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TV-Erstausstrahlung bei One
Schwache Quoten für "All you need"
Versteckt im Abendprogramm eines wenig bekannten Spartensenders stieß "All you need" bei der TV-Erstausstrahlung auf sehr wenig Interesse.

Vince (Benito Bause, li.) und Robbie (Frédéric Brossier) im Liebesrausch (Bild: ARD Degeto / Andrea Hansen)
- 18. Mai 2021, 08:07h 2 Min.
Zu Update springen: "All you need" laut ARD mehr als eine Million Mal abgerufen (15.55 Uhr)
Die erste queere ARD-Serie hat bei der linearen Ausstrahlung enttäuschende Einschaltquoten erzielt: Bei den ersten beiden Folgen am Sonntagabend schalteten um 23.15 Uhr laut dem Branchenmagazin DWDL 100.000 Menschen ein, die darauf folgende zweite Episode verfolgten noch 80.000 Zuschauer*innen. Die Marktanteile in der werberelevanten Gruppe der 14- bis 49-Jährigen lagen bei 0,4 bzw. 0,7 Prozent – und damit leicht unter dem Senderschnitt.
Die restlichen drei Folgen liefen am Montag etwas früher: Folge drei erreichte um 21.45 Uhr 130.000 Zuschauer*innen, bei den beiden letzten Episoden blieben jeweils über 100.000 Menschen dran. Die Markanteile lagen zwischen 0,5 und 0,6 Prozent.
Die fünfteilige Serie war insbesondere für die ARD-Mediathek konzipiert worden. Dabei rührten die öffentlich-rechtlichen Sender groß die Werbetrommel: So warb Das Erste zwischen und während des Pokalfinalspiels zwischen Borussia Dortmund und RB Leipzig mit einem Werbespot bzw. Inserts für die Reihe – das Fußballspiel sahen durchschnittlich 9,5 Millionen Menschen im Ersten. Auch auf ardmediathek.de ist die Serie meist oben platziert. Abrufzahlen wurden bislang nicht bekannt.

"All you need" steht seit dem 7. Mai in der ARD-Mediathek zum Abruf bereit. Die Reihe handelt vom Leben vierer schwuler Männer in Berlin. Hauptfigur ist der 29-jährige Medizinstudent Vince (Benito Bause). Thematisch wird eine Reihe von Themen wie Online-Dating, Fetische, aber auch Vorurteile und Rassismus behandelt. Die ARD zeigte sich offenbar von der Serie so begeistert, dass sie bereits mehrere Wochen vor der Erstveröffentlichung eine zweite Staffel bestellte (queer.de berichtete).
Der Sender One zeigt oft ARD-Inhalte, die als ungeeignet für Das Erste gelten. So werden etwa auch die beiden Halbfinals des Eurovision Song Contest bei One ausgestrahlt (Dienstag und Donnerstag um je 21.00 Uhr). Das Finale am Samstag läuft dagegen im ARD-Hauptprogramm. (cw)
Update 15.55 Uhr: "All you need" laut ARD mehr als eine Million Mal abgerufen
"All you need" ist binnen zehn Tagen insgesamt 1,1 Millionen Mal in der ARD-Mediathek abgerufen worden. Das gab die ARD am Dienstagnachmittag bekannt. Florian Hager, der Channel-Manager ARD-Mediathek, kommentierte die Zahlen mit den Worten: "'All you need' erzählt Geschichten mitten aus unserer vielfältigen Gesellschaft und passt damit perfekt in die ARD-Mediathek. Das große Interesse der User*innen freut mich sehr. Herzlichen Dank dem ganzen Team vor und hinter der Kamera!" Die Serie ist seit dem 7. Mai abrufbar.
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Außerdem: Um diesen IDAHOBIT herum gab es in verschiedenen Programmen nicht wenige queere Filme, so "Coming out", "Eine Familie wie jede andere", "Mit siebzehn", "Aus der Haut", "Freier Fall". "All you need" sollte also nicht isoliert betrachtet werden, zumal die dritte bis fünfte Folge sich unmittelbar dem Film "Freier Fall" anschlossen.
Schließlich sollte auch die Qualität des Fünfteilers nicht außer Acht gelassen werden, und die ist (auch hier auf Queer.de) nicht unumstritten. Ich hab die Miniserie aufgenommen und mir die beiden ersten Teile gestern angesehen. Ganz ehrlich: Ich hatte beim ersten Teil Mühe, nicht darüber einzuschlafen, und war nahe dran, auf den zweiten zu verzichten. Der erwies sich dann als etwas besser, aber immer noch nicht als gut. Ich rede gar nicht von dick aufgetragenen Klischees, sondern einfach nur von der langweiligen Handlung. Andere mögen das selbstverständlich anders sehen, aber mir gibt dieser Schinken nichts. Der Haken ist für mich weder die Zuordnung zu One noch die Sendezeit, sondern der Film selbst. Ich kam mir in den Saunaszenen vor wie in Picanos "Der Köder" - in einem Roman von 1979 funktioniert das auch großartig, aber in einem Film von 2021 erwarte ich doch was anderes. Aber, wie gesagt: ist nur mein Eindruck und meine Meinung, mag jeder anders sehen.