Hauptmenü Accesskey 1 Hauptinhalt 2 Footer 3 Suche 4 Impressum 8 Kontakt 9 Startseite 0
Neu Presse TV-Tipps Termine
© Queer Communications GmbH
https://www.queer.de/detail.php?article_id=38951
Home > Kommentare

Kommentare zu:
Kevin Spacey steht wieder vor der Kamera


#1 Eberhard WüstlingerAnonym
  • 24.05.2021, 10:28h
  • Er ist und bleibt ein grandioser Schauspieler - und nur darum geht es hier. Ich finde, dass er nun lange genug gebüßt hat und "gecancelt" wurde, erfreuen wir uns endlich wieder an seiner Schauspielkunst! Ich freue mich auf den Film.
  • Antworten » | Direktlink »
#2 LotiAnonym
#3 MinnaProfil
#4 LegatProfil
#5 trans naysayerAnonym
  • 24.05.2021, 14:13h
  • Antwort auf #4 von Legat
  • "Von "canceln" zu sprechen, wenn ein massives Fehlverhalten angeklagt wird, ist eine Unverschämtheit und eine Verhöhnung der Opfer."

    Ja, das ist es. Aber es ist noch viel schlimmer, denn es gibt eine tief internalisierte Ursache für die Verhöhnung der Opfer und victim blaming: rape culture. Wer sich so äussert, wie manche hier, hat eine in der Gesellschaft bestehende rape culture kognitiv "normalisiert". Genau das kennzeichnet "rape culture". Es ist "normal" - und somit nicht nur verzeihlich. Der Täter wird darüber hinaus zum eigentlichen Opfer, dem "Schaden" und "Ungerechtigkeit" widerfahren ist, weil man sein Verbrechen benannt hat.
    Nicht umsonst ist der "Schaden" für die Opfer solcher predators hier nie ein Thema. Tief internalisierte und "normalisierte" rape culture at its best.
  • Antworten » | Direktlink » | zu #4 springen »
#6 Pu244Anonym
  • 24.05.2021, 14:57h
  • Antwort auf #1 von Eberhard Wüstlinger
  • "lange genug gebüßt"

    Die Vorwürfe sind schon heftig, für den sexuellen Mißbrauch an minderjährigen gibt es üblicherweise Gefängnis. Nur weil die juristische Schuld verjährt ist, muß das noch lange nicht für die moralische gelten.

    Am Ende muß jeder selbst wissen, ob er so jemanden unterstützen möchte. Wenn es zutrifft, dann war es mMn noch nicht lange genug. Bei Roman Polanski kann man das eher sagen.
  • Antworten » | Direktlink » | zu #1 springen »
#7 LotiAnonym
  • 24.05.2021, 15:26h
  • Antwort auf #6 von Pu244
  • Du beschreibst es doch selbst. Es handelt sich um Vorwürfe. Bewiesen ist rein gar nichts. Im übrigen finde ich hat Kevin Spacey als Schauspieler durchaus eine zweite Chance verdient. Ich kenne ihn nicht persönlich und somit kann ich auch nur über seine berufliche Qualifikation etwas schreiben. Und darin ist er herausragend.
  • Antworten » | Direktlink » | zu #6 springen »
#8 Ehrliche HautAnonym
#9 Sven-LeonAnonym
  • 24.05.2021, 17:32h
  • Antwort auf #4 von Legat
  • Angeklagt worden ist viel, bewiesen ist nichts. Ich halte es ehrlich gesagt für einen Skandal, einen herausragenden Schauspieler wie Spacey auszubooten, solange keine rechtswirksame Verurteilung vorliegt und sich alles auf bloße Behauptungen und Anschuldigungen stützt. Sorry, aber so funktioniert Rechtsstaatlichkeit nicht.
  • Antworten » | Direktlink » | zu #4 springen »
#10 LegatProfil
#11 LegatProfil
#12 DominikAnonym
  • 24.05.2021, 18:47h
  • Was hier teilweise zu lesen ist, verdient Kritik. Sexuelle Belästigung und sexuelle Nötigung sind keine Kavaliersdelikte. Im Fall Spacey gibt es nicht nur ein mutmaßliches Missbrauchsopfer, sondern mindestens neun Männer, die behaupten, früher von ihm sexuell belästigt oder genötigt worden zu sein. "Unangemessenes Verhalten" gab Spacey ja sogar selbst schon zu, und er begab sich nach eigenen Angaben in therapeutische Behandlung.

    Wahrscheinlich hat er bloß dem Umstand der Verjährung zu verdanken, dass er sich nicht vor Gericht verantworten musste. Er hat außerdem, um sich öffentlich zu rechtfertigen, sein Coming Out als Homosexueller in Verbindung gesetzt mit diesen mutmaßlich stattgefundenen Missbrauchstaten. Allein das ist schon beschämend und sollte empört zurückgewiesen werden.

