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TV-Erstausstrahlung bei One

Schwache Quoten für "All you need"

Versteckt im Abendprogramm eines wenig bekannten Spartensenders stieß "All you need" bei der TV-Erstausstrahlung auf sehr wenig Interesse.


Vince (Benito Bause, li.) und Robbie (Frédéric Brossier) im Liebesrausch (Bild: ARD Degeto / Andrea Hansen)

Zu Update springen: "All you need" laut ARD mehr als eine Million Mal abgerufen (15.55 Uhr)

Die erste queere ARD-Serie hat bei der linearen Ausstrahlung enttäuschende Einschaltquoten erzielt: Bei den ersten beiden Folgen am Sonntagabend schalteten um 23.15 Uhr laut dem Branchenmagazin DWDL 100.000 Menschen ein, die darauf folgende zweite Episode verfolgten noch 80.000 Zuschauer*innen. Die Marktanteile in der werberelevanten Gruppe der 14- bis 49-Jährigen lagen bei 0,4 bzw. 0,7 Prozent – und damit leicht unter dem Senderschnitt.

Die restlichen drei Folgen liefen am Montag etwas früher: Folge drei erreichte um 21.45 Uhr 130.000 Zuschauer*innen, bei den beiden letzten Episoden blieben jeweils über 100.000 Menschen dran. Die Markanteile lagen zwischen 0,5 und 0,6 Prozent.

Die fünfteilige Serie war insbesondere für die ARD-Mediathek konzipiert worden. Dabei rührten die öffentlich-rechtlichen Sender groß die Werbetrommel: So warb Das Erste zwischen und während des Pokalfinalspiels zwischen Borussia Dortmund und RB Leipzig mit einem Werbespot bzw. Inserts für die Reihe – das Fußballspiel sahen durchschnittlich 9,5 Millionen Menschen im Ersten. Auch auf ardmediathek.de ist die Serie meist oben platziert. Abrufzahlen wurden bislang nicht bekannt.


"All you need" steht seit dem 7. Mai in der ARD-Mediathek zum Abruf bereit. Die Reihe handelt vom Leben vierer schwuler Männer in Berlin. Hauptfigur ist der 29-jährige Medizinstudent Vince (Benito Bause). Thematisch wird eine Reihe von Themen wie Online-Dating, Fetische, aber auch Vorurteile und Rassismus behandelt. Die ARD zeigte sich offenbar von der Serie so begeistert, dass sie bereits mehrere Wochen vor der Erstveröffentlichung eine zweite Staffel bestellte (queer.de berichtete).

Der Sender One zeigt oft ARD-Inhalte, die als ungeeignet für Das Erste gelten. So werden etwa auch die beiden Halbfinals des Eurovision Song Contest bei One ausgestrahlt (Dienstag und Donnerstag um je 21.00 Uhr). Das Finale am Samstag läuft dagegen im ARD-Hauptprogramm. (cw)

 Update  15.55 Uhr: "All you need" laut ARD mehr als eine Million Mal abgerufen

"All you need" ist binnen zehn Tagen insgesamt 1,1 Millionen Mal in der ARD-Mediathek abgerufen worden. Das gab die ARD am Dienstagnachmittag bekannt. Florian Hager, der Channel-Manager ARD-Mediathek, kommentierte die Zahlen mit den Worten: "'All you need' erzählt Geschichten mitten aus unserer vielfältigen Gesellschaft und passt damit perfekt in die ARD-Mediathek. Das große Interesse der User*innen freut mich sehr. Herzlichen Dank dem ganzen Team vor und hinter der Kamera!" Die Serie ist seit dem 7. Mai abrufbar.



#1 Ralph
  • 18.05.2021, 11:15h
  • Mir erscheint dieser Artikel bzgl. des Sendeplatzes allzu negativ wertend. Zunächst: One ist kein wenig bekannter Spartensender, sondern sozusagen das zweite Programm des ersten, empfangbar in allen Kabelnetzen und über Satellit sowie aufgeführt in allen Programmzeitschriften.

    Außerdem: Um diesen IDAHOBIT herum gab es in verschiedenen Programmen nicht wenige queere Filme, so "Coming out", "Eine Familie wie jede andere", "Mit siebzehn", "Aus der Haut", "Freier Fall". "All you need" sollte also nicht isoliert betrachtet werden, zumal die dritte bis fünfte Folge sich unmittelbar dem Film "Freier Fall" anschlossen.

