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Bremer Hass-Prediger

Berufungsverfahren gegen Latzel frühestens im Spätherbst

Der Berufungsprozess gegen den verurteilten Homo-Hasser wird erst in Monaten losgehen. Solange darf der Pastor der evangelischen Kirche weiterpredigen, als wäre nichts geschehen.


Olaf Latzel darf seine Hassbotschaften seit Jahren als Vertreter der Evangelischen Kirche verbreiten

Die Berufungsverhandlung gegen den Bremer Pastor Olaf Latzel wird noch Monate auf sich warten lassen, weil die zuständige Kammer des Landgerichts der Hansestadt bereits ausgebucht sei. Das bestätigte Gerichtssprecher Jan Stegemann gegenüber mehreren Medien. Vor November dürfte "wahrscheinlich vorbehaltlich frei werdender Sitzungstage" der Prozess nicht beginnen, so Stegemann gegenüber der Nachrichtenagentur epd. "Voraussichtlich wird die Verhandlung dann mehr als einen Tag in Anspruch nehmen, allerdings nicht deutlich darüber."

Latzel war letzten November vom Amtsgericht wegen wegen Aufstachelung zum Hass gegen Homosexuelle zu einer Geldstrafe von 8.100 Euro verurteilt worden (queer.de berichtete). Anlass für den Prozess gegen den Pastor der St.-Martini-Gemeinde waren auf Youtube veröffentlichte Äußerungen Latzels in einem "Eheseminar". Darin bezeichnete er gelebte Homosexualität pauschal als "Degenerationsform von Gesellschaft" und als "todeswürdig". Die LGBTI-Community beschimpfte er als "Gender-Dreck". Außerdem warf er CSD-Besucher*innen vor, "Verbrecher" zu sein (queer.de berichtete).

Nachdem Latzels Gemeinde mehrfach mit dem Austritt aus der Bremischen Evangelischen Kirche gedroht hatte, erlaubte diese ihm trotz der Verurteilung seit April, bis zum Abschluss des Strafverfahrens erneut zu predigen (queer.de berichtete). Er sollte sich nur für eine LGBTI-feindlichen Äußerungen entschuldigen.

Latzel "entschuldigte" sich bei Homosexuellen

Die angebliche Entschuldigung fiel allerdings windelweich aus – und erweckte gar den Eindruck, viele Schwule und Lesben seien "militante Aggressoren". Konkret sagte Latzel Ende April nach einem Gottesdienst: "In dem Eheseminar sprach ich an einer Stelle von Verbrechern. Dieses bezog sich nicht auf homosexuell lebende Menschen, sondern auf militante Aggressoren, die uns als Gemeinde in den letzten Jahren immer wieder angegriffen und gotteslästerlich diffamiert haben", so Latzel. "Wenn der Eindruck entstanden sein sollte, dass ich generell alle Homosexuellen für Verbrecher hielte, will ich mich dafür entschuldigen." Der Evangelischen Kirche in Bremen reichte diese "Entschuldigung" aus.

Latzel ist Chef einer von 61 Kirchengemeinden der Bremischen Evangelischen Kirche. Er war bereits wiederholt wegen Ausbrüche gegen Homosexuelle oder Angehörige anderer Religionen aufgefallen. Die "Frankfurter Rundschau" bezeichnete ihn deshalb bereits vor seinen Äußerungen im Ehe-Seminar als "Hetzprediger von der Weser". (dk)