    Als mehrfacher Millionär wird er sicher bis zu seinem Lebensende gut davon leben können. Vor eine Kamera oder auf eine Bühne gehört er meiner Meinung nach nicht mehr, dazu ist die Sachlage der im Raum stehenden Vorwürfe zu erdrückend. Außerdem sieht eine glaubwürdige Buße echt anders aus, als er zumindest öffentlich gezeigt hat. Für sein vages Regret-Statement und die Verknüpfung von Homosexualität und sexueller Übergriffigkeit, kann ich ihm echt keinen Orden verleihen.
  • Antworten » | Direktlink »
#13 guardiannrwAnonym
  • 24.05.2021, 19:37h
  • Ob Missbrauch vorlag, das wurde nie vor der Justiz oder mit Bildern, Videos, Zeugen uä. bewiesen - daher gilt er als unschuldig.Mutmaßungen, "persönliche Gefühle" zählen nicht.Es ist nicht richtig wenn aufgrund von Behauptungen Existenzen zerstört werden!
    Ich finde Missbrauch auch abscheulich und ein NEIN ist ein NEIN.Doch ohne Beweise gilt die Unschuldsvermutung.
  • Antworten » | Direktlink »
#14 LegatProfil
#15 LegatProfil
#16 GodzillaAnonym
  • 24.05.2021, 21:07h
  • Gleich vorweg: Ich habe den Fall Spacey lediglich am Rand mitbekommen bzw. bin nicht mit den Einzelheiten vertraut. Nun zum eigentlichen:

    Die Vorwürfe stehen im Raum und sind nicht ohne und die Fälle in denen gelogen wird sind selten, sprich solche Vorwürfe sind meist zutreffend. Opfer reden in vielen Fällen erst sehr spät darüber, es gibt bestimmt auch Fälle wo Menschen das mit ins Grab nehmen.
    Das ist also die Seite fernab des juristischen, nun kommen wir aber genau zu dem Punkt:
    Spacey wurde nie verurteilt, aus diesem Grund darf er in der Öffentlichkeit nicht als Sexualstraftäter bezeichnet werden, in dem Fall würde man sich selbst in den strafrechtlichen Bereich begeben.
    Ja, er hat die Vorwürfe zu einem gewissen Grad eingeräumt und das kann zu Recht angesprochen werden, mehr aber nicht.
    Aus der rein menschlichen Sicht ist der Fall Spacey wirklich ein starkes Stück aber rechtlich sieht die Sache etwas anders aus.
    Stellt sich also die Frage: Aus welcher Sicht möchte man die Vorfälle betrachten und demzufolge benennen.

    So sehr es mich schmerzt, aus empathischer und betroffener Sicht, das rechtliche kann ich nicht außen vor lassen.
  • Antworten » | Direktlink »
#18 GodzillaAnonym
  • 24.05.2021, 23:27h
  • Antwort auf #17 von Legat
  • Vielen Dank für den Link, an meinen Ausführungen ändert dies jedoch nichts.

    Was den dort benannten Zeugen angeht so bin ich etwas zwiespältig.
    Einerseits kann ich mir vorstellen in was für einem Gefühlschaos dieser steckt aber das gleich zwei Prozesse nicht stattfinden konnten stimmt mich nachdenklich. Das Platzen des Strafprozesses kann ich mir noch irgendwie erklären, auch wenn ich die Sache mit dem Handy merkwürdig finde aber das der Zeuge den Zivilprozess absagt ist für mich ein absolutes Rätsel.
    Da ich aber in keinster Weise in den Fall verwickelt bin, kann auch ich nur anhand der Informationen die der breiten Öffentlichkeit zur Verfügung stehen meine Ansicht(en) äußern.

    Fakt ist jedoch, dass Spacey nicht rechtskräftig verurteilt ist, ganz gleich was passiert ist, nur die Beteiligten kennen die Wahrheit.
  • Antworten » | Direktlink » | zu #17 springen »
#19 DominikAnonym
  • 25.05.2021, 07:40h
  • Antwort auf #18 von Godzilla
  • Streng juristisch gesehen: Er ist kein verurteilter Sexualstraftäter. Ich würde in diesem Fall aber das Attribut "nicht vorbestraft" anstelle von "unschuldig" (o.ä.) bevorzugen.

    Jenseits dieser Sichtweise: Ich bitte dich, er hat die Vorwürfe in verklausulierten Worten selbst zugegeben. Wäre nichts dran, so hätte er sie gewiss bestritten. Den Aspekt der juristischen Verjährung darf man nicht vergessen, wenn man sich fragt, warum es zu keiner Anklage kam. Aufgrund dessen, dass es zu keinem Prozess und keinem Urteil kam, lässt sich natürlich auch nicht genau sagen, welche Dimension die Fälle im Einzelnen haben. Von sexueller Belästigung und sexueller Nötigung ist aber mindestens auszugehen, da dem auch von seiner Seite und von Seiten seiner Anwälte nie widersprochen worden ist.

