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Bayern-Star

Leon Goretzka würde Coming-out eines Fußballer-Kollegen begrüßen

Im "Playboy"-Interview deutet der deutsche Nationalspieler an, dass ein Coming-out im Profifußball einen Dominoeffekt auslösen würde.


Leon Goretzka gewann 2020 mit dem FC Bayern München die Champions League, also die Europameisterschaft der Vereinsmannschaften (Bild: Steffen Prößdorf / wikipedia)

Der 26-jährige Profifußballer Leon Goretzka ermutigt schwule Fußballprofis zu einem Coming-out: "Ich würde mich freuen, wenn ein aktiver Spieler den Mut hätte, sich zu outen, keine Frage", so der Mittelfeldspieler des 31-fachen deutschen Meisters FC Bayern München im Interview mit dem Magazin "Playboy". "Ich glaube, dass das vielen den Weg ebnen würde, sich nicht mehr verstecken zu müssen."

Einschränkend erklärte er, dass ein Coming-out auch Probleme bereiten könne: "Bei einem Outing würden natürlich auch populistische und gestrige Kommentare kommen. Gerade in Stadien, wo die Hemmschwellen teilweise auch zu niedrig sind", so Goretzka. "Aber wir leben im Jahr 2021. Hier sind wir als Team, als Fans, als Vereine und als Gesellschaft gefordert, dass wir Spielern Mut machen und sie nach ihrer Leistung beurteilen, nicht nach ihrer Sexualität."

Goretzka widerspricht damit dem früheren Bayern-Star Philipp Lahm, der bereits mehrfach vor einem Coming-out gewarnt hatte. In seiner im Februar veröffentlichten Autobiografie hatte der 37-Jährige geschrieben, ihm erschien gegenwärtig "die Chancen gering, so einen Versuch in der Bundesliga mit Erfolg zu wagen und nur halbwegs unbeschadet davonzukommen" (queer.de berichtete).

Viele andere Fußballer unterstützen dagegen Coming-outs: Erst im Februar ermunterten etwa 800 Fußballprofis im Magazin "11 Freunde" schwule Spieler, offen mit ihrer sexuellen Orientierung umzugehen (queer.de berichtete).

Twitter / SPORT1 | Leon Goretzka nimmt oft kein Blatt vor den Mund: Kurz vor Weihnachten bezeichnete der Bayern-Spieler die AfD wegen ihrer Nähe zu "Holocaust-Relativierern und Corona-Leugnern" als "eine Schande für Deutschland"
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In einer der großen internationalen Profiligen in Europa hat sich bislang nur ein Spieler als schwul geoutet – mit katastrophalen Folgen: Das Coming-out des Engländers Justin Fashanu führte 1990 zu homophoben Sprechchören in Stadien, homophoben "Witzen" der Mitspieler und einer aggressiven Kampagne in den Boulevardmedien. 1998 nahm sich Fashanu nach nie bewiesenen Missbrauchsvorwürfen das Leben. Im Februar diesen Jahres wäre der Spieler 60 Jahre alt geworden (queer.de berichtete). (dk)



#1 WulfgangAnonym
#2 Leons TwinkAnonym
#3 AtreusProfil
  • 12.05.2021, 15:29hSÜW
  • Herr Goretzka wird mir immer sympathischer. Selten genug, dass ein Spieler die eigene Reichweite nutzt, um sich an gesellschaftspolitischen Themen zu beteiligen, statt Markenwerbung auf Twtter zu schalten. Bei mir hatte er den ersten Stein im Brett, als er sich mit der Holocaustüberlebenden Margot Friedländer traf und die geistigen Nachfolger der damaligen Täter benannte.
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#5 WanndererAnonym
#6 Hailaender
  • 13.05.2021, 23:44h
  • Ich denke, jeder (Fußball-) Spieler, der das "System Sport" in unserem Land mit seinen pseudomännlichen Ritualen und Pißrinnenparolen kennt, wird sich die mahnenden Worte von Lahm hinter die Ohren schreiben und brav seine Klappe halten, bis er vielleicht am Ende seiner Karriere angelangt ist. Dann sind sie alle materiellen Probleme los und können freier reden (siehe Stuttgarts VfB-Präsidenten).

    Sicher wird sich dadurch in diesem Personenkreis mit seiner Vorbildfunktion dann nichts ändern, es werden aber auch keine jungen Leute verheizt, was m.E. auf jeden Fall geschehen würde. Man sieht ja, wie diese "Fans" schon mit andersfarbigen Spielern umgehen, wie würde sich dieser Mob erst geouteten Schwulen gegenüber verhalten.
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#7 Meleg29Profil