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Katholische Kirche

Regenbogenfahnen an Kölner Kirche angezündet

Nach einem Segnungsgottesdienst für gleichgeschlechtliche Paare wurde die Gemeinde Opfer eines Brandanschlags.


Eine der beiden Regenbogenflaggen am Sonntag vor dem Gottesdienst (Bild: PankratiusKoeln / facebook)

Unbekannte haben in der Nacht zum Mittwoch von einer katholischen Kirche in Köln zwei Regenbogenfahnen abgerissen und angezündet. Die Gemeinde der Kirche Christi Auferstehung in Lindenthal habe am Mittwoch Strafanzeige erstattet, wie ein Sprecher der Polizei am Donnerstag bestätigte: "Die Ermittlungen zu dem Fall dauern an."

Zuvor hatte der "Kölner Stadt-Anzeiger" von der Tat berichtet. Ein von der Zeitung veröffentlichtes Bild zeigte auch Brandspuren an einem Fahnenmast. Der Küster habe die beschädigten Fahnen tagsüber bemerkt, entfernt und die Polizei informiert, so die Zeitung. Weitere Beschädigungen habe es ebensowenig gegeben wie sonstige negative Reaktionen oder Bedrohungen.

Am vergangenen Sonntag hatte die Kirche, die zur Gemeinde St. Pankratius gehört, während eines Open-Air-Gottesdienstes schwule und lesbische Paare gesegnet und damit auch das zuvor ausgesprochene Segnungsverbot des Vatikans kritisiert – Presseberichte über die Feier veröffentlichte die Gemeinde stolz auf ihrer Webseite.

Posted by Katholische Kirchengemeinde St. Pankratius Köln on Tuesday, May 11, 2021
Facebook / Katholische Kirchengemeinde St. Pankratius Köln | Bilder des Open-Air-Gottesdienstes waren um die Welt gegangen und etwa in der "New York Times" gelandet
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Der Segnungsgottesdienst war Teil der Initiative #liebegewinnt, an der sich rund um den letzten Montag über 100 Gemeinden in Deutschland mit Gottesdiensten mit Segnungen für homo- und heterosexuelle Paare beteiligten (queer.de berichtete).

Laut "Stadt-Anzeiger" wollte die Gemeinde Regenbogenflaggen wieder zum ökumenischen Gottesdienst am Donnerstagabend zu Christi Himmelfahrt aufhängen, danach aber nach einer sichereren und dennoch sichtbaren Lösung suchen. Die verbrannten Flaggen wolle man mit dem Kölner Künstler Walter Bruno Brix zu einem Kunstobjekt verarbeiten, das im September im Rahmen einer geplanten Ausstellung in der Gemeinde zu Judenverfolgung zu sehen sein solle.

"Mit großen Entsetzen haben wir vom feigen Brandanschlag auf die beiden Regenbogenflaggen" der Gemeinde erfahren, reagierte der Landesvorsitzende der NRWSPDqueer, Fabian Spies am Donnerstag. Die Flagge sei ein weltweites Zeichen für Gleichberechtigung und Akzeptanz. "Wir freuen uns, dass sie an über hundert Kirchengemeinden gehisst wurde, um genau dieses Zeichen nach außen zutragen. Damit haben sich unzählige Mitglieder und Würdenträger in katholischen Kirchengemeinden solidarisch mit LSBTIQ* gezeigt. Gegen sie und ihren Einsatz für Vielfalt und Akzeptanz richtet sich auch der Bandanschlag in Köln." Man verurteile die Tat aufs Schärfste. "Denn, wer die Symbole für Vielfalt, Respekt und Akzeptanz anzündet, der fördert nicht nur Hass und Ausgrenzung, sondern schreckt auch oft nicht vor weitergehenden Taten zurück."

Von einer "feigen, menschenfeindlichen Tat" schrieb am Abend der grüne Bundestagsabgeordnete Sven Lehmann bei Twitter. "Volle Solidarität mit der Gemeinde und DANKE an alle Kirchen, die bei der Aktion #liebegewinnt mitmachen!" (dpa/cw)



#1 KaiJAnonym
  • 13.05.2021, 20:36h
  • Mit der Initiative #liebegewinnt geht der Sinn der Regenbogenflagge in die Breite der Gesellschaft. Das radikalisiert die Ewiggestrigen. Ihnen und ihren Einschüchterungsabsichten ist konsequent mit Sanktionen zu begegnen.
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#2 LorenProfil
  • 14.05.2021, 01:46hGreifswald
  • Es werden zur Zeit nicht nur Israel-Flaggen hierzulande öffentlich und demonstrativ verbrannt. Wird der Staatsschutz ermitteln?
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#3 SebiAnonym
  • 14.05.2021, 09:15h
  • Das zeigt wieder mal, dass Homohasser vor nichts zurückschrecken. Nicht mal vor Brandanschlägen.

    Das sollte aber auch noch mehr Grund sein, auf solche Subjekte nicht zu hören oder wegen ihnen die Gleichstellung zu verlangsamen. Im Gegenteil: solche Taten sollten Anlass sein, die Gleichstellung noch schneller voranzutreiben.
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#4 AtreusProfil
  • 14.05.2021, 09:29hSÜW
  • Antwort auf #2 von Loren
  • Für mich nur schwer vorstellbar, nachdem in Gelsenkirchen nicht einmal die Personalien sichergestellt wurden. Was früher noch Staatsversagen hieß, nennt sich heute Deeskalation.
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#5 Julian SAnonym
  • 14.05.2021, 09:39h
  • Jetzt sieht die Kirche mal direkt vor der eigenen Türe, welche Folgen ihre jahrzehntelange Hetze und Spaltung hat.

    Spätestens das sollte eigentlich Anlass sein, dass alle Kirchen die Regenbogenflagge hissen. Aber die Bischofskonferenz und der Vatikan bleiben weiterhin bei der Einstellung, dass man weiterhin GLBTI diskriminieren müsse und dass das Sünde sei.
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#6 Julian SAnonym
  • 14.05.2021, 09:45h
  • Antwort auf #2 von Loren
  • Ja, es ist ein Skandal, dass in Deutschland Regenbogenflaggen und Israel-Flaggen brennen. Gerade in Deutschland...

    Und in beiden Fällen guckt die Polizei weitestgehend tatenlos zu. Und weite Teile der Politik ducken sich weg statt glasklar Position zu beziehen.

    Wer Flaggen verbrennt, nutzt das als Symbol und meint damit, dass eigentlich die entsprechenden Menschen brennen sollen.

    Spätestens wenn sowas passiert, müsste eine Demo sofort aufgelöst werden und die Täter sofort rausgenommen und inhaftiert werden. Und dann wegen Volksverhetzung (und evtl. anderer Delikte) vor ein ordentliches Gericht gestellt werden.

    Aber stattdessen lässt man sie einfach ziehen oder gar weitermachen. Und nimmt nicht mal deren Personalien auf.

    Und unsere Bundeskanzlerin Frau Merkel und der Vizekanzler Olaf Scholz, die beide eigentlich als erstes bei jedem Vorfall vor Kameras treten müssten und klare Worte finden müssten, schweigen und tauchen ab.

    Keine 80 Jahre nach Holocaust und rosa Winkel haben wir eine Regierung, die bei Antisemitismus und GLBTI-Hetze gleichermaßen wegsieht. (Wobei es bei GLBTI-Hetze nie anders war.)
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#7 Carsten ACAnonym
  • 14.05.2021, 10:38h
  • Eigentlich müsste spätestens wenn Regenbogenflaggen und/oder Israelflaggen brennen, ein Aufschrei durch die Bevölkerung und insbesondere auch durch die Politik gehen.

    Aber die Politik will das Thema wohl aussitzen, weil sonst offensichtlich würde, welchen Anteil sie selbst daran haben. Die Politik hat viel zu lange bei Antisemitismus und Homohass tatenlos weggesehen oder das sogar befördert. Und jetzt explodiert diese Stimmung und dann merken die Unfähigen, dass auch sie es vermasselt haben.

    Solche brennenden Flaggen sind das letzte Alarmzeichen, bevor schlimmeres passiert. Wer jetzt noch tatenlos wegsieht, macht sich zum Gehilfen von Homohassern und Antisemiten.
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#8 Carsten ACAnonym
  • 14.05.2021, 10:40h
  • Antwort auf #4 von Atreus
  • "Was früher noch Staatsversagen hieß, nennt sich heute Deeskalation."

    Volle Zustimmung!

    Zumal mittlerweile jedem klar sein müsste, dass "Deeskalation" gerade bei radikalisierten, fanatisierten Menschen, die dermaßen vom Hass zerfressen sind, nicht funktioniert. Im Gegenteil: das fassen die noch als Bestätigung und stille Zustimmung zu ihrem Hass auf.

    Gegen sowas muss man mit aller Härte vorgehen und Feuer im Keim ersticken, bevor daraus ein Flächenbrand wird.

    Und ja, ich stimme Dir vollkommen zu: dass das nicht längst passiert (und vermutlich auch nicht passieren wird) ist eindeutig Staatsversagen.
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#9 Girlygirl
  • 14.05.2021, 10:41h
  • Ich habe keine tiefe Verbindung zu Flaggen, aber der Hass der hinter der Verbrennung einer Regenbogen oder Israel Fahne steckt, ist unglaublich gefährlich und symbolisiert eine menschenverachtende Ideologie, sei es religiöser Fundamentalismus oder Faschismus.
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#10 Julian 80Anonym
  • 14.05.2021, 11:48h
  • Antwort auf #9 von Girlygirl
  • Ja, es geht ja nicht um das Verbrennen von einem Stück bunten Tuch. Sondern darum, was dahinter steckt und was man damit ausdrücken will.

    Nämlich, dass diese Menschen, für die die Flagge steht, genauso vernichtet werden sollen wie die Flagge.

    Zuerst brannen Flaggen, dann Menschen.

    Deshalb muss man jetzt wirklich mal endlich aktiv werden. Die Politik darf nicht mehr länger nur zusehen und darauf hoffen, dass sich das von alleine löst. Das wird es nicht.

    Und wenn die aktuelle Bundesregierung dazu nicht fähig oder nicht willens ist, dann muss sie schleunigst durch eine andere ersetzt werden.
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