    Ich bin auch nicht für ewige soziale Ächtung. Er hat aber auch nicht wirklich Reue gezeigt, zumindest nicht öffentlich. Einen Zusammenhang herzustellen zwischen seiner (jahrzehntelang verschwiegenen) Homosexualität und seinen (mutmaßlichen) Missbrauchstaten, finde ich besonders abstoßend: "Ja, gut, ich bin halt schwul, jetzt wisst ihr es, und da überkam es mich halt hier und da mal, sorry!" Find ich zu billig und zu plump. Für mich kommt er mit dieser Masche nicht durch, no way!
  • Antworten » | Direktlink » | zu #18 springen »
#20 LegatProfil
  • 25.05.2021, 08:40hFrankfurt am Main
  • Antwort auf #18 von Godzilla
  • "Fakt ist jedoch, dass Spacey nicht rechtskräftig verurteilt ist, ganz gleich was passiert ist, nur die Beteiligten kennen die Wahrheit."

    Das ändert halt überhaupt nichts daran, dass du dein eigenes Urteil fällen darfst. Gerichtsurteile sind dafür keine Voraussetzung. Hitler wurde auch nie von einem Gericht verurteilt. Dafür gab es Gründe, so wie es hier Gründe gibt, warum Spacey (noch) nicht verurteilt wurde. Das Gericht kann nicht entscheiden, dass Spacey ab sofort über jeden Zweifel erhaben sei, es kann nur den verhandelten Fall beurteilen und auch den nur aufgrund der damals vorliegenden Beweise. Wie schwer das mit dem Beweisen bei Jahre zurückliegenden Missbrauchsfällen ist, sollte jedem klar sein.
  • Antworten » | Direktlink » | zu #18 springen »
#21 GodzillaAnonym
  • 25.05.2021, 10:07h
  • Antwort auf #20 von Legat
  • -"Das ändert halt überhaupt nichts daran, dass du dein eigenes Urteil fällen darfst."-

    Das habe ich nicht bestritten, daher ist diese Erwähnung unnötig.
    Wie du äußere auch ich nur meine Sicht darauf, allerdings mit dem Unterschied, dass ich nicht nur die emotionale Komponente sehe, was ich aber bei den meisten Kommentaren hier durchaus lesen konnte.

    -"Hitler wurde auch nie von einem Gericht verurteilt."-

    Dieser Vergleich hinkt gewaltig, vorallem unter dem Gesichtspunkt, dass die Taten Hitlers dokumentiert sind und das sogar von den Nazis selbst. Desweiteren halte ich den Vergleich für ausgesprochen unangebracht.

    -"so wie es hier Gründe gibt, warum Spacey (noch) nicht verurteilt wurde. "-

    Natürlich gibt es Gründe aber er ist nun Mal nicht verurteilt, so schwer das zu ertragen ist. Auch für mich ist es schwer vorstellbar, dass die Opfer allesamt lügen, zumal Spacey ja bis zu einem gewissen Grad die Vorwürfe eingeräumt hat (das schrieb ich bereits).
    Wie aus meinen beiden anderen Kommentaren hervorgeht, betrachte ich die Sache Spacey aber von beiden Seiten: der Menschlichen und der Juristischen.

    -"Wie schwer das mit dem Beweisen bei Jahre zurückliegenden Missbrauchsfällen ist, sollte jedem klar sein."-

    Und natürlich ist auch das schwierig, unter anderem deshalb wird den Opfern geraten sich sofort Hilfe zu suchen.
  • Antworten » | Direktlink » | zu #20 springen »
#22 GodzillaAnonym
  • 25.05.2021, 10:20h
  • Antwort auf #19 von Dominik
  • -"Jenseits dieser Sichtweise: Ich bitte dich, er hat die Vorwürfe in verklausulierten Worten selbst zugegeben."-

    Das habe ich in meinem ersten Kommentar ebenfalls angemerkt.

    -"auch von seiner Seite und von Seiten seiner Anwälte nie widersprochen worden ist."-

    Nicht widersprechen heißt nicht automatisch Schuldbekenntnis, obgleich ich weiß worauf du hinaus willst.

    -"Einen Zusammenhang herzustellen zwischen seiner (jahrzehntelang verschwiegenen) Homosexualität und seinen (mutmaßlichen) Missbrauchstaten, finde ich besonders abstoßend: "Ja, gut, ich bin halt schwul, jetzt wisst ihr es, und da überkam es mich halt hier und da mal, sorry!" Find ich zu billig und zu plump. Für mich kommt er mit dieser Masche nicht durch, no way!"-

    Gewiss war der Zeitpunkt seines Outings mehr als schlecht gewählt, da somit der Eindruck entstand die Vorwürfe zu relativieren und zeitgleich könnte es dazu führen, dass Homosexualität Mal wieder mit sexuellen Übergriffen zusammen gedacht wird, beides ist nicht gut.
    Warum Spacey sich gerade zu der Zeit geoutet hat, darüber lässt sich nur mutmaßen.
  • Antworten » | Direktlink » | zu #19 springen »
#23 LegatProfil
  • 25.05.2021, 10:47hFrankfurt am Main
  • Antwort auf #21 von Godzilla
  • "Das habe ich nicht bestritten, daher ist diese Erwähnung unnötig."

