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Polizeibericht

Berlin: 15-Jähriger attackiert 20-jährigen Schwulen

Aus einer Gruppe von Jugendlichen heraus wurde ein junger Mann erst homophob beleidigt und dann geschlagen. Der minderjährige Tatverdächtige wurde seiner Mutter übergeben.


Symbolbild: Die Berliner Polizei macht mutmaßlich queerfeindlich motivierte Gewalt gezielt öffentlich (Bild: TechLine / pixabay)

Aus einer Gruppe von Jugendlichen heraus wurde am Montagabend ein junger Mann in Berlin-Friedrichshain schwulenfeindlich beleidigt und angegriffen. Dies meldete die Polizei der Hauptstadt am Dienstagmittag.

Nach Angaben von Zeugen traf der 20-Jährige gegen 21.30 Uhr in der Mühlenstraße auf fünf Jugendliche, drei Mädchen und zwei Jungen. Ein 15-Jähriger soll den jungen Mann zunächst homophob beschimpft haben. Als dieser mit seinem Handy Aufnahmen von dem Jugendlichen machte, wurde dieser handgreiflich, schlug dem 20-jährigen mehrmals ins Gesicht, riss ihm die Kopfhörer herunter und warf diese gegen ein geparktes Auto.

Der Angegriffene erlitt Schwellungen im Gesicht, lehnte aber eine ärztliche Behandlung bei der späteren Anzeigenaufnahme ab.

Der mutmaßliche Täter war betrunken

Durch Zeugen alarmierte Einsatzkräfte des Polizeiabschnitts 51 machten die Gruppe rund um den jugendlichen Tatverdächtigen am U-Bahnhof Schlesisches Tor in Kreuzberg aus, nahmen den 15-Jährigen fest und stellten die Personalien seiner vier Begleiter*innen fest. Der Festgenommene wirkte alkoholisiert, so die Polizei. Eine freiwillige Atemalkoholkontrolle habe einen Wert von über einem Promille ergeben.

Nach einer staatsanwaltschaftlich angeordneten Blutentnahme in einem Polizeigewahrsam wurde der Jugendliche seiner Mutter übergeben. Ihn erwarten nun Strafverfahren wegen Körperverletzung, Sachbeschädigung und Beleidigung mit homophoben Hintergrund. Weitere Angaben zum mutmaßlichen Täter und den übrigen Beteiligten wurden im Polizeibericht wie bei Erstmeldungen üblich nicht gemacht.

Die Berliner Polizei macht mögliche Hassverbrechen aufgrund der sexuellen Orientierung oder Geschlechtsidentität gezielt in ihren Berichten publik und meldet diese daher vergleichsweise häufig der Öffentlichkeit. Die Polizei und die Staatsanwaltschaft in der Hauptstadt haben eigene Ansprechpartner für LGBTI. (pm/cw)



#1 AtreusProfil
  • 18.05.2021, 12:28hSÜW
  • "Der Täter war alkoholisiert..."

    Mir geht diese ständige Verharmlosung dermaßen auf den Geist, dass ich es kaum in Worte fassen kann!

    Alkohol senkt lediglich die Hemmschwelle, d.h. niemand bekommt durch Alkohol einen neuen Sprachschatz, Hass oder eine vorher nicht vorhandene Gewaltbereitschaft zugeteilt, sondern dem Menschen fällt es nur leichter, in der Öffentlichkeit vor aller Augen N*****, Schwuchtel, Jude oder Z******* zu sagen, also Worte die er*sie schon in- und auswendig kennt und im privaten Umfeld auch gebraucht. Ebenso verhält sich es sich mit der Gewalt: niemand nimmt durch Alkohol Fremden- und Queerfeindlichkeit auf und schlägt dann ferngesteuert zu, sondern der Alkohol öffnet lediglich die Tür, durch deren Schlüsselloch die Person zuvor schon mehr als einmal einen Blick geworfen hat.
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#2 RebeccaProfil
#3 GodzillaAnonym
  • 18.05.2021, 13:34h
  • Antwort auf #1 von Atreus
  • Genau DAS!

    Ganz gleich, ob jemand voll ist wie ein Bachzulauf oder nicht, Alkohol stärkt bereits vorhandene Tendenzen.
    Ganz nebenbei möchte ich anmerken, dass da generell was (gewaltig) schief läuft, wenn ein Jugendlicher in dem Alter über ein Promille drin hat.
    Ob der Mutter auch gleich Mal ne Ansage gemacht wurde?
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#4 LeashAnonym
#5 LotiAnonym
  • 18.05.2021, 14:13h
  • Antwort auf #2 von Rebecca
  • Darüber kann ich in Berlin nur noch schmunzeln. Alkohol, besonders Bier in Flaschen sind schon ein Statussymbol von jüngeren Leuten. Selbst in öffentlichen Verkehrsmittel ist diese Auffälligkeit sichtbar.
    Aber auch grundsätzlich aggressives Verhalten macht sich in der Bevölkerung breit. Erst gestern wurde ich rüde von einem Mann im Biosupermarkt angegangen, weil ich seine Partnerin darauf hinwies den Abstand am Brottresen einzuhalten. Der Ton hat sich in Berlin zum negativen gewandelt.
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#6 IsaakAnonym
  • 18.05.2021, 14:19h
  • Antwort auf #4 von Leash
  • Ganz richtig. Und das zu benennen ist wichtig - denn auch ohne die Tat zu exkulpieren, ist starker Alkoholkonsum ein Umstand, der die Kontrolle des Täters über die Tat beeinflussen kann. Wir leben ja in Deutschland zum Glück nicht in einem Land, in den wir die Moral oder das Weltbild bewerten, sondern lediglich die Verwirklichung eines Straftatbestandes und damit einhergehend die Schuldfähigkeit. Wer voll ist wie eine Haubitze, verwirrt und gar nicht weiß, was er da tut, dem wird man etwa nur bedingt Vorsatz unterstellen können.
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#7 VittorioAnonym
#8 JadugharProfil
  • 18.05.2021, 17:27hHamburg
  • Antwort auf #1 von Atreus
  • Bei Alkohol oder auch bei manchen Menschen auch das Alter bewirkt, daß die Primärpersönlichkeit zum Vorschein kommt, nämlich der wahre Charakter, den man unter kontrollierten Bedingungen meistens zu verbergen versucht. Meine oft bösartige Mutter wurde im Alter ausgeprägt bösartig, weil sie das nicht mehr unter Kontrolle hatte, dieses zu verbergen. Die Bösartigkeit hatte ihren Ursprung durch nicht aufgearbeitete traumatische Kindheitserlebnisse. Dieser Aufarbeitung hat sie sich immer widersetzt, weil es wunde Punkte sind.
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#9 LotiAnonym
  • 18.05.2021, 18:50h
  • Antwort auf #7 von Vittorio
  • Nur so angemerkt. Die Story beginnt damit, das mir die besagt junge Frau dermaßen auf die Pelle rückte und ich nicht einmal meine zwei gekauften Brote vom Tresen nehmen konnte. Nur deswegen machte ich die Frau darauf aufmerksam Abstand zu halten. Ihr Partner dutzte mich sogleich und beleidigte mich obendrein. Soviel zum Thema Hilfspolizist.
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#10 seb1983
  • 18.05.2021, 23:33h
  • Antwort auf #7 von Vittorio
  • Ich finde es erstaunlich wie manche Menschen selbst banalste Bitten ihrer Mitbürger offenbar als unannehmbare Einschränkung ihrer allumfassenden Freiheit ansehen und sofort aggressiv lospöbeln wenn z.B. hier jemandem seine Gesundheit wichtig ist.
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