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Islamistische Tat

Nebenklage fordert für tödlichen Messerangriff in Dresden lebenslange Haft

Der islamistische Angeklagte soll aus Homophobie einen schwulen Touristen ermordet haben. Das Urteil wird am Freitag erwartet. Zur Urteilsverkündung planen linke Aktivist*innen die Demo "Emanzipatorisch gegen Islamismus und Queerfeindlichkeit!"


Das Urteil soll am Freitag fallen (Bild: Hermann / pixabay)

Im Dresdner Prozess um einen mutmaßlich islamistisch motivierten Messerangriff auf ein schwules Paar hat am Mittwoch auch die Nebenklage – also der Lebenspartner des getöteten Mannes – lebenslange Haft für den Angeklagten gefordert. Seine Anwälte erklärten, die Tat habe tiefe seelische Wunden und schwerste körperliche Verletzungen bei ihm hinterlassen. Zudem beantragte die Nebenklage, die besondere Schwere der Schuld festzustellen, wie eine Sprecherin des Oberlandesgerichts Dresden am Mittwoch sagte.

Dem Angeklagten werden unter anderem Mord und versuchter Mord vorgeworfen. Die Bundesanwaltschaft hatte bereits am 6. Mai lebenslang inklusive der besonderen Schwere der Schuld gefordert (queer.de berichtete).

Die Verteidigung räumte zwar ein, dass der Mandant die Tat begangen habe, plädierte aber am Mittwoch nicht auf ein bestimmtes Strafmaß, sondern forderte die Anwendung des Jugendstrafrechts. Der 21-jährigen Angeklagte war zum Tatzeitpunkt erst 20. Die Tat sei die Folge einer "jugendlich verzerrten Wahrnehmung" gewesen. Das Urteil gegen den Syrer soll am Freitag fallen.

Der als islamistischer Gefährder eingestufte Abdullah A. soll im Oktober in der Dresdner Altstadt unvermittelt auf die beiden Männer aus Nordrhein-Westfalen eingestochen haben, weil sie schwul waren. Ein 55-Jähriger starb kurz darauf im Krankenhaus, dessen 53-jähriger Partner, der im Prozess als Nebenkläger auftritt, überlebte schwer verletzt. Die Staatsanwaltschaft hatte Homophobie als mögliches Motiv zunächst verschwiegen (queer.de berichtete).

A. wurde mehrere Tage nach der Tat gefasst. Zum Auftakt der Verhandlung vor rund drei Wochen schwieg er. Gegenüber einem psychiatrischen Gutachter schilderte er seine Tat aber sehr detailliert. Reue empfand A. nach Angaben des Sachverständigen Norbert Leygraf nicht.

Demo geplant

Anlässlich der Urteilsverkündung haben linke Gruppen eine Demonstration vor dem Gerichtsgebäude und am Tatort angekündigt. Das Motto lautet: "Emanzipatorisch gegen Islamismus und Queerfeindlichkeit!" Dazu aufgerufen haben unter anderem die Antifaschistische Initiative Löbtau, Queer Pride Dresden und die linksjugend Dresden. "Wir müssen uns als Linke der Herausforderung stellen, trotz und wegen der rassistischen Instrumentalisierung dieser Tat von Rechts, das Problem beim Namen zu nennen: Islamismus. Wir müssen uns selbstkritisch fragen, warum viele von uns im Oktober nicht öffentlich reagiert haben", so die Initiator*innen. (AFP/cw)

Twitter / AntifaLoebtau



#1 Niki-NickAnonym
  • 19.05.2021, 17:39h
  • Bestimmt wird er nur max. 10 Jahre bekommen, weil er als "Jugendlicher" nicht die geistige Reife hatte und die beteurung er müsse noch viel mehr umbringen vom Ricter als die im Artikel genannte "jugendlich verzerrte Wahrnehmung" auslegt...
    Der Richter hat, wenn ich richtig gelesen habe, ja schon gesagt das er an einer besserung glaubt...

    Sorry ich hab da einfach kein Vertrauen mehr...
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#2 GodzillaAnonym
  • 19.05.2021, 17:50h
  • -"Die Verteidigung räumte zwar ein, dass der Mandant die Tat begangen habe, plädierte aber am Mittwoch nicht auf ein bestimmtes Strafmaß, sondern forderte die Anwendung des Jugendstrafrechts. Der 21-jährigen Angeklagte war zum Tatzeitpunkt erst 20. Die Tat sei die Folge einer "jugendlich verzerrten Wahrnehmung" gewesen. Das Urteil gegen den Syrer soll am Freitag fallen."-

    Warum schlägt die Verteidigung dem hinterbliebenen Partner nicht gleich ins Gesicht?! Denn was anderes ist diese Forderung, angesichts der Vita des Angeklagten und der Gutachten, nicht.

    @#1
    Da verwechselt du etwas, der Richter hat sich dem Gutachten angeschlossen, wenn ich mich recht entsinne.
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#3 Niki-NickAnonym
#4 MaeksAnonym
  • 20.05.2021, 13:23h
  • Antwort auf #2 von Godzilla
  • Es ist nunmal Aufgabe der Verteidigung und das gute Recht des Angeklagten (so verwerflich Tat und Motiv sein mögen), vor Gericht für die Rechte des Angeklagten zu kämpfen und für ihn günstige Perspektiven vorzutragen.

    Das ist kein persönlicher Angriff auf den Nebenkläger, sondern eine legitime Strategie der Verteidigung.
    Anschließen muss und sollte sich das Gericht dieser Interpretation selbstverständlich nicht.
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