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Hass

Ehrenmord im Iran: 20-jähriger Schwuler brutal ermordet

Ein junger Mann ist wegen Homosexualität aus dem Militärdienst ausgeschlossen worden. Daraufhin wurde er von seinen eigenen Verwandten getötet.


Alireza Fazeli-Monfared wurde nur 20 Jahre alt (Bild: Twitter / Gissou Nia)

  • 10. Mai 2021, 14:30h 19 2 Min.

Der 20-jährige Iraner Alireza Fazeli-Monfared soll vergangenen Dienstag von seinem Halbbruder und seinen Vettern wegen seiner Homosexualität getötet und laut einigen Medienberichten enthauptet worden sein. Die Verwandten sollen zuvor herausgefunden haben, dass Fazeli-Monfared wegen eines "sexuellen Lasterlebens" nicht zum Militärdienst zugelassen worden sei.


Selfie von Alireza Fazeli-Monfared

Wie sein bester Freund gegenüber der vom iranisch-kanadischen Menschenrechtsaktivisten Maziar Bahari gegründeten Seite "IranWire" erklärte, habe Fazeli-Monfared am 4. Mai gegen 19 Uhr ein letztes Mal mit seiner Mutter telefoniert. Anschließend sei sein Halbbruder in seiner Wohnung erschienen und habe gesagt, dass der Vater des 20-Jährigen mit ihm sprechen wolle. Der Halbbruder habe ihn dann mit dem Auto ins nahe Ahwas gelegene Dorf Borumi gefahren. Dort soll sich die Tat ereignet haben.

Opfer wollte seinem Freund folgen und ins Ausland fliehen

Fazeli-Monfared hatte angeblich geplant, aus dem Iran in die Türkei zu fliehen. Dort habe sich bereits seit Lebenspartner aufgehalten. Laut BBC wollten die beiden dann in ein liberales europäisches Land weiterreisen. Der Partner erklärte laut der LGBTI-Organisation 6rang (sechs Farben), dass die Täter die Mutter ihres Opfers angerufen hätten und ihr sagten, wo sie die Leiche ihres Sohnes finden könne. Die Frau sei dann mit einem Schock ins Krankenhaus eingeliefert worden. Später sagte er, die Mörder seien festgenommen worden.

6Rang hatte bereits mehrfach gewarnt, dass die Militär-Freistellungen praktisch einem Outing gleichkämen – und die jungen Männer damit in Lebensgefahr bringen würden. Laut einem Bericht der Organisation aus dem Jahr 2020 würden sechs von zehn queeren Menschen Opfer von Gewalt durch Verwandte. Nach dem iranischen Recht haben Eltern weitgehende Rechte, ihre Kinder zu züchtigen.

Im Iran drohen Homosexuellen nach islamischem Scharia-Recht Gefängnisstrafen, Auspeitschungen oder sogar Todesurteile. (cw)

-w-

#1 SebiAnonym
  • 10.05.2021, 16:53h
  • Können wir bitte aufhören, die Sprache der Täter zu übernehmen und feigen Mord als "Ehrenmord" zu bezeichnen?!

    Mord ist niemals ein Akt der Ehre oder sonstwas, was irgendwie mit dem Wort "Ehre" in Verbindung gebracht werden kann.

    Das ist und bleibt Mord. Punkt.
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#2 Sabelmann
  • 10.05.2021, 17:20h
  • Ehrenmord? Wo war da Ehre? Kaltblütiger Mord sonst nix!
    Wer so eine Verwandtschaft hat braucht keine anderen FEINDE mehr! Die haben die Bezeichnung Familie nicht verdient!
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#3 Homonklin_NZAnonym
  • 10.05.2021, 17:22h
  • Grausige Geschichte. Wenn man sich vorstellt, man hätte in so einem oitalitär religionsfaschistischen Land leben müssen, zu dem Iran gemacht wurde. Weglaufen, bevor er jemand erfahren lann, ist noch die beste Chance.
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