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Dresden

Drei Dragkings fürs Hygiene-Museum

Sexualitäten statt Sexualität: Das Deutsche Hygiene-Museum Dresden (DHMD) hat den beliebtesten Teil seiner Dauerausstellung "Abenteuer Mensch" endlich entstaubt.


Begrüßen die Besucher*innen des Hygiene-Museums: Victor Victorious, Izzy Aman und Scott Free vom Pecs Drag King Collective (Bild: Stephen Allwright / DHMD)

Queerer Relaunch im Deutschen Hygiene-Museum Dresden (DHMD): Der beliebteste Teil der Dauerausstellung "Abenteuer Mensch" – der Raum zum Thema Sexualität – wurde nach 17 Jahren komplett neugestaltet. Dieser Schritt sei dringend nötig gewesen, sagte Museumsdirektor Klaus Vogel am Donnerstag. "Die Welt hat sich einfach verändert, insbesondere für junge Menschen." Diese seien das Hauptpublikum in dem Saal, der nun mit "Sexualitäten. Die Liebe, das Ich und die Vielfalt der Geschlechter" betitelt ist.

"Wir haben nicht weniger als einen Diversity-Turn vollzogen, von der guten alten Sexualität zu den neuen Sexualitäten, von der Norm zur Individualität einer- und der Pluralität andererseits." Der "Dauerbrenner" des Museums informiere nun über fast alles, "was wir heute mit Sexualität in Verbindung bringen" – von gesetzlichen Regelungen zum dritten Geschlechtseintrag oder Adoptionen durch Lesben und Schwule bis zu Internet-Pornos und Online-Dating. Auf einer Infotafel wird der Begriff "cisgender" erklärt.


Infotafel im Hygiene-Museum (Bild: Oliver Killing / DHMD)

"Verwirrtsein ist genau das, was wir erzeugen wollen"

Gleich in der ersten Abteilung gibt es unter dem Motto "Ich und du und ihr und wir" überlebensgroße Fotografien von drei Dragkings zu sehen. "Verwirrtsein ist genau das, was wir erzeugen wollen", erklärte Mitkuratorin Carola Rupprecht gegenüber dem MDR zu den Porträts des Londoner Fotografen Stephen Allwright. "Man sieht daran, dass diese Zuschreibung, was als männlich und weiblich gilt, eben doch einfach sozial konstruiert wird – natürlich neben dem biologischen Geschlecht."

Erzählt wird im neugestalteten Raum auch die Kulturgeschichte der Leidenschaften von historischen Mitteln der Luststeigerung bis zu digitalen Formen des sexuellen Begehrens. Im Zuge eines vom Bund geförderten Forschungsprojekts wurden Objekte aus hauseigenem Bestand aufgearbeitet und Forschungstische entwickelt.


Blick in den Ausstellungsraum (Bild: Oliver Killing / DHMD)

Plädoyer für selbstbestimmten Umgang mit sexueller Vielfalt

Die Ausstellung sei als ein "engagiertes Plädoyer für einen selbstbestimmten Umgang mit unterschiedlichen Formen von Sexualität" gedacht, heißt es auf der Homepage des Museums. "Die Menschen sollen frei sein, sich für monogame, homosexuelle, bisexuelle, heterosexuelle, polygame oder andere sexuelle Beziehungen zu entscheiden – oder auch für ein Leben ganz ohne Sex."

Das Museum soll ab Freitag nach langer Schließung aufgrund der Corona-Pandemie wieder zugänglich sein. Direktor Vogel sprach von einem "Zeichen der Hoffnung, dass es weitergeht". Auch in den vergangenen Monaten sei hinter den Kulissen gearbeitet worden. Das Digitale könne den realen Besuch nicht ersetzen, "es ist die besondere Atmosphäre, die unsere Arbeit sinnvoll macht". (cw/dpa)

Service

DHMD, Lingnerplatz 1, 01069 Dresden. Öffnungszeiten: ab 21.05.2021 Fr-So und Pfingstmontag 10-17 Uhr. Einlass nur mit vorab gebuchtem Online-Ticket unter Beachtung der geltenden Hygieneregeln. Besucher ab 8 Jahren brauchen einen höchstens 24 Stunden alten Negativtest, Geimpfte und Genesene die entsprechenden Nachweise darüber.


#1 Ralph
  • 21.05.2021, 10:11h
  • Amtlicher Geschlechtseintrag und Adoptionsrecht auf einer Stufe mit Pornographie - das könnte die AfD nicht besser.
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#2 steffdaAnonym
  • 21.05.2021, 11:29h
  • Antwort auf #1 von Ralph
  • "Der "Dauerbrenner" des Museums informiere nun über fast alles, "was wir heute mit Sexualität in Verbindung bringen" von gesetzlichen Regelungen zum dritten Geschlechtseintrag oder Adoptionen durch Lesben und Schwule bis zu Internet-Pornos und Online-Dating."

    Nur weil hier im Artikel eine Aufzählung erfolgt, heißt das nicht, dass in der Ausstellung diese Dinge auf einer stufe dargestellt werden.
    Verstehendes Lesen sollte Beißreflexe ausstechen.
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#3 DankeAnonym
#4 Ralph
  • 21.05.2021, 16:37h
  • Antwort auf #2 von steffda
  • Dann klär mich bitte auf, was standesamtliche Verwaltungsakte und gesetzliche Vorschriften des Familienrechts mit Sexualität zu tun haben. Mir war bisher nicht bewusst, dass es beim Geschlechtseintrag oder bei der Adoption um Sex geht. Mich nervt, dass alles, was die rechtlichen Belange von LSBTI berührt, sofort mit Sex assoziiert wird. Der jeweils gleiche Vorgang bei Heten brächte niemanden auf den Gedanken an Sex.
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#5 genervtAnonym
  • 21.05.2021, 20:38h
  • Antwort auf #4 von Ralph
  • Nervt mich auch. Tatsächlich hat all das aber auch bei cis Heten mit Sex(ualität) zu tun. Nur ist es so normalisiert, dass es keiner_m mehr auffällt. Und das nervt mich noch mehr.
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