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"Rugby ist ein inklusiver Sport"
Frankreichs Rugby-Verband lässt trans Menschen bei Wettbewerben zu
Während der Welt-Rugby-Verband den Ausschluss aller trans Frauen vom Rugby-Sport fordert, geht Frankreich einen anderen Weg.
- 18. Mai 2021, 09:49h - 2 Min.
Trans Personen können ab der kommenden Saison in Frankreich Rugby-Mannschaften beitreten und an allen offiziellen Wettbewerben teilnehmen. "Rugby ist ein inklusiver Sport, ein Sport des Teilens, ohne Unterscheidung bei Geschlecht, Gender, Herkunft oder Religion", erklärte Serge Simon, Vizepräsident der Fédération Française de Rugby laut einer Mitteilung von Montag. Der Verband stützt sich dabei auf Empfehlungen einer Antidiskriminierungs- und Gleichbehandlungskommission.
/ DrSergeSIMONLe rugby est un sport inclusif, de partage, sans distinction de sexe, de genre, dorigine, de religion.
Serge Simon (@DrSergeSIMON) May 17, 2021
La FFR sengage et agit pour linclusion des trans-identitaires dans le rugby https://t.co/tIHZfo6ZbA
Transsexuelle, die sich geschlechtsangleichenden Operationen unterzogen haben, können ohne Voraussetzungen in dem Team ihres Geschlechts spielen. Für trans Menschen, die ihr Geschlecht nicht operativ angeglichen haben beziehungsweise gerade in der Übergangsphase sind, gelten bestimmte Voraussetzungen. Die Entscheidung soll laut Verband zwei Jahre vor der Weltmeisterschaft in Frankreich ein wohlwollendes und entschlossenes Signal senden, dass der Respekt vor Minderheiten beim Rugby ein unumstößliches Recht ist.
Welt-Rugby-Verband fordert Spielverbot für trans Frauen
Der globale Verband "World Rugby" hatte im vergangen Jahr empfohlen, dass trans Frauen an Wettbewerben nicht teilnehmen dürfen und dafür Sicherheitsgründe genannt, da beim diesem Sport Größe, Stärke, Kraft und Geschwindigkeit sowohl für das Risiko als auch für die Leistung entscheidend seien (queer.de berichtete).
84 führende britische Wissenschaftler*innen stellten sich danach gegen das Verbot und bezeichneten es als "unwissenschaftlich" (queer.de berichtete).
Eine US-Studie kam vor einem halben Jahr zu dem Ergebnis, dass sich die Leistung von trans Frauen zwei Jahre nach dem Beginn einer Hormontherapie immer mehr an die von cis Frauen angleiche (queer.de berichtete). Die Forscher unter Führung des Orthopäden Dr. Tim Roberts merkten zudem an, dass völlige Gleichheit im Leistungssport – unabhängig von der Geschlechtsidentität der Sportler*innen – ohnehin illusorisch sei. So gebe es cis Athletinnen, die im Jugendalter hormonbedingt schmalere Hüften ausgebildet hätten, oder auch Athleten aus reichen Hause, denen bereits früh "die besten Trainer und die besten Sportanlagen" zur Verfügung stünden. Beide Vorteile würden von Sportverbänden nicht sanktioniert. (dpa/dk)















