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Verfolgung

Zwei trans Frauen in Kamerun zu fünf Jahren Haft verurteilt

Die kamerunische Justiz geht gnadenlos gegen trans Menschen vor. Sie werden nach Gesetzen gegen Homosexualität abgeurteilt.


Die Human Rights Watch verbreitet dieses private Foto der beiden Verhafteten aus dem Gefängnis – Shakiro und Patricia müssen dort Männerkleidung tragen (Bild: Facebook / Shakiro)

Ein Amtsgericht in Kamerun hat zwei trans Frauen zu fünf Jahren Haft und einer Geldstrafe von je 200.000 Franc (305 Euro) verurteilt. Dies gab das Gericht am späten Dienstagabend (Ortszeit) bekannt. Die beiden Frauen, die unter den Namen Shakiro und Patricia bekannt sind, waren Anfang Februar unter anderem wegen "versuchter Homosexualität" und "öffentlicher Unsittlichkeit" in einem Restaurant in der Millionenstadt Douala verhaftet worden.

Eine ihrer Anwält*innen, die Menschenrechtsaktivistin Alice Nkom, erklärte laut Reuters: "Das ist eine politische Entscheidung. Es ist die Zentralregierung in Yaounde, die erklärt, diese Personen dürften Homosexualität nicht nach Kamerun bringen." Anwalt Richard Tamfu ergänzte gegenüber der Deutschen Presse-Agentur, er werde Berufung gegen das Urteil einlegen, das der Höchststrafe entspricht.

Shakiro ist in Kamerun eine bekannt Internet-Persönlichkeit, die in Videos über ihre Geschlechtsidentität spricht.

Shakiro237 FANS CLUB SHAKIRO237?? FANS CLUB SHAKIRO237?? Pas les lolettes mamaaaaaaaaaaaaaa !!!!!!!!!! Voici...

Posted by Shakiro on Thursday, February 4, 2021
Facebook / Shakiro
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Die Verhaftung hatte bereits in den letzten Wochen zu internationalen Protesten geführt. LGBTI-Organisationen werfen den Behörden laut "Human Rights Watch" Menschenrechtsverletzungen vor. So wird ein Mitglied einer kamerunischen LGBTI-Organisation mit den Worten zitiert: "Ich habe Shakiro und Patricia mehrmals im Gefängnis besucht. Sie sagten mir, sie seien auf der Polizeidienststelle geschlagen und mit dem Tod bedroht worden. Polizisten hätten rund 30 Minuten lang ihre Hände hinter dem Rücken verdreht und sie mit Stiefeln geschlagen, unter anderem auf ihren Rücken. Polizisten hätten sie beschuldigt, Homosexuelle zu sein. Sie solle sie außerdem als 'schmutzige Schwuchteln' beschimpft haben." Human Rights Watch sieht die Verhaftung als Teil einer Kampagne der Polizei gegen sexuelle und geschlechtliche Minderheiten.

In Kamerun, ist Homosexualität nach der Erlangung der Unabhängigkeit von Frankreich Anfang der Siebzigerjahre des letzten Jahrhunderts verboten worden. Gleichgeschlechtliche Handlungen können mit einer Haftstrafe von bis zu fünf Jahren geahndet werden – in der Vergangenheit wurden aber auch schon höhere Strafen verhängt (queer.de berichtete). Trans Menschen werden im Land grundsätzlich nicht anerkannt – und oft auf Grundlage der antihomosexuellen Gesetze verfolgt. (dk)

Cameroonian police arrested cosmetics influencer Shakiro and their partner while they were eating in a restaurant. They have been charged with "attempted homosexuality" and face up to five years in prison.

