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Regenbogen-Index

LGBTI-Index: Deutsche Kirchen in den Top Ten

Deutsche Kirchen schneiden in Europa vergleichsweise gut ab, wenn es um ihre Akzeptanz von sexuellen und geschlechtlichen Minderheiten geht. Die katholische Kirche in Deutschland nimmt gar die Spitzenposition aller papsttreuen Kirchen ein.


Der RICE-Index: Je dunkler die Farben, desto LGBTI-freundlicher die Kirchen in dem entsprechenden Land

Wie LGBTI-freundlich sind Kirchen in Europa? Diese Frage hat die queer-christliche Organisation "European Forum of LGBT Christian Groups" behandelt. Bei seiner 40. Jahreskonferenz stellte das Forum am 9. Mai den Bericht "Rainbow Index of Churches in Europe" (RICE) vor (PDF). Dafür hatte ein Team von Forscher*innen um Rein Brouwer und Heleen Zorgdrager von der Protestantse Theologische Universiteit in Amsterdam 46 nationale europäische Kirchen anhand von 47 Indikatoren ausgewertet. Zu den Indikatoren gehört etwa die Haltung der Kirchen zu homosexuellen Paaren oder ihr Verhältnis zu trans Menschen. Auch die LGBTI-Freundlichkeit der Evangelischen Kirche und Deutschland (EKD) und der katholischen Kirche in Deutschland wurden analysiert.

Das Ergebnis: Den ersten Platz der Hitlise nimmt die protestantische Freikirche Metropolitan Community Church (MCC) aus Finnland ein. Die MCC war in den Sechzigerjahren vom schwulen US-Pastor Troy Perry gegründet worden und legt traditionell ein besonderes Gewicht auf Vielfalt. Auf Platz zwei liegt die lutherische Kirche in Schweden gefolgt von der Evangelisch-reformierten Kirche Schweiz. Die Evangelische Kirche in Deutschland nimmt Rang sechs ein.

Auf Rang zehn befindet sich die deutsche katholische Kirche. Sie ist damit die beste papsttreue Kirche unter 19 nationalen katholischen Kirchen in Europa.


Die Top Ten – Orange eingefärbt sind die besten nationalen Vertreter einer internationalen Kirchenfamilie

Ebenfalls relativ gut schneiden die katholischen Kirchen in Malta (Platz 13), Österreich (Platz 14), Frankreich (Platz 15) und Italien (Platz 17) ab. Aber auch die beiden letzten Plätze werden von katholischen Kirchen belegt: Ganz unten stehen die papstreuen Glaubensgemeinschaften in Belarus (Platz 45) und Polen (Platz 46).

Die LGBTI-feindlichsten evangelischen Kirchen befinden sich in Polen (Platz 22), Ungarn (Platz 35) und Lettland (Platz 42). Insgesamt sind diese aber immer noch offener gegenüber Homosexuellen als die orthodoxe Kirche in Russland, die auf Rang 44 kommt.


Die Bottom Ten – Fett gedruckt sind die schlechtesten nationalen Vertreter einer internationalen Kirchenfamilie

"Zum ersten Mal haben wir objektive Informationen über die Situation von LGBTI in ihren Kirchen", erklärte Misza Czerniak vom Vorstand des "European Forum of LGBT Christian Groups". "Wir hoffen, dass dieses Instrument von den Kirchen genutzt wird, um zu schauen, was sie konkret tun können, um die Lage ihrer LGBTI-Mitglieder zu verbessern." (dk)



#1 AtreusProfil
  • 19.05.2021, 15:39hSÜW
  • Ich halte fest: Eine Kirche, die ihren Pastor nach dessen Todeswürdigkeitspredigt weiterhin beschäftigt und in die Kanzel schickt, ist Europas sechst homosexuellenfreundliche Kirche.

    Mit Verlaub, ich würde gerne wissen, wer sich für diese Liste hat schmieren lassen oder welche geistigen oder religiösen Hintergünde bei den federführenden Personen dieses Projektes zugrunde liegen. Für mich taugt dieses Pamphlet höchstens als Nottoilettenpapier oder Grillanzünder.
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#2 Sven100Anonym
  • 19.05.2021, 15:47h
  • Wieder ein Beispiel dafür, wovon es bei den Kirchen abhängt, ob sie gegenüber dem Thema Homosexualität konservativ oder liberal sind: Es hängt davon ab, wie konservativ oder liberal die Gesellschaft ist, in der sich diese Kirchen befindetn. In Mitteleuropa sind selbst die Kirchen liberal, die früher konservativ waren. Im konservativen Baltikum und in Polen sind selbst die Lutheraner erzkonservativ...
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#3 AlexAnonym
  • 19.05.2021, 16:16h
  • Nur mal so zur Info, weils ja offenbar nicht angekommen ist: Das ist ein Ranking. Also ein relativ-Vergleich.

