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Südafrikanische Läuferin wehrt sich

Schweiz muss Menschenrechtsgericht Antworten zu Fall Semenya geben

Straßburg behandelt den Fall der südafrikanischen Athletin mit intersexuellen Anlagen vorrangig.


Caster Semenya gewann bei den Olympischen Spielen in London und Rio de Janeiro jeweils eine Goldmedaille (Bild: Chell Hill / wikipedia)

  • 17. Mai 2021, 16:56h, noch kein Kommentar

Im Rechtsstreit mit Doppel-Olympiasiegerin Caster Semenya muss sich die Schweiz den Fragen des Europäischen Gerichtshofs für Menschenrechte (EGMR) stellen. Wie das Straßburger Gericht am Montag mitteilte, wurde die Schweiz bereits Anfang des Monats über Semenyas Beschwerde informiert. Der Fall wird demnach vorrangig behandelt. Die 30-jährige Südafrikanerin wirft der Schweiz Verstöße gegen den Schutz vor Diskriminierung und herabwürdigender Behandlung sowie Missachtung ihres Privatlebens vor. Auch die Rechte der Leichtathletin auf fairen Prozess und wirksame Beschwerde seien nicht geachtet worden.

Im vergangenen Herbst hatte die zweimalige 800-Meter-Olympiasiegerin vor dem Schweizer Bundesgericht in Lausanne eine Niederlage hinnehmen müssen (queer.de berichtete). Es hatte ihre Beschwerde zurückgewiesen, mit der Semenya gegen eine Entscheidung des Internationalen Sportgerichtshofes Cas vorgegangen war.

Im Kern des Rechtsstreits geht es um eine umstrittene Regel des Leichtathletik-Weltverbandes – heute World Athletics – zum Testosteron-Limit für Mittelstreckenläuferinnen mit intersexuellen Anlagen. Die Regel verlangt, dass Semenya ihren natürlichen Testosteron-Wert durch Medikamente senkt. Die dreifache Weltmeisterin lehnt das ab. Für den Verband gehört Semenya zu den "biologisch männlichen Athleten mit weiblichen Geschlechtsidentitäten". Sie darf nicht bei Wettbewerben zwischen 400 Metern und einer Meile starten.

Semenya argumentiert, dass mehrere ihrer in der Europäischen Menschenrechtskonvention festgelegten Grundrechte verletzt worden seien. Dabei geht es speziell um Artikel 3 (Verbot von Folter), Artikel 6 (Recht auf ein faires Verfahren), Artikel 8 (Recht auf Achtung des Privat- und Familienlebens), Artikel 13 (Recht auf wirksame Beschwerde) und Artikel 14 (Diskriminierungsverbot).

Der Europäische Gerichtshof für Menschenrechte mit Sitz im französischen Straßburg gehört zum Europarat. Gemeinsam setzen sich die von der Europäischen Union unabhängigen Institutionen für den Schutz der Menschenrechte in den 47 Mitgliedstaaten ein. (dpa/cw)