Posted by AJ+ on Friday, March 26, 2021
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#1 Ralph
  • 12.05.2021, 12:25h
  • Ausweislich entsprechender Angabe im Artikel verfolgt Kamerun Homosexualität erst seit den 70ern. Da gibt es ja mal nicht die gängige Ausrede, sie geschehe nach Kolonialgesetzen.
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#2 Girlygirl
  • 12.05.2021, 13:31h
  • Antwort auf #1 von Ralph
  • Es geschah vielleicht nicht nach Kolonial Gesetzen, aber es ist schon offensichtlich, dass die IMPORTIERTEN Religionen Christentum und Islam für solche Gesetze zu verantworten sind. Und statt faire wirt. Partnerschaften mit afrikanischen Ländern/Unternehmen, die zu mehr Wohstand, Selbstbestimmung und Bildung führen würden, wird zugelassen, dass solch toxische Ideologien weiter verbreitet werden, teilweise getarnt als Charity. Kein Mensch wird homophob geboren, es ist anerzogen und besonders Ungebildete fallen drauf rein.
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#3 Ralph
  • 12.05.2021, 13:46h
  • Antwort auf #2 von Girlygirl
  • Die Annahme, dass Schwarzafrikaner gleichsam naturgegeben unmündig seien und daher anders als Europäer völlig religiösen und politischen Ideologien ausgeliefert, ist tendenziell rassistisch und daher abzulehnen. Wenn heute afrikanische Staaten LSBTI verfolgen, dann tun sie es aus eigener Entscheidung - genauso wie afrikanische Staaten, die die Verfolgung eingestellt haben (z.B. Angola, Botswana, Mosambik, die nicht minder christianisiert wurden als Uganda oder Malawi). Völlig unsinnig ist die Annahme, dass wirtschaftliche Abhängigkeit von Europa und Amerika, d.h. von Staaten, die die LSBTI-Verfolgung längst abgeschaft haben und inzwischen mehr oder weniger stark LSBTI-Rechte anerkennen, Grund sei für anhaltende Homosexuellenverfolgung in Afrika.
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#4 SybilleAnonym
  • 12.05.2021, 14:31h
  • In Kamerun sind lt. WP 70 % der Bevölkerung Christen, knapp 40 % der Bevölkerung sind Katholiken. Hier zeigt sich einmal mehr, daß es nicht reicht, hierzulande diesem Verein von Haßpredigern gegen Queers den Rücken zu kehren, weil die ihre Hetze weltweit verbreiten und die Verfolgung von Queers unterstützen.
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#5 queergayProfil
  • 12.05.2021, 15:10hNürnberg
  • Antwort auf #2 von Girlygirl
  • Und somit kann man sagen, dass eine unbegrenzte Religionsfreiheit grundsätzlich schädlich und gefährlich für eine Gesellschaft sein kann. Religionen mit ihren Vertretern oder Anführern müssen auch Grenzen gesetzt werden können. Ganz egal, ob die das dann akzeptieren wollen oder nicht.
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#6 Girlygirl
  • 12.05.2021, 15:51h
  • Antwort auf #3 von Ralph
  • Ist nicht eher dein Gedankengang rassistisch, der annimmt, dass Afrikaner naturgegeben brutal, faul und homophob sind? Ich rede hier nicht nur von der spezifischen LGBT Verfolgung, sondern von der generellen Armut und Rückstädigkeit in diesen Ländern, deren Gründe in der Geschichte liegen. Und nein, bitte verstehe mich hier nicht falsch, das ist kein "weiße männer böse", auch wenn das oft absichtlich missverstanden wird. Und falls du dich jetzt fragst "was haben Zuckersubventionen mit Homophobie zu tun?" So befürchtete ich, dir mit einem einfachen Kommentar nicht ausreichend helfen zu können. Du denkst vielleicht zu eng, man kann bei solchen Themen nicht so einseitig denken. Natürlich war mein vorheriger Kommentar stark verkürzt und diente nicht als ausgefertigter Plan für eine Neuausrichtung der dt. Außenpolitik. Leider wird einem oft vorgeworfen, man denke selber einseitig, wenn man wie ich argumentiert. Aber ich kann dir versichern, dass es das nicht ist. Leider bleibt einem "die N**** sollen mal weniger poppen und nicht ihre Frauen schlagen" länger im Gedächtnis als einstündige Arte Dokus. Einfach nur die toxischen Ideologien anzusprechen "und wie könnt ihr nur ihr Unmenschen" hilft keinem weiter.
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#7 Ralph
  • 12.05.2021, 17:21h
  • Antwort auf #6 von Girlygirl
  • Dass Afrikaner naturgegeben faul, brutal und homophob seien, ist nun schon der zweite von Dir hier vorgestellte rassistische Gedankengang, und er wirft nicht weniger seinen Schatten auf Dich, weil Du wahrheitswidrig behauptest, er stamme von mir.

