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Heimkino

Meilensteine des französischen Queer Cinema

Der Salzgeber Club widmet Sébastien Lifshitz in diesem Monat eine ganze Filmreihe: Nach "Sommer wie Winter" gibt es nun auch "Wild Side" und "Offene Herzen" als Video on Demand.


Szene aus "Offene Herzen" (Bild: Salzgeber)
  • 20. Mai 2021, 16:24h, noch kein Kommentar

Regisseur Sébastien Lifshitz (Bild: Joost Pauwels / wikipedia)

Mit seiner einfühlsamen Doku "Kleines Mädchen" über ein siebenjähriges trans Mädchen begeisterte Sébastien Lifshitz im vergangenen Jahr sein Publikum – darunter viele junge Queers, die den französischen Regisseur und Drehbuchautor bislang nicht kannten.

Der Filmverleih Salzgeber erinnert in diesem Monat dankenswerter Weise daran, dass der 1968 in Paris geborene Filmemacher schon seit über zwei Jahrzehnten das Queer Cinema prägt: Nach "Sommer wie Winter" (2000) gibt es nun auch seinen ersten Spielfilm "Offene Herzen" (1998) sowie den Teddy-Gewinner "Wild Side" (2004) als Video on Demand im Salzgeber Club.

"Offene Herzen": Ein arabischer Teenager in Paris

Der nur 45 Minuten lange Spielfilm "Offene Herzen" erzählt auf faszinierende Weise vom Coming-of-Age eines arabischen Teenagers in Paris: Rémi (Yasmine Belmadi) ist eigentlich ein ganz gewöhnlicher Junge. Er macht sein Wirtschaftsabitur, arbeitet in einem Gemüseladen, hängt mit seinen Freunden herum.

Dann entdeckt er einen Aushang in der Schule mit der Einladung zu einem Filmcasting: Der Regisseur sucht jemanden, der einen Außenseiter spielt: einen Jungen, der andere Jungen mag. "Wird in Ihrem Film auch geküsst?" fragt Rémi. Und macht sich darauf gefasst, neue Erfahrungen zu sammeln…

Vimeo / Salzgeber Club | Trailer zu "Offene Herzen" und Möglichkeit, den Film direkt anzuschauen
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"Wild Side" Eine trans Sexarbeiterin und ihre zwei Liebhaber

Noch weitaus mehr als "Offene Herzen" gilt "Wild Side" als ein Meilenstein des französischen Queer Cinema. Der anderthalbstündige Spielfilm von 2004 hat auch 17 Jahre nach seiner Uraufführung nichts von seiner poetischen Kraft verloren. Im Mittelpunkt steht die transsexuelle Stéphanie, die in Paris lebt und ihr Geld als Sexarbeiterin verdient. Ein Anruf führt sie zurück in die Vergangenheit: Ihre Mutter, die letzte Verwandte, ist schwer erkrankt und braucht ihre Hilfe.


Stéphanie Michelini als Stéphanie in "Wild Side" (Bild: Salzgeber )

Stéphanie reist in das Dorf, das sie vor 17 Jahren als Pierre verlassen hat. Zwischen ihr und der Mutter liegen nur Schweigen und Misstrauen. Da kommen Stéphanies Liebhaber nach, die selbst von schmerzvollen Erinnerungen getrieben werden: Djamel, ein algerischer Migrant, der sich in Paris als Stricher verdingt, und Mikhail, der aus der russischen Armee nach Frankreich flüchtete. Allmählich scheint Stéphanies Mutter ihre Tochter und deren Freunde zu verstehen...

Regisseur Sébastien Lifshitz zeigt mit gewohnt sinnlicher Bildsprache drei Entwurzelte, die im rauen Pariser Rotlichtmilieu zueinanderfinden, aber erst in der Weite der nordfranzösischen Provinz zu einer Ersatzfamilie zusammenwachsen. Sein Film wechselt virtuos zwischen Erinnerung und Gegenwart, Abschied und Neubeginn, Momenten tiefster Verletzung und höchster Zärtlichkeit.

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Ab 27. Mai folgen im Salzgeber Club auch noch Lifshitz' Film "Die Unsichtbaren" (2012) über Pionier*innen der französischen Lesben- und Schwulenbewegung sowie die Doku "Bambi" (2013) über die trans Kabarettistin und Lehrerin Marie-Pierre Pruvot, die ebenfalls einen Teddy gewann. (cw)