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"High School Musical"-Darsteller

Joshua Bassett: "Es ist okay, wenn man noch herausfindet, wer man ist"

Der US-Schauspieler will sich nach seinem "Coming-out-Video" keine Etiketten wie "schwul" oder "bisexuell" anheften. Er wolle einfach ohne Scham lieben.


Joshua Bassett ist vor allem aus der Jugendserie "High School Musical: Das Musical: Die Serie" bekannt (Bild: Instagram / joshuabassett)

Der "High School Musical"-Star Joshua Bassett hat nach seinem viral gegangenen Video, in dem er von einem britischen Sänger schwärmt, für "Liebe und Akzeptanz" geworben. In einem Instagram-Eintrag vom Dienstag deutet er gegenüber seinen 2,6 Millionen Follower*innen an, sich aber nicht mit Worten wie "schwul" definieren zu wollen.

"Mein ganzes Leben haben mir Leute über meine Sexualität erzählt. Leute haben mich beschämt für etwas, über das sie nichts wissen. Ich möchte jenen danken, die sich für Liebe und Akzeptanz einsetzen", schreibt der 20-Jährige. Dazu verbreitet er ein Video, in dem er unter anderen ein bislang nicht veröffentlichtes Lied singt, in dem es heißt: "Es ist mein Leben."

"Ich hab euch alle gleich lieb"

Weiter erklärt Bassett in seinem Text: "Es ist 2021. Wir sind eine Generation der Liebe und der Weiterentwicklung". Es sei an der Zeit, sich so zu benehmen. "Ob ihr mich mögt oder hasst oder mir die Hölle wünscht, ich hab euch alle gleich lieb."

Seinen Text beendet er poetisch mit den Worten: "Liebt diejenigen, die ihr liebt, ohne Scham. Es ist okay, wenn man noch herausfindet, wer man ist. Das Leben ist zu kurz, um Ignoranz und Hass gewinnen zu lassen. Ich entscheide mich für die Liebe." Unter dem Text sind Herzen in den Farben des Regenbogens abgebildet.

Anlass für diese Äußerungen ist ein kürzlich viral verbreitetes Interview, in dem Bassett erklärte, er finde den früheren "One Direction"-Sänger Harry Styles "cool", "charmant" und "heiß" (queer.de berichtete). Schmunzelnd ergänzte der Kalifornier: "Das ist wohl mein Coming-out-Video, denke ich." Die Äußerung hatte in sozialen Netzwerken für Spekulationen gesorgt, ob sich der Schauspieler als schwul oder bisexuell geoutet hat.

Twitter / PopBase

Joshua Bassett ist durch seine Rolle des Ricky Bowen in der 2019 gestarteten Disney-Serie "High School Musical: Das Musical: Die Serie" zum Idol vieler Jugendlicher geworden. Darin stellt er einen heterosexuellen Schüler dar, der in seine Freundin Nini (Olivia Rodrigo) verliebt ist.

Außerdem versucht sich Bassett als Sänger – erst vor wenigen Tagen veröffentlichte er sein neues Lied "Feel Something". (cw)

Twitter / joshuatbassett



#1 Vater2Anonym
  • 12.05.2021, 17:12h
  • Ich verstehe dieses gewesen nicht Dinge einfach beim Namen zu nennen.

    Schwul sein ist für mich kein Etikett und auch keine Schublade sondern das was ich bin. Das ist für mich so als wenn eine Zitrone sich weigert sich Zitrone zu nennen weil sie sich jeglicher Etiketten verweigert. Das ist in meinen Augen nur albern. Irgendwie fühlt sich das für mich immer noch wie eine versteckte Verweigerung an wirklich voll und ganz zu sich zu stehen.
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#2 LotiAnonym
#3 WanndererAnonym
  • 12.05.2021, 18:13h
  • Antwort auf #1 von Vater2
  • Sexualität ist ja ein Fluidum. Und mit den Labels sind ja immer auch Vorurteile verbunden. Und statt, wie manch andere Promis das machen, alle zwei Jahre mal ihr Label zu wechseln, lässt er es sich halt offen.
    Die Gen Z, also seine Generation, hat da nicht mehr so viel Bock drauf, weswegen da alle lieber queer sein wollen, als eine feste Zuschreibung.
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#4 LarsAnonym
  • 12.05.2021, 18:26h
  • Antwort auf #1 von Vater2
  • Ich finde, es ist eine sehr intime Aussage, zu sagen, auf wen oder was man steht. Je jünger man ist, desto mehr Freiheit möchte man haben, erst einmal verschiedene Erfahrungen zu sammeln, bevor man sich festlegt oder selber sein Spektrum an sexuellem Interesse definieren kann.