    Ich glaube schon, dass das nötig ist, denn immerhin findest du es scheinbar sehr wichtig, sklavisch der Einschätzung von Gerichten zur folgen.

    "Wie du äußere auch ich nur meine Sicht darauf, allerdings mit dem Unterschied, dass ich nicht nur die emotionale Komponente sehe, was ich aber bei den meisten Kommentaren hier durchaus lesen konnte."

    Das ist ein Irrtum, die Einwände hier sind nicht "emotional", sondern verweisen auf die Situtation der Opfer. Für diese ist es einfach sehr schwer nachzuweisen, dass sie missbraucht wurden. Erst recht, wenn absurderweise Foto- und Videoaufnahmen gefordert werden. Auch medizinische Berichte zu fordern ist meistens widersinnig, da viele Opfer nicht sofort anzeigen, was psychologisch gesehen absolut nachvollziehbar ist. Hier haben wir den Fall, dass Spacey einiges selbst eingeräumt hat und wir wissen statistisch, dass es extrem selten ist, dass Missbrauchsfälle einfach erfunden werden. Das macht Spacey nicht in vollem Umfang schuldig, aber der liebe, unbescholtene Onkel von nebenan ist er ganz sicher nicht. Mindestens hat er eine Sexual Predator Vergangenheit und dafür weder Reue noch den Wunsch etwas zu ändern gezeigt. Das macht ihn aus meiner Sicht weiterhin gefährlich. Kannst Du natürlich anders sehen, wenn du magst.

    "'Hitler wurde auch nie von einem Gericht verurteilt.'

    Dieser Vergleich hinkt gewaltig, vorallem unter dem Gesichtspunkt, dass die Taten Hitlers dokumentiert sind und das sogar von den Nazis selbst. Desweiteren halte ich den Vergleich für ausgesprochen unangebracht."

    Das war kein Nazi-Vergleich, sondern ein Vergleich dahingehend, dass es nicht nötig ist die Meinung eines Gerichts abzuwarten, um ein persönliches Urteil zu fällen.

    "Natürlich gibt es Gründe aber er ist nun Mal nicht verurteilt, so schwer das zu ertragen ist."

    Ich finde das nicht schwer zu ertragen, denn ich brauche kein Gerichtsurteil für meine persönliche Beurteilung.

    "Auch für mich ist es schwer vorstellbar, dass die Opfer allesamt lügen, zumal Spacey ja bis zu einem gewissen Grad die Vorwürfe eingeräumt hat (das schrieb ich bereits)."

    Womit für mich die Einschätzung klar ist, dass Spacey sich schuldig gemacht hat.

    "Wie aus meinen beiden anderen Kommentaren hervorgeht, betrachte ich die Sache Spacey aber von beiden Seiten: der Menschlichen und der Juristischen."

    Ich finde das eine sehr merkwürdige, gerichtsbarkeitshörige Grundhaltung.

    "Wie schwer das mit dem Beweisen bei Jahre zurückliegenden Missbrauchsfällen ist, sollte jedem klar sein."

    Ist es und daher sollte man zunächst den Aussagen der Opfer vertrauen.

    "Und natürlich ist auch das schwierig, unter anderem deshalb wird den Opfern geraten sich sofort Hilfe zu suchen."

    Das ist ja schön. Wenn du einmal mit einem Missbrauchsopfer zu tun hattest wird dir hoffentlich klar werden, dass das in vielen Fällen schlichtweg unmöglich ist. Auch deswegen, weil dann genau solche absurden Beweisforderungen gestellt werden.
  • Antworten » | Direktlink » | zu #21 springen »
#24 GodzillaAnonym
  • 25.05.2021, 11:33h
  • Antwort auf #23 von Legat
  • -"Ich glaube schon, dass das nötig ist, denn immerhin findest du es scheinbar sehr wichtig, sklavisch der Einschätzung von Gerichten zur folgen."-

    Falsch, ich erkenne lediglich Gesetzmäßigkeiten an, aus dem Grund rate ich dir an, erneut meinen ersten Kommentar zu lesen.

    -"Das ist ein Irrtum, die Einwände hier sind nicht "emotional", sondern verweisen auf die Situtation der Opfer."-

    Ich sehe darin mehr die Ohnmacht der Kommentatoren einen unerträglichen Zustand nicht ändern zu können.
    Niemand bestreitet hier nämlich, dass die Opfer die Leidtragenden sind.

    -"Hier haben wir den Fall, dass Spacey einiges selbst eingeräumt hat und wir wissen statistisch, dass es extrem selten ist, dass Missbrauchsfälle einfach erfunden werden. Das macht Spacey nicht in vollem Umfang schuldig, aber der liebe, unbescholtene Onkel von nebenan ist er ganz sicher nicht."-

    Und nichts anderes habe ich in meinen bisherigen Kommentaren geschrieben.
    Worum geht es dir also?