    Niemand ist naturgegeben faul, brutal oder homophob. Gerade deshalb ist es nicht zu dulden oder auch nur zu entschuldigen, wenn Staaten mit gerade der Begründung, Homosexualität widerspreche der Natur oder der Kultur des Landes Schwule und Lesben verfolgen. Ob das Deutschland im Kaiserreich oder im Dritten Reich oder in der jungen Bundesrepublik tat oder ob es heute viele afrikanische Staaten tun, spielt keine Rolle. Weder weiße noch schwarze Hautfarbe entschuldigt oder rechtfertigt da irgendwas.
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#8 Girlygirl
  • 12.05.2021, 18:03h
  • Antwort auf #7 von Ralph
  • Es tut mir leide, ich wollte dir keinen Rassismus unterstellen :( Bei solchen Debatten spielt Rassismus nur oft eine Rolle, nach dem Motto, der Grund weswegen viele afrikanische Länder in so einer schlechten Lage sind, ist weil die sich nicht genug anstrengen. Niemals würde ich auf die Idee kommen, die Leute die Genitalverstümmelung oder Homosexuellenverfolgung betreiben zu verteidigen, denn ich bin das genaue Gegenteil einer Kulturrelativistin.
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#9 AltoAnonym
  • 12.05.2021, 21:08h
  • Antwort auf #2 von Girlygirl
  • Sorry, aber du redest Unsinn. Die Kolonialzeit ist in vielen Teilen Afrikas schon seit den 60ern vorbei. Die Kolonialgesetze jetzt als Sündenbock auszumachen um die bösen, alten, weißen Männer aus Europa als die wahren Schuldigen zu brandmarken und Afrikaner frei zu sprechen, entspricht nicht der Realität. Diese Gesetzte existieren in der HEUTIGEN Zeit und wurden von Kamerunern, für Kameruner geschaffen und umgesetzt von Kamerunern in ihrem eigenen Land ohne Zutun von außerhalb. Keiner halt sie davon ab, diese Gesetze abzuschaffen (ganz im Gegenteil), sie wollen diese SELBST haben
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#10 Anonyma
  • 13.05.2021, 02:15h
  • Antwort auf #9 von Alto
  • Die Verleugnung der Folgen der Kolonialisierung und Christianisierung ganzer Kontinente durch europäische Siedler:innen und Missionar:innen ist natürlich auch ein Weg, die Auseinandersetzung mit der eigenen europäischen Geschichte zu vermeiden. So muss man sich dann auch gar nicht damit beschäftigen, welche Auswirkungen diese Geschichte auch heute noch nicht nur in den ehemaligen Kolonien, sondern auch im eigenen Land hat. Wer war das noch gleich, der in einem allmachtsphantastischen Anfall pseudowissenschaftlicher Überheblichkeit die Kategorien Trans- und Homosexualität erfunden und als Pathologien konstruiert hat? Und wer hat die Menschen, die heute diesen Kategorien zugeordnet werden, vorher jahrhundertelang auf Basis puritanischer Erlösungspsychosen zu Sünder:innen erklärt, um sie im "Namen Gottes" ausgrenzen, foltern und ermorden zu können? Welche "Kultur" ist es, die beim Zählen ihrer Geschlechter auch heute nicht weiter als bis zur Zwei kommt und alles, was darüber hinaus geht, zwanghaft als "Normabweichung" betrachten und fein säuberlich mit putzigen Schlüsselnummern versehen in Krankheitskatalogen auflisten muss? Und wer hat diesen ganzen toxischen Mist dann auch noch penetrant in die ganze Welt exportiert? Damit das hier jetzt nicht zu lang wird: Sorry, aber bevor Du anderen vorwirfst, sie würden Unsinn reden, solltest Du wirklich mal den einen oder anderen besinnlichen Moment vor dem Spiegel verbringen.
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