    Wenn jemand sagt "Ich bin Hetero" oder "Ich bin schwul" dann ist das ja nicht nur eine Selbstaussage, sondern kann auch als Hinweis versanden werden, dass sich andere keine Mühe machen sollen, einen zu daten. Warum soll jemand ohne Not da eine Hürde aufstellen, wen er es liebt, von verschiedenen Geschlechtern angeflirtet oder verehrt zu werden? Bei Showstars geht es ja auch darum ...
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#5 WiderspruchAnonym
  • 12.05.2021, 21:02h
  • Antwort auf #4 von Lars
  • "Ich finde, es ist eine sehr intime Aussage, zu sagen, auf wen oder was man steht."

    Wow. Also erst einmal ist zu trennen, zwischen "auf wen man steht" und "auf was man steht". Während Letzteres mitunter tatsächlich intim sein kann, ist Ersteres zumindest für ca. 90% der Bevölkerung überhaupt nichts Intimes - ganz im Gegenteil: sie gehen davon aus, dass man selbstverständlich zu wissen hat, dass sie als Männer auf Frauen stehen, und als Frauen auf Männer. Nicht nur das: sie setzen das auch für alle queeren Menschen voraus, weil das für sie das Default Setting, das "Normale", ist. Wenn Menschen dann davon abweichen, erleben sie das in aller Regel als irritierend.

    Also: auf wen man steht, ist eine intime Aussage? In welcher Welt lebst Du? Offenbar nicht in derselben wie ich? Aber naja, das ist halt die Linie "wenn jemand queer ist, geht das Andere nichts an, muss geheim gehalten werden. Weil es ja sooo intim ist." Das für intim zu erklären, ist letztlich die Aufforderung, seine sexuelle Orientierung für sich zu behalten, sofern sie nicht der Mehrheitsnorm entspricht. Ggf. auch die entsprechende Aufforderung an sich selbst.

    "Je jünger man ist, desto mehr Freiheit möchte man haben, erst einmal verschiedene Erfahrungen zu sammeln, bevor man sich festlegt"

    Immer wieder interessant, was Du so als allgemeingültig erklärst. Aus solchen Aussagen entspringt die Denke "Naja, Homosexualität (oder auch andere Formen) ist ja nur eine Phase. Die Kinder probieren sich eben erstmal aus. Warum sollten sie sich jetzt schon festlegen?" - als ob "sich festlegen" eine bewusste, völlig frei getroffene Entscheidung wäre. Es IST aber keine Entscheidung, seine sexuelle Orientierung zu erkennen. Und diese pauschale Aussage, dass sozusagen alle jungen Leute ja erstmal quasi an allen Ufern angeln, bevor sie sich "festlegen", entspricht einfach nicht der Wahrheit. Es gibt tatsächlich Schwule, Lesben und/oder andere queere Menschen, die sich nie nach heteronormativen Mustern verhalten haben, einfach, weil sie sich nie für andere Geschlechter interessiert haben - und auch nicht versucht haben, so zu tun als ob, damit sie eher "anerkannt" würden.

    Du tätest ganz allgemein gut daran, Deine Erkenntnisse nicht immer als das einzig Wahre darzustellen. Das mögen Deine persönlichen Erfahrungen sein - das heißt dann aber noch lange nicht, dass diese generell auf alle anwendbar sind.
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#6 LorenProfil
  • 13.05.2021, 00:42hGreifswald
  • Es gibt Menschen, die sich in keine Schublade einsortieren lassen wollen und sagen: "Das ist MEIN Leben."

    Das finde ich respektabel. Ich mag es auch nicht, die vielfältigen, zuweilen gar widersprüchlichen Facetten meiner Persönlichkeit "schubladisieren" zu lassen. Lieber entdecke ich mich selbst immer mal wieder neu oder anders. Was andere davon halten, versuche ich bestenfalls zur Kenntnis zu nehmen.
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