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Vor Bundestagsabstimmung am 19. Mai

FDP und Grüne kämpfen gemeinsam für Selbst­bestimmungs­gesetz

Noch immer gilt in Deutschland das in großen Teilen verfassungswidrige Transsexuellengesetz aus dem Jahr 1981. Sven Lehmann und Jens Brandenburg appellieren nur an alle demokratischen Fraktionen, diesen peinlichen Zustand noch vor der Bundestagswahl zu beenden.


Eigentlich sind ja Liberale und Grüne erbitterte politische Gegner, im Trans­sexuellenrecht ziehen sie aber an einem Strang (Bild: Deutscher Bundestag / Achim Melde)

  • 11. Mai 2021, 12:51h 11 2 Min.

Die queerpolitischen Sprecher der Bundestagsfraktionen von FDP und Grünen haben gemeinsam an die demokratischen Fraktionen appelliert, endlich das 40 Jahre alte Transsexuellengesetz zu reformieren. "Der Staat hat die Aufgabe, die selbstbestimmte Entfaltung des Individuums zu unterstützen statt es daran zu hindern", so Jens Brandenburg (FDP) und Sven Lehmann (Grüne).

/ svenlehmann
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Die Abgeordneten verweisen darauf, dass am 19. Mai erneut Anträge für ein Selbstbestimmungsgesetz von FDP (PDF) und Grünen (PDF) zur Abstimmung stehen. Der Liberale und der Grüne verweisen darauf, dass eine Mehrheit der Sachverständigen letztes Jahr bei einer Anhörung im Innenausschuss beide Anträge als erhebliche Verbesserung des Status quo angesehen hatte (queer.de berichtete).

"Die Betroffenen leiden oftmals sehr unter der Pathologisierung ihrer geschlechtlichen Identität durch den Staat"

Brandenburg und Lehmann sehen eine schnelle Reform als notwendig an, da einzelne Vorschriften im Gesetz bereits sechs Mal vom Bundesverfassungsgericht für verfassungswidrig erklärt wurden. So schafften die Höchstrichter*innen etwa bereits 2011 der Sterilisationszwang für trans Menschen ab (queer.de berichtete). Weiter notwendig sind bis heute allerdings zwei teure und zeitaufwändige Zwangsgutachten, ohne die trans Menschen nicht staatlich anerkannt werden. Auch ein amtsgerichtliches Verfahren ist Pflicht. "Das ist unnötig, wie der Blick in zahlreiche Länder weltweit zeigt, die längst auf diese Schikane verzichten", heißt es im Brief der beiden Bundestagsabgeordneten. "Die Betroffenen hingegen leiden oftmals sehr unter der Pathologisierung ihrer geschlechtlichen Identität durch den Staat in einer ohnehin schwierigen Lebensphase."

Daher appellieren Brandenburg und Lehmann an die Parlamentskolleg*innen von Union, SPD, FDP, Linke und Grüne: "Jetzt bitten wir auch Sie persönlich am 19. Mai um Unterstützung. Lassen Sie uns gemeinsam das veraltete Transsexuellengesetz überwinden und die geschlechtliche Selbstbestimmung der Betroffenen stärken."

Eigentlich hatte die Bundesregierung für diese Legislaturperiode eine Reform des Transsexuellenrechts angekündigt. Ein sehr zurückhaltender Gesetzentwurf wurde jedoch 2019 auf Eis gelegt (queer.de berichtete). Die SPD-Fraktion teilte vor wenigen Wochen mit, dass es in dieser Legislaturperiode keine Reform geben werde (queer.de berichtete). (dk)

-w-

#1 Anonyma
  • 11.05.2021, 19:10h
  • Ein dickes Dankeschön <3 an Sven Lehmann und Jens Brandenburg für ihren unermüdlichen Einsatz dafür, dieses menschenverachtende "Transsexuellengesetz" endlich durch ein Selbstbestimmungsgesetz zu ersetzen. Ohne die beiden hätte ich die Hoffnung, dass Deutschland in dieser Angelegenheit vielleicht doch noch irgendwann Anschluss an die Gegenwart finden könnte, schon längst endgültig aufgegeben.
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#2 SebiAnonym
  • 11.05.2021, 19:47h
  • "Die SPD-Fraktion teilte vor wenigen Wochen mit, dass es in dieser Legislaturperiode keine Reform geben werde"

    Das nächste Versprechen, das die SPD bricht.

    "100% Gleichstellung nur mit uns" - wer auf solche SPD-Sprüche noch reinfällt, ist selbst schuld.
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#3 GodzillaAnonym
  • 11.05.2021, 20:20h
  • Ich hoffe so sehr darauf.

    Ich habe eben auch Mal auf Twitter bezüglich des Themas geschaut und hätte es besser gelassen, so viel transphober Mist. Erst nur mit dem Kopf geschüttelt aber dann wütend und traurig geworden, so viel Dummheit und Ignoranz.
    Warum wollen nicht wenige anderen Menschen ihr Leben vorschreiben, es ihnen schwer machen? Was haben sie davon, was erhoffen sie sich?
    Ich bin es so leid und so müde.
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