    Schließlich sollte auch die Qualität des Fünfteilers nicht außer Acht gelassen werden, und die ist (auch hier auf Queer.de) nicht unumstritten. Ich hab die Miniserie aufgenommen und mir die beiden ersten Teile gestern angesehen. Ganz ehrlich: Ich hatte beim ersten Teil Mühe, nicht darüber einzuschlafen, und war nahe dran, auf den zweiten zu verzichten. Der erwies sich dann als etwas besser, aber immer noch nicht als gut. Ich rede gar nicht von dick aufgetragenen Klischees, sondern einfach nur von der langweiligen Handlung. Andere mögen das selbstverständlich anders sehen, aber mir gibt dieser Schinken nichts. Der Haken ist für mich weder die Zuordnung zu One noch die Sendezeit, sondern der Film selbst. Ich kam mir in den Saunaszenen vor wie in Picanos "Der Köder" - in einem Roman von 1979 funktioniert das auch großartig, aber in einem Film von 2021 erwarte ich doch was anderes. Aber, wie gesagt: ist nur mein Eindruck und meine Meinung, mag jeder anders sehen.
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#2 WanndererAnonym
  • 18.05.2021, 11:43h
  • Man müsste natürlich schauen, wie viele Leute es gestreamt haben.
    Und klar schaut nachts jetzt kein Millionenpublikum, grad bei queeren Sachen.
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#3 TomsAnonym
  • 18.05.2021, 12:58h
  • Mal ganz sachlich gefragt: Für wen als Zielgruppe hatte sich die ARD die Geschichte denn eigentlich vorgestellt?... Für Schwule, die mal was schwules gezeigt bekommen wollen? Heteros die immer schonmal was vom "schwulen Alltag" sehen wollten? Sichtbarkeit und vollständige Integration in die Gesellschaft sollte anders aussehen. Erst wenn LGBTQ selbstverständlich überall im Alltag auftauchen, also gezeigt werden, ohne speziell darauf hinzuweisen oder gezielte Werbezwecke zu verfolgen, oder irgendwelche Special-Interest-Nischen zu füllen ... wenn nicht mehr "Mann" automatisch mit "Frau" ergänzt wird und umgekehrt... dann sieht das alles für mich vielleicht mal besser aus. Solche merkwürdigen Zielgruppenfilmchen, die man sich nicht traut, einer großen Öffentlichkeit zuzumuten, und sie daher im Spartensender im Nachtprogramm laufen, oder nur auf Abruf gehen jedenfalls für mich am Thema vorbei.
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#4 WanndererAnonym
  • 18.05.2021, 14:21h
  • Antwort auf #3 von Toms
  • Wahrscheinlich dachte man sich, dass es genauso funktionieren würde wie bei den ganzen Hetero-Liebesfilmen, die sie sonst so drehen.
    Und da sie Angst davor hatten, dass die Sexszenen ein Skandal werden, kam es halt in die Mediathek.
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#5 TuckDavisProfil
  • 18.05.2021, 14:22hBad Kreuznach
  • Da der Film für die Mediathek produziert wurde und dort deutlich früher verfügbar war, gehe ich davon aus, dass jede*r mit Interesse und Möglichkeit es schon vor der Ausstrahlung bei One gesehen hat.

    Selbst wenn jemand vorher nicht mitbekommen hat, dass die Serie in der Mediathek existiert könnte man doch durch die späte Sendezeit auf die Idee kommen den Film nach der Ausstrahlung in der Mediathek zu schauen.

    Insofern sehe ich das eher als zusätzliches Serviceangebot für die Menschen ohne Zugang zur Mediathek und nicht als eine sinnvoll mit Quoten zu bewertenden Programmpunkt.
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#6 LotiAnonym
#7 No surpriseAnonym
  • 18.05.2021, 14:33h
  • Überrascht mich nicht. Miserable Serie, ohne Esprit, ohne Spannung, zum Einschlafen langweilig. Wer schaut sowas?
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#8 queergayProfil
  • 18.05.2021, 14:46hNürnberg
  • Ich habe den Eindruck, dass Schwule in der Regel immer etwas zu meckern haben, wenn es um eigene Film-Themen geht. Allen Schwulen recht getan ist eine Kunst, die niemand kann.
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#9 WanndererAnonym
  • 18.05.2021, 16:50h
  • Da es mehr als eine Millionen Mal in der Mediathek angeklickt wurde, zeigt ja, dass schon Interesse besteht und man doch etwas Angst vor der eigenen Courage (und vielleicht den Sex-Szenen) hatte und es deswegen so spät ins Programm aufgenommen hat.
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#10 LotiAnonym