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Biopic angekündigt

Cher wird 75

"Gay Icon" ist das Wort, das für die immer jünger werdende Cher am häufigsten genutzt wird. Zu ihrem Geburtstag kündigte die "Believe"-Sänger an, dass eine Filmbiografie über ihr Leben in Arbeit sei.


Cher bei einem Konzertauftritt im Jahr 2014 (Bild: David Carroll / flickr)

Das ist typisch Cher: Nur wenige Stunden vor ihrem 75. Geburtstag kündigte sie das nächste Projekt an. Universal Pictures werde ein Biopic über sie in die Kinos bringen. Das Drehbuch werde niemand anderes als "ihr lieber Freund", der "Forest Gump"- und "A Star is Born"-Autor Eric Roth, schreiben. Außerdem stehen das Produzenten-Duo Judy Craymer und Gary Goetzman und Universal Studios hinter dem bislang noch titellosen Projekt. Immerhin räumten zuletzt in Hollywood Filme über Musikgrößen bei den Kinokassen und Preisverleihungen ab, zuletzt etwa "Bohemian Rhapsody" über Freddie Mercury und "Rocketman" über Elton John.

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Cher wurde 1946 in Südkalifornien als Tochter eines armenischstämmigen Fernfahrers und einer Schauspielerin geboren, die irische, englische, deutsche und Cherokee-Wurzeln hat. Sie wurde mit Hits wie "I Got You Babe" bereits als 19-Jährige an der Seite ihres elf Jahre älteren Ehemannes Sonny Bono zum Superstar. Mit der kunterbunten Varieté-Show "The Sonny & Cher Comedy Hour" hatte sie in den Siebzigerjahren eine der erfolgreichsten Unterhaltungssendungen im US-Fernsehen. Keiner wusste damals, dass Bono nach der Scheidung von Cher die LGBTI-feindliche Scientology-Sekte unterstützen und ein rechtsgerichteter Parlamentsabgeordneter in Washington werden würde, der Homo-Rechte als Teufelszeug abtut – Bono starb 1998 nach einem Skiunfall.


Letztes Jahr setzte sich Cher im Wahlkampf für Joe Biden und Kamala Harris ein (Bild: Gage Skidmore / flickr)

Trotz ihres Ex gilt Cher in ihrem Heimatland als eine der größten derzeit lebenden Schwulenikonen, gegen die sogar Madonna blass und alt wirkt. So gibt es nur wenige Dragqueens, die nicht schon einmal die Cher-Perücke übergeworfen haben. In der TV-Sendung "Great Things About Being..." wurde sie etwa als Hauptgrund bezeichnet, "warum es großartig ist, schwul zu sein." Ihr Album "Believe" war 1998 mit Eurodisco-Sounds und Texten über Freiheit und Individualismus speziell auf diese Zielgruppe zugeschnitten – und die Community bedankte sich: Das Lied "Believe" lief in Schwulendiscos rauf und runter und wurde zur erfolgreichsten Single in Chers Musikerinnenleben. Das Album gehörte zu den ersten, in dem die neue Technologie Auto-Tune verwendet wurde, die heute zum Standard-Repertoire der Popmusik gehört.

Das queere Magazin "Advocate" schrieb bereits vor über zehn Jahren: "Während wir geschlafen haben, hat Cher seit vier Jahrzehnten jeden einzelnen Tag unsere Kindheitsfantasien ausgelebt. Sie verkörpert die kompromisslose Freiheit und Furchtlosigkeit, nach der wir streben." Ihr Image als Schwulenmutti kultivierte Cher: So spielte die nebenberufliche Schauspielerin (und Oscarpreisträgerin) in zwei Folgen der TV-Comedyserie "Will & Grace" mit – in einer Episode aus dem Jahr 2002 stellte sie sogar Gott persönlich dar. Neben ihr räkeln sich im Homo-Himmel leicht bekleidete Tänzer zu Discobeats.


Cher spielte Gott in "Will & Grace"

Natürlich ist Cher nicht unfehlbar, wie das Verhältnis zu ihrem trans Sohn Chaz Bono zeigt. Bereits Mitte der Neunziger hatte er sich im Alter von 17 Jahren als lesbisch geoutet – und Cher war darüber nicht erfreut. Zunächst, so berichtete die Sängerin selbst, fühlte sie sich, als ob sie etwas bei der Erziehung falsch gemacht habe. Nach kurzer Zeit akzeptierte sie aber die sexuelle Orientierung ihres Kindes und begann, sich öffentlich für Homosexuellen-Rechte einzusetzen. Sie war etwa 1998 Hauptrednerin bei der Konferenz der Parents, Families, & Friends of Lesbians and Gays (PFLAG). Bei seinem Coming-out als trans 2009 erhielt Chaz Bono die volle Unterstützung seiner Mutter.

Direktlink | "Will & Grace"-Schauspieler Sean Hayes entdeckt Cher im Publikum der Ellen-de-Generes-Show
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Cher zeigte auch nach dem Erreichen des Renteneintrittsalters, dass man sich verändern und immer neu erfinden kann – natürlich auch mit Hilfe von plastischen Chirurgen. Sie gibt öffentlich zu, dass sie ihre Nase, ihren Mund, ihre Brüste und andere Körperteile behandeln ließ, um nicht wie die gemeine Großmutter über die Bühne zu schleichen. Anders als bei anderen Hollywood-Größen scheint sie die richtigen Ärzte zu kennen, die sie nicht zur Unkenntlichkeit zurecht geschnippelt haben. Ihre jugendliche Ausstrahlung brachte ihr aber zusätzlich das Image ein, unsterblich zu sein – wie der Komiker Jimmy James treffend beschreibt: "Nach einer Nuklearkatastrophe gibt es auf der Erde nur noch Kakerlaken und Cher." Die angesprochene Sängerin reagierte darauf mit den Worten: "Ich weiß eben, wie man überlebt."



#1 MichaelTh
#2 JajaAnonym
#3 queergayProfil
  • 20.05.2021, 17:18hNürnberg
  • Die 75-jährige Diva ist schon sehr geschäftstüchtig. Für eine Eintrittskarte zu ihrer Show im September 2021 in North Charleston (USA) werden 458,- US-Dollar verlangt.
    Für so einen Betrag lässt sich viel anderes unternehmen und erleben. Trotzdem sind ihre Shows schon spektakulär. Man kann welche auch bei youtube (gratis) finden.
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