Hauptmenü Accesskey 1 Hauptinhalt 2 Footer 3 Suche 4 Impressum 8 Kontakt 9 Startseite 0
Neu Presse TV-Tipps Termine
© Queer Communications GmbH
https://queer.de/?38873

"Großer Familien-Verteidigungsmarsch"

Trotz Corona-Verbot: Homophobe Massendemo in Vilnius

In der litauischen Hauptstadt haben am Samstag 10.000 Menschen gegen einen Gesetzentwurf zur Einführung eingetragener Partnerschaften für Lesben und Schwule demonstriert.


Einige Demonstrant*innen brachten Kinder und Kreuze mit (Bild: TV3)

Tausende Litauer*innen haben gegen Pläne zur rechtlichen Anerkennung gleichgeschlechtlicher Partnerschaften demonstriert. Die Menschen versammelten sich am Samstag in der Hauptstadt Vilnius zu einem "Großen Familien-Verteidigungsmarsch". Trotz eines Verbots wegen der Corona-Lage kamen nach Polizeiangaben 10.000 Menschen zusammen. Bei einer Umfrage 2019 hatten 70 Prozent der Litauer*innen. angegeben, gegen eine rechtliche Gleichstellung von homosexuellen Paaren zu sein. Das kleine EU-Land ist mehrheitlich katholisch.

Im kommenden Monat soll sich das litauische Parlament mit einem Gesetzentwurf zur Einführung eingetragener Partnerschaften befassen, den der offen schwule Abgeordnete Tomas Vytautas Raskevicius eingebracht hat. Der Entwurf zielt Medienberichten zufolge darauf ab, gleichgeschlechtlichen Paaren Erbrechte, gemeinsamen Besitz von Eigentum, Verfahrensgarantien und die Möglichkeit, ihren Nachnamen zu ändern, zu gewähren, beinhaltet aber nicht das Recht, Kinder zu adoptieren.

Verfassung verbietet gleichgeschlechtliche Ehen

Der Gesetzentwurf könnte mit Hilfe der an der Regierung beteiligten Liberalen und der oppositionellen Sozialdemokraten durchkommen. Präsident Gitanas Nauseda betonte in einer Erklärung, ein solches Gesetz dürfe nicht gegen die Verfassung verstoßen, die die Ehe als Bund zwischen Mann und Frau definiert.

Twitter / maldeikiene | Die litauische EU-Abgeordnete Aušra Maldeikienė kritisierte die Demo
Datenschutz-Einstellungen | Info / Hilfe

Litauen ist eines der queerfeindlichsten EU-Länder

In kaum einem anderen EU-Land ist die Bevölkerung feindlicher gegenüber Homo- und Transsexuellen eingestellt als in Litauen (queer.de berichtete). Die seit Dezember amtierende Regierungschefin Ingrida Simonyte hatte im Wahlkampf eine Antwort auf die Frage, ob sie Homosexuellenrechte stärken wolle, stets verweigert – sie verwies lediglich darauf, dass es dazu in ihrer Partei unterschiedliche Ansichten gebe.

Zuletzt musste die Balten-Republik unter internationalen Druck Zugeständnisse machen: So entschied das Verfassungsgericht 2019, dass Litauen die Freizügigkeit homosexueller Paare innerhalb der Europäischen Union anerkennen müsse (queer.de berichtete). (cw/AFP)



#1 Phil80Anonym
  • 16.05.2021, 09:31h
  • Wundert mich nicht. Als ich im Auslandssemester dort war als naiver Studi entsetzte mich die latente, und kaum sprach ich einen Mitstudenten darauf an, offene Homophobie selbst in der Hauptstadt. Manchmal wundere ich mich, wie man solche homofeindlichen Länder in der Eu lassen kann
  • Antworten » | Direktlink »
#2 Ralph
  • 16.05.2021, 10:04h
  • Was soll man von Leuten halten, die das Bild eines an ein Kreuz genagelten Menschen vor sich hertragen. Abartig.
  • Antworten » | Direktlink »
#3 SebiAnonym
  • 16.05.2021, 13:53h
  • Was wollen die "verteidigen"?

    Niemand nimmt Hetero-Paaren etwas weg!

    Es geht nur um die Gleichstellung eines Teils ihrer Mitbürger. Das schadet niemandem. Im Gegenteil: es macht die gesamte Gesellschaft offener und freier. Und der Wirtschaft nützt es auch.
  • Antworten » | Direktlink »
#4 Julian SAnonym
  • 16.05.2021, 15:08h
  • Das zeigt wieder mal drei Dinge:

    1. Diese Leute ignorieren staatliche Vorgaben und die Sicherheit und Gesundheit anderer Menschen. Nur um ihren Hass verbreiten zu können.

    2. Die schrecken nicht mal davor zurück, ihre Kinder zu instrumentalisieren, obwohl die noch gar nicht wissen, worum es geht.

    3. Die schwenken wieder mal Kruzifixe, etc. Wieder mal ist die Religion die Wurzel des Übels.
  • Antworten » | Direktlink »
#5 Alexander_FAnonym
  • 16.05.2021, 15:21h
  • Antwort auf #3 von Sebi
  • So funktioniert deren Logik aber nicht. Es ist hier das rechtskonservative Verständnis von "Freiheit" nicht als eines, allen Menschen gleich zustehenden Rechts, sondern im Sinne von Privilegien und Willfähigkeitsberechtigungen, die einzelnen In-Groups zustehen, anderen aber nicht; verlieren diese Privilegien ihre Exklusivität, geht ihrer Meinung nach auch die Freiheit bzw. die Freiheiten verloren.

    Ist es auch Wahnsinn, so hat es doch Methode.
  • Antworten » | Direktlink »
#6 SebiAnonym
  • 16.05.2021, 17:31h
  • Ich frage mich, wie immer noch Menschen einer Organisation hinterherlaufen können, die sich vor allem durch jahrzehntelangen, massenhaften Kindesmissbrauch überall auf der Welt und dessen anhaltende, so weit wie möglich gehende Vertuschung, auszeichnet.

    Blenden solche Leute die Realität aus? Oder finden die das sogar gut?
  • Antworten » | Direktlink »
#7 stephan
  • 16.05.2021, 17:54h
  • Antwort auf #1 von Phil80
  • "Manchmal wundere ich mich, wie man solche homofeindlichen Länder in der Eu lassen kann."

    Exakt die richtige Frage! Die EU als Gemeinschaft von Staaten mit gleichen Werten ist mit solchen Ländern eine Farce. Wer gegen die gleichen Rechte für Minderheiten ist, hat in der EU NICHTS verloren ... und in meinen Augen, handelt es sich bei der Verweigerung gleicher Rechte sogar um Verbrechen gegen die Menschenrechte!
  • Antworten » | Direktlink »
#8 Da hast du RechtAnonym
  • 17.05.2021, 11:19h
  • Antwort auf #1 von Phil80
  • Da gebe ich dir Recht: was machen solche Länder in der EU? Ich meine, dass sicher 8 Staaten aus der Osterweiterung nichts von Menschenrechten halten: Lettland, Litauen, Polen, Slowakei, Ungarn, Kroatien, Rumänien und Bulgarien.
  • Antworten » | Direktlink »