAnonym
  • 10.05.2021, 20:20h
  • Der Typ hat doch eh irgendwo einen wech´ bekommen. Aber wen interessierts.... - nichma 2000 Stimmen.... Wenn ich als Kanzler kandidiere, bekomm ich sicher mehr - lol. au backe...

    Was ich viel cooler finde ist, dass Little Britain mit einem Referendum zur Aspaltung von England erneut in Reichweite kommt. Bin gespannt, wie das ausgeht.
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#4 TrekieAnonym
#5 Alexander_FAnonym
  • 11.05.2021, 13:02h
  • Antwort auf #4 von Trekie
  • Allerdings. Zumal der Typ im Gegensatz zu den meisten Rechtsextremisten, die zwischen 18 und 25 aktiv sind und dann irgendwann diesen Stuss verwerfen, weil sie doch merken, dass das nicht so coll ist, nicht einmal die Entschuldigung hat, aus jugendlichem Schwachsinn zu handeln. Und für Altersschwachsinn ist er auch zu jung.
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#6 BaerchenProfil
  • 11.05.2021, 14:09hzuhause
  • Eigentlich ist es unsinnig einem Menschen mit dieser Gesinnung auch noch eine Plattform zu geben. Er hat sich ja schon mit seinen Bemerkungen ins Aus geschossen. Allein die Aussage man hätte ihn dazu gezwungen zu sagen er würde auf Kerls stehen und Pornos zu drehen (-ich hatte es gelesen, ob es stimmt weiß ich nicht-) falls es wahr ist... hat dieser Typ denn kein Selbstbewusstsein??? Wenn man droht in Vergessenheit zu geraten muß man sich eben auf andere wieder ins Gedächtnis der Leute bringen, dies ist aber nicht der richtige Schritt. Hätte er es mal so gemacht wie ein anderer ehemaliger Star in diesem Geschäft -Aiden Shaw- der ist inzwischen Model und sieht mit weißer Wallemähne und weißem Bart einfach nur heiß aus...
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#7 SchwabenstreichAnonym
  • 12.05.2021, 08:54h
  • Wenn Philipp behauptet, man habe ihn zu Aktivitäten gedrängt, die gar nicht seinen Wünschen entsprachen, dann stelle ich mir gerade bildlich vor, wie das abgelaufen sein könnte. Der BLF hätte ihm dann den Kandidatenvertrag zum German Mr. Leather Wettbewerb unter die Nase gerieben und ihn zur Unterschrift gezwungen. Gleiches gilt für Raging Stallion, die ja sicherlich unter permanentem Darstellermangel litten und ihn zur Zusammenarbeit anflehten. Stellt sich die Frage, ob er dann in 15 Jahren behaupten wird, man habe ihn damals bzw. heute auch genauso zum Engagement für die Schottische Familienpartei gedrängt, was gar nicht seinem Willen entsprach.
    Man kann ja durchaus zum einen für eine fluide sexuelle Orientierung mit Wandlung von kink-schwul über biromantisch-asexuell bis hin zu heterosexuell Verständnis aufbringen und zum anderen für eine durch eine Familientragödie ausgelöste Persönlichkeitsspaltung mit anschließender Flucht an den Rand Europas, geografisch so weit entfernt von der nächsten Clubszene wie es auf der britischen Insel nur möglich ist.
    Aber dass man seinen früheren Weggefährten dermaßen vor den Karren scheißt, dafür gibt es nur eine etwas aus der Mode gekommene Bezeichnung: Hochverrat!!
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