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Katholische Kirche

Regenbogen­fahnen an Kölner Kirche angezündet

Nach einem Segnungsgottesdienst für gleichgeschlechtliche Paare wurde die Gemeinde Opfer eines Brandanschlags.


Eine der beiden Regenbogen­flaggen am Sonntag vor dem Gottesdienst (Bild: PankratiusKoeln / facebook)

  • 13. Mai 2021, 18:10h 12 2 Min.

Unbekannte haben in der Nacht zum Mittwoch von einer katholischen Kirche in Köln zwei Regenbogen­fahnen abgerissen und angezündet. Die Gemeinde der Kirche Christi Auferstehung in Lindenthal habe am Mittwoch Strafanzeige erstattet, wie ein Sprecher der Polizei am Donnerstag bestätigte: "Die Ermittlungen zu dem Fall dauern an."

Zuvor hatte der "Kölner Stadt-Anzeiger" von der Tat berichtet. Ein von der Zeitung veröffentlichtes Bild zeigte auch Brandspuren an einem Fahnenmast. Der Küster habe die beschädigten Fahnen tagsüber bemerkt, entfernt und die Polizei informiert, so die Zeitung. Weitere Beschädigungen habe es ebensowenig gegeben wie sonstige negative Reaktionen oder Bedrohungen.

Am vergangenen Sonntag hatte die Kirche, die zur Gemeinde St. Pankratius gehört, während eines Open-Air-Gottesdienstes schwule und lesbische Paare gesegnet und damit auch das zuvor ausgesprochene Segnungsverbot des Vatikans kritisiert – Presseberichte über die Feier veröffentlichte die Gemeinde stolz auf ihrer Webseite.

Posted by Katholische Kirchengemeinde St. Pankratius Köln on Tuesday, May 11, 2021
Facebook / Katholische Kirchengemeinde St. Pankratius Köln | Bilder des Open-Air-Gottesdienstes waren um die Welt gegangen und etwa in der "New York Times" gelandet
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Der Segnungsgottesdienst war Teil der Initiative #liebegewinnt, an der sich rund um den letzten Montag über 100 Gemeinden in Deutschland mit Gottesdiensten mit Segnungen für homo- und heterosexuelle Paare beteiligten (queer.de berichtete).

Laut "Stadt-Anzeiger" wollte die Gemeinde Regenbogenflaggen wieder zum ökumenischen Gottesdienst am Donnerstagabend zu Christi Himmelfahrt aufhängen, danach aber nach einer sichereren und dennoch sichtbaren Lösung suchen. Die verbrannten Flaggen wolle man mit dem Kölner Künstler Walter Bruno Brix zu einem Kunstobjekt verarbeiten, das im September im Rahmen einer geplanten Ausstellung in der Gemeinde zu Judenverfolgung zu sehen sein solle.

"Mit großen Entsetzen haben wir vom feigen Brandanschlag auf die beiden Regenbogenflaggen" der Gemeinde erfahren, reagierte der Landesvorsitzende der NRWSPDqueer, Fabian Spies am Donnerstag. Die Flagge sei ein weltweites Zeichen für Gleichberechtigung und Akzeptanz. "Wir freuen uns, dass sie an über hundert Kirchengemeinden gehisst wurde, um genau dieses Zeichen nach außen zutragen. Damit haben sich unzählige Mitglieder und Würdenträger in katholischen Kirchengemeinden solidarisch mit LSBTIQ* gezeigt. Gegen sie und ihren Einsatz für Vielfalt und Akzeptanz richtet sich auch der Bandanschlag in Köln." Man verurteile die Tat aufs Schärfste. "Denn, wer die Symbole für Vielfalt, Respekt und Akzeptanz anzündet, der fördert nicht nur Hass und Ausgrenzung, sondern schreckt auch oft nicht vor weitergehenden Taten zurück."

Von einer "feigen, menschenfeindlichen Tat" schrieb am Abend der grüne Bundestagsabgeordnete Sven Lehmann bei Twitter. "Volle Solidarität mit der Gemeinde und DANKE an alle Kirchen, die bei der Aktion #liebegewinnt mitmachen!" (dpa/cw)

-w-

#1 KaiJAnonym
  • 13.05.2021, 20:36h
  • Mit der Initiative #liebegewinnt geht der Sinn der Regenbogenflagge in die Breite der Gesellschaft. Das radikalisiert die Ewiggestrigen. Ihnen und ihren Einschüchterungsabsichten ist konsequent mit Sanktionen zu begegnen.
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#2 LorenEhemaliges Profil
  • 14.05.2021, 01:46h
  • Es werden zur Zeit nicht nur Israel-Flaggen hierzulande öffentlich und demonstrativ verbrannt. Wird der Staatsschutz ermitteln?
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#3 SebiAnonym
  • 14.05.2021, 09:15h
  • Das zeigt wieder mal, dass Homohasser vor nichts zurückschrecken. Nicht mal vor Brandanschlägen.

    Das sollte aber auch noch mehr Grund sein, auf solche Subjekte nicht zu hören oder wegen ihnen die Gleichstellung zu verlangsamen. Im Gegenteil: solche Taten sollten Anlass sein, die Gleichstellung noch schneller voranzutreiben.
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