    Heißt also: Du jammerst auf sehr hohem Niveau. Fast überall sonst in Europa läuft es noch sehr viel schlechter für die Community.

    Und man darf auch mal anerkennen, dass es zwar noch ein weiter Weg für die Kirchen ist, um im 21. Jahrhundert anzukommen, aber immerhin sind die Deutschen Kirchen überhaupt schonmal losgegangen, was man von vielen anderen Länderkirchen, vor allem in Osteuropa nicht ansatzweise behaupten kann.
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#4 Alexander_FAnonym
  • 19.05.2021, 16:26h
  • Aussagekräftig ist es durchaus, denn wenn die EKD das Beste ist, was man von Kirchen erwarten kann, heißt das, dass es zwangsläufig nur einen Menschenrechtslimbo geben kann, solange die Kirchen irgendeinen gesellschaftlichen Einfluss haben.

    Im Übrigen würde auch ein Ranking unter den rechtsextremistischen Bewegungen Europas kaum anders ausfallen. Unter diesen schneidet die AfD relativ gesehen tatsächlich auch besser ab als die russischen Gegenstücke, die gleich die Todesstrafe für unsereinen fordern.
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#5 AtreusProfil
  • 19.05.2021, 16:31hSÜW
  • Antwort auf #3 von Alex
  • Ich bin Atheist und kenne mich daher mit Paralleluniversen nicht wirklich aus, in meinem jedenfalls, bilden Queerfreundlichkeit und der Wunsch nach Kriminalisierung und Ermordung Antipoden!

    Folgerichtig ist dieses Ranking entweder Satire, Propaganda, die durch finanzielle Mittel seitens kirchlicher Organisationen zustande kam oder Ergebnis einer Unfähigkeit, für die erst noch eine angemessene Bezeichnung gefunden werden muss.

    In einer Freundlichkeitsliste, sofern sich von gestern auf heute die Definition des Wortes nicht umgekehrt hat, dürften die evangelische und katholische Kirche Deutschlands jedenfalls gar nicht aufgeführt sein.
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#6 AtreusProfil
  • 19.05.2021, 16:52hSÜW
  • Antwort auf #5 von Atreus
  • Man stelle sich mal eine äquivalente Liste zum Thema Judenfreundlichkeit europäischer Organisationen, Vereine und Bewegungen vor:

    Platz 01: Querdenker, weil sie so >freundlich< sind, nur antisemitsche Verschwörungstheorien zu verbreiten.

    ...

    Platz 05: Burschenschaften, weil sie so "freundlich" sind, noch rechtzeitig, also vor der Mensur, Juden aus rassehygienischen Gründen auszuschließen.

    ...

    Platz 10: NSU 2.0, weil sie so "freundlich" sind und ... oh, scheiße!
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#7 WassolldasAnonym
  • 19.05.2021, 16:56h
  • Es ist irgendwie nicht zu verstehen. Wieviel Platz einer Menschen und Minderheiten verachtenten Institution eingeräumt wird. Nicht nur hier bei queer.de ndern generell. Im Osten Deutschlands spielt die Kirche eher eine sektenartige Rolle im Westen ist sie erschüttert von Skandalen. Außerdem spielt die Kirche bei den wenigsten deutschen eine grosse Rolle im Familienleben
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#8 Alexander_FAnonym
  • 19.05.2021, 17:00h
  • Antwort auf #7 von Wassolldas
  • Wie ein Herr Dr. Carsten Frerk es einmal ausdrückte, sind die Kirchen hierzulande "Häuptlinge ohne Indianer", sprich sie sprechen eigentlich für niemanden mehr, haben aber immer noch Macht. Insofern sind sie leider ein Faktor, mit dem man rechnen muss.
    Dass das so ist, ist aber tatsächlich an und für sich ungeheuerlich, da gebe ich dir absolut Recht.
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#9 InteressantAnonym
  • 19.05.2021, 18:01h
  • Antwort auf #7 von Wassolldas
  • Interessant, oder? Du hast einerseits natürlich recht, dass "Religionen" für immer weniger Menschen, die in Deutschland leben, eine Rolle spielt. Zum glück. ABER: Ich bin froh darüber, dass queer.de über das oft menschenverachtende Treiben der "Religiösen" und ihrer Kulteinrichtungen berichtet, denn diese "religiösen" Pressure Groups haben in Doitschland extrem viel Macht und Einfluss. Viel mehr, als ihnen zustehen dürfte. Daher finde ich es enorm wichtig, dass über diese Menschenverachtung der Religiösen berichtet wird und ihre dreiste Einflussnahme auf Politiker:innen bloßgestellt wird.
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#10 WassolldasAnonym
  • 19.05.2021, 18:12h
  • Antwort auf #9 von Interessant
  • Richtig, es ist gut wenn Machenschaften der Kirchen aufgedeckt werden. Allerdings diese Institution hinzustellen als wäre sie auf dem Weg der Besserung gegenüber Minderheiten oder Frauen ist in meinen Augen falsch.
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