    -"Das macht ihn aus meiner Sicht weiterhin gefährlich. Kannst Du natürlich anders sehen, wenn du magst."-

    Wie kommst du darauf, dass ich das anders sehe, etwa nur weil ich das rechtliche nicht außen vor lasse?
    Ich würde ihn allerdings tatsächlich nicht per se als "weiterhin gefährlich" beurteilen aber Schuld auf sich geladen hat er.

    -"Ich finde das eine sehr merkwürdige, gerichtsbarkeitshörige Grundhaltung."-

    Das kannst du halten wie ein Dachdecker aber in einem Rechtsstaat ist auch diese Sicht mit einzubeziehen, nicht mehr und nicht weniger. Wie ich auch bereits schrieb kann man sich selbst in den strafbaren Bereich begeben, falls man Spacey im öffentlichen Raum als schuldig bezeichnet, eben weil die rechtskräftige Verurteilung fehlt.

    -""Wie schwer das mit dem Beweisen bei Jahre zurückliegenden Missbrauchsfällen ist, sollte jedem klar sein."

    Ist es und daher sollte man zunächst den Aussagen der Opfer vertrauen."-

    Das Zitat stammt von dir selbst, nicht von mir.
    Obgleich es für mich auch keinen Grund gibt Opfern nicht zu glauben, ich habe auch nicht das Gegenteil verlauten lassen.

    -"Wenn du einmal mit einem Missbrauchsopfer zu tun hattest wird dir hoffentlich klar werden, dass das in vielen Fällen schlichtweg unmöglich ist. Auch deswegen, weil dann genau solche absurden Beweisforderungen gestellt werden."-

    Stell dir vor, ich bin selbst Opfer von jahrelangen sexuellen Übergriffen und genau das bekräftigt mich in meiner Ansicht und ich weiß auch wie schwer es ist darüber zu reden, vorallem weil in den meisten Fällen ein Abhängigkeitsverhältnis besteht.
    Gerade wenn man schnell handelt können Beweise gesichert werden, leider gibt es Fälle, da ist es auch nach sofortiger Anzeige nicht möglich.
    Ich bitte dich daher darüber nachzudenken bevor du solche Sätze wie diesen "Wenn du einmal mit einem Missbrauchsopfer zu tun hattest" vom Stapel zu lassen, du kannst nämlich niemanden hinter die Stirn schauen.
  • Antworten » | Direktlink » | zu #23 springen »
#25 LegaterellaAnonym
  • 25.05.2021, 11:52h
  • Antwort auf #24 von Godzilla
  • Kann deine Aussagen nur unterstützen.
    Die vorherigen Hitler-Vergleiche von anderer Seite finde ich - bei aller Verachtung für die Taten von Kevin Spacey - an der Stelle dennoch unerträglich und unpassend.
    Erstaunlich, welch selbstherrliche und ich-habe-immer-noch-das-letzte-Wort-Art hier manche an den Tag legen.
  • Antworten » | Direktlink » | zu #24 springen »
#26 LegatProfil
  • 25.05.2021, 13:18hFrankfurt am Main
  • Antwort auf #24 von Godzilla
  • "Falsch, ich erkenne lediglich Gesetzmäßigkeiten an, aus dem Grund rate ich dir an, erneut meinen ersten Kommentar zu lesen."

    "Gesetzmäßigkeit" ist etwas anderes als Gesetze.

    "Ich sehe darin mehr die Ohnmacht der Kommentatoren einen unerträglichen Zustand nicht ändern zu können."

    Klar kann man das ändern und zwar indem man Spacey keine Rollen mehr gibt. Wir hier können zumindest entscheiden, seine Filme/Serien nicht mehr zu sehen und ihm dadurch unsere Unterstützung zu entziehen.

    "'Hier haben wir den Fall, dass Spacey einiges selbst eingeräumt hat und wir wissen statistisch, dass es extrem selten ist, dass Missbrauchsfälle einfach erfunden werden. Das macht Spacey nicht in vollem Umfang schuldig, aber der liebe, unbescholtene Onkel von nebenan ist er ganz sicher nicht.'

    Und nichts anderes habe ich in meinen bisherigen Kommentaren geschrieben.
    Worum geht es dir also?"

    Dann sind wir ja einer Meinung.

    "'Das macht ihn aus meiner Sicht weiterhin gefährlich. Kannst Du natürlich anders sehen, wenn du magst.'

    Wie kommst du darauf, dass ich das anders sehe"

    Dann sind wir ja einer Meinung.

    "etwa nur weil ich das rechtliche nicht außen vor lasse?"

    Wie kommst du darauf, dass ich das Rechtliche außen vor lasse?

    "Ich würde ihn allerdings tatsächlich nicht per se als "weiterhin gefährlich" beurteilen aber Schuld auf sich geladen hat er."

    Ich schon. Kein normaler, gesunder Mensch wird zu einem Sexual Predator. Niemals. Nicht mal "aus versehen". Nicht mal im Vollsuff. Das sollte man einfach mal begreifen.

    "'Ich finde das eine sehr merkwürdige, gerichtsbarkeitshörige Grundhaltung.'

    Das kannst du halten wie ein Dachdecker aber in einem Rechtsstaat ist auch diese Sicht mit einzubeziehen, nicht mehr und nicht weniger."

    Diese grammatikalische Passivkonstruktion sagt mehr über deine Einstellung aus, als dir lieb ist.

    "Wie ich auch bereits schrieb kann man sich selbst in den strafbaren Bereich begeben, falls man Spacey im öffentlichen Raum als schuldig bezeichnet, eben weil die rechtskräftige Verurteilung fehlt."

    Das ist falsch. Ich kann sehr wohl sagen, dass ich ihn für schuldig halte. Glücklicherweise gilt ja noch Meinungsfreiheit. Die ist nämlich ein Grundrecht, wie du vielleicht weißt.

    "Obgleich es für mich auch keinen Grund gibt Opfern nicht zu glauben, ich habe auch nicht das Gegenteil verlauten lassen."

    Kryptisch. Wie ist nun deine Einstellung? Glaubst du erst mal den Opfern oder nicht? Ja oder nein?

    "'Wenn du einmal mit einem Missbrauchsopfer zu tun hattest wird dir hoffentlich klar werden, dass das in vielen Fällen schlichtweg unmöglich ist. Auch deswegen, weil dann genau solche absurden Beweisforderungen gestellt werden.'

    Stell dir vor, ich bin selbst Opfer von jahrelangen sexuellen Übergriffen und genau das bekräftigt mich in meiner Ansicht und ich weiß auch wie schwer es ist darüber zu reden, vorallem weil in den meisten Fällen ein Abhängigkeitsverhältnis besteht."

    Dann solltest du hier deutlich mehr Verständnis zeigen.

    "Gerade wenn man schnell handelt können Beweise gesichert werden, leider gibt es Fälle, da ist es auch nach sofortiger Anzeige nicht möglich."

    Da ist schön. Trotzdem ist es in vielen Fällen den Opfern unmöglich. Und jetzt?

    "Ich bitte dich daher darüber nachzudenken bevor du solche Sätze wie diesen "Wenn du einmal mit einem Missbrauchsopfer zu tun hattest" vom Stapel zu lassen, du kannst nämlich niemanden hinter die Stirn schauen."

    Genau, daher solltest du auch niemals annehmen, dass Äußerungen von Fremden im Internet irgendetwas mit deinem Privatleben zu tun haben, von denen der Fremde nichts wissen kann. Dies ist auch hier der Fall. Ich würde daher eher vorschlagen, dass wir einfach den Sachverhalt diskutieren. Wenn du das von deiner Privatpersönlichkeit nicht trennen kannst, sollten wir JETZT damit aufhören. Wie möchtest du es halten?
  • Antworten » | Direktlink » | zu #24 springen »
#27 LegatProfil
#28 GodzillaAnonym
  • 25.05.2021, 14:22h
  • Antwort auf #26 von Legat
  • -""Gesetzmäßigkeit" ist etwas anderes als Gesetze."-

    Da habe ich tatsächlich das falsche Wort verwendet.

    -"Dann sind wir ja einer Meinung."-

    Das dachte ich mir schon, daher bin ich über diese Diskussion verwundert.

    -"Kein normaler, gesunder Mensch wird zu einem Sexual Predator. Niemals. Nicht mal "aus versehen". Nicht mal im Vollsuff. Das sollte man einfach mal begreifen."-

    Da stimme ich dir selbstverständlich zu, was anderes läge mir fern. "Weiterhin gefährlich" impliziert aber das er weiterhin strafbare Handlungen begehen könnte und das können wir, ich zumindest, nicht im entferntesten beurteilen.

    -"Diese grammatikalische Passivkonstruktion sagt mehr über deine Einstellung aus, als dir lieb ist."-

    Was das über mich aussagt oder nicht interessiert mich in einer Diskussion nicht, da es um die Sache geht und nicht um mich als Person.

    -"Kryptisch. Wie ist nun deine Einstellung? Glaubst du erst mal den Opfern oder nicht? Ja oder nein?"-

    Dann eben klarer: Erstmal schenke ich den Opfern glauben.

    -"Dann solltest du hier deutlich mehr Verständnis zeigen."-

    Wer sagt das ich das sollte und das ich kein Verständnis hätte? Ich habe sogar dargelegt warum ich so denke. Und gerne verweise ich erneut auf meinen ersten Kommentar.

    -"Trotzdem ist es in vielen Fällen den Opfern unmöglich. Und jetzt?"-

    Das schrieb ich ebenfalls, also was willst du gerade wissen?

    -"Genau, daher solltest du auch niemals annehmen, dass Äußerungen von Fremden im Internet irgendetwas mit deinem Privatleben zu tun haben, von denen der Fremde nichts wissen kann. Dies ist auch hier der Fall. Ich würde daher eher vorschlagen, dass wir einfach den Sachverhalt diskutieren. Wenn du das von deiner Privatpersönlichkeit nicht trennen kannst, sollten wir JETZT damit aufhören."-

    Wenn du solch einen Satz "Wenn du einmal mit einem Missbrauchsopfer zu tun hattest" schreibst suggeriert das, dass das Gegenüber keine Ahnung hat, evtl. wäre es also passender eine andere Formulierung zu verwenden. Es hätte ja sogar sein können, dass ich beruflich mit Opfern von sexuellen Übergriffen zu tun habe. Ich fand deine Einleitung einfach nicht durchdacht, mit meiner Reaktion wollte ich das demonstrieren.
  • Antworten » | Direktlink » | zu #26 springen »
#29 LegatProfil
  • 25.05.2021, 15:01hFrankfurt am Main
  • Antwort auf #28 von Godzilla
  • "Das dachte ich mir schon, daher bin ich über diese Diskussion verwundert."

    Ich denke, dass wir zumindest einiges an Schärfe aus der Diskussion nehmen sollten. Ich vermute, wir sind gar nicht so weit auseinander.

    "'Kein normaler, gesunder Mensch wird zu einem Sexual Predator. Niemals. Nicht mal "aus versehen". Nicht mal im Vollsuff. Das sollte man einfach mal begreifen.'

    Da stimme ich dir selbstverständlich zu, was anderes läge mir fern. "Weiterhin gefährlich" impliziert aber das er weiterhin strafbare Handlungen begehen könnte und das können wir, ich zumindest, nicht im entferntesten beurteilen."

    Ich verstehe nicht wie du mir einerseits zustimmen kannst, dass kein normaler Mensch zu einem Sexual Predator wird, aber andererseits jemanden mit einer solchen Vergangenheit, der bislang keinerlei Reue oder Einsicht gezeigt hat, nicht mehr als gefährlich ansiehst.

    "'Diese grammatikalische Passivkonstruktion sagt mehr über deine Einstellung aus, als dir lieb ist.'

    Was das über mich aussagt oder nicht interessiert mich in einer Diskussion nicht, da es um die Sache geht und nicht um mich als Person."

    Dafür wirktest du sehr persönlich angegriffen. Nun gut, ist ja auch nicht so wichtig. Jedenfalls wollte ich damit sagen, dass ich die Gefahr sehen, dass du dein persönliches Urteil viel zu abhängig davon machst, was ein Gericht sagt. Gerade in einer Demokratie ist es dein Recht, und so wie ich das sehe sogar unsere Bürgerpflicht, unsere staatlichen Organe kritisch zu hinterfragen.

    "Dann eben klarer: Erstmal schenke ich den Opfern glauben."

    Gut. Alles andere hätte mich auch massiv verwundert.

    "'Dann solltest du hier deutlich mehr Verständnis zeigen.'"

    Wer sagt das ich das sollte und das ich kein Verständnis hätte? Ich habe sogar dargelegt warum ich so denke. Und gerne verweise ich erneut auf meinen ersten Kommentar."

    Dann sind wir hier ja einer Meinung.

    "'Trotzdem ist es in vielen Fällen den Opfern unmöglich. Und jetzt?'

    Das schrieb ich ebenfalls, also was willst du gerade wissen?"

    Ich möchte nichts wissen, ich möchte dich darauf hinweisen, dass Ratschläge in die Richtung, die Opfer mögen doch bitte sogleich ihren Missbrauch anzeigen, zwar sicher nett gemeint ist, aber in vielen Fällen leider völlig unrealistisch, weil die Opfer dazu einfach nicht in der Lage sind.

    "'Genau, daher solltest du auch niemals annehmen, dass Äußerungen von Fremden im Internet irgendetwas mit deinem Privatleben zu tun haben, von denen der Fremde nichts wissen kann. Dies ist auch hier der Fall. Ich würde daher eher vorschlagen, dass wir einfach den Sachverhalt diskutieren. Wenn du das von deiner Privatpersönlichkeit nicht trennen kannst, sollten wir JETZT damit aufhören.'

    Wenn du solch einen Satz "Wenn du einmal mit einem Missbrauchsopfer zu tun hattest" schreibst suggeriert das, dass das Gegenüber keine Ahnung hat"

    So wirkte das was du schreibst nun mal auf mich. Das ist ja nun aufgeklärt.

    "evtl. wäre es also passender eine andere Formulierung zu verwenden. Es hätte ja sogar sein können, dass ich beruflich mit Opfern von sexuellen Übergriffen zu tun habe. Ich fand deine Einleitung einfach nicht durchdacht, mit meiner Reaktion wollte ich das demonstrieren."

    Hellsehen gehört nicht zu meinen Stärken, daher würde ich dir - gerade im Internet - stark dazu raten, nichts was von Fremden kommt persönlich zu nehmen. Ich werde mich auch bei zukünftigen Diskussionen nicht in vorauseilender Vorsicht zurücknehmen, denn das schadet immer der Sachlichkeit. Bei dir weiß ich zwar jetzt, dass es bei dir einen persönlichen Bezug zum Thema gibt, doch scheint es mir nicht sinnvoll, ab sofort bei jedem anonymen Nutzer mit dem Namen "Godzilla" davon auszugehen und daher lieber gar nichts zu sagen. So funktioniert Kommunikation - gerade anonyme - im Internet nun mal nicht. Das sollte man sich bewusst machen, wenn man diese Arena betritt.
  • Antworten » | Direktlink » | zu #28 springen »
#30 GodzillaAnonym
  • 25.05.2021, 16:12h
  • Antwort auf #29 von Legat
  • -"Ich verstehe nicht wie du mir einerseits zustimmen kannst, dass kein normaler Mensch zu einem Sexual Predator wird, aber andererseits jemanden mit einer solchen Vergangenheit, der bislang keinerlei Reue oder Einsicht gezeigt hat, nicht mehr als gefährlich ansiehst."-

    Ich würde es auf bisherige Erfahrungen bezüglich des Themas zurückführen und das nach den Vorwürfen ggü. Spacey es ihm schwerer fallen dürfte Opfer zu finden und er die Vorwürfe teilweise eingeräumt hat. Natürlich kann ich mich damit auf ziemliches Glatteis begeben aber das wird künftiges Verhalten von Spacey zeigen.
    Gehst du denn davon aus, dass er sich erneut was in der Richtung zu Schulden kommen lässt?

    -"Dafür wirktest du sehr persönlich angegriffen."-

    Ich fühlte mich keine Sekunde angegriffen.

    -"Jedenfalls wollte ich damit sagen, dass ich die Gefahr sehen, dass du dein persönliches Urteil viel zu abhängig davon machst, was ein Gericht sagt. Gerade in einer Demokratie ist es dein Recht, und so wie ich das sehe sogar unsere Bürgerpflicht, unsere staatlichen Organe kritisch zu hinterfragen."-

    Aufgrund diverser Lektüre und Interesse an so einigen Themenbereichen fließt in einige meiner Ansichten automatisch das Rechtliche bzw. Staatliche mit ein. Dennoch übe ich hier und da Kritik, da mir einiges zu weit und einiges nicht weit genug geht aber inwiefern du da eine Gefahr erkennen willst erschließt sich mir nicht.

    -"ich möchte dich darauf hinweisen, dass Ratschläge in die Richtung, die Opfer mögen doch bitte sogleich ihren Missbrauch anzeigen, zwar sicher nett gemeint ist, aber in vielen Fällen leider völlig unrealistisch, weil die Opfer dazu einfach nicht in der Lage sind."-

    Darüber bin ich mir absolut im Klaren aber nur mit schnellem Handeln kommst du den Tätern bei und kannst dich dann um deine Genesung, so weit diese möglich ist, kümmern.
    Besteht ein Abhängigkeitsverhältnis ist es viel schwerer sich zu wehren, das weiß ich, es hilft dir aber auch nicht in der Situation zu verharren. Leider leisten Täter da ziemlich "gute Arbeit" in Sachen Manipulation.

    -"Bei dir weiß ich zwar jetzt, dass es bei dir einen persönlichen Bezug zum Thema gibt,"-

    Selbst ohne diesen Bezug ist diese Art Einleitung einer Diskussion nicht zuträglich, da der Gegenüber es als unterschwelligen Angriff wahrnehmen könnte a'la "Du hast keine Ahnung" und davon bist du sogar ausgegangen, fälschlicherweise.
    Wie dem auch sei, ich denke damit sind alle Unklarheiten beseitigt, wobei es streng genommen wohl keine gab.
  • Antworten » | Direktlink » | zu #29 springen »
#31 LegatProfil
  • 25.05.2021, 16:50hFrankfurt am Main
  • Antwort auf #30 von Godzilla
  • "Ich würde es auf bisherige Erfahrungen bezüglich des Themas zurückführen und das nach den Vorwürfen ggü. Spacey es ihm schwerer fallen dürfte Opfer zu finden und er die Vorwürfe teilweise eingeräumt hat. Natürlich kann ich mich damit auf ziemliches Glatteis begeben aber das wird künftiges Verhalten von Spacey zeigen.
    Gehst du denn davon aus, dass er sich erneut was in der Richtung zu Schulden kommen lässt?"

    Da er weder Reue noch den Willen etwas zu ändern gezeigt hat - beispielsweise könnte er sich ja freiwillig in eine Therapie begeben - finde ich die Gefahr zu hoch. Ich würde nicht abwarten wollen, bis es wieder ein neues Opfer gibt. Jede*r hat eine Change auf Rehabilitation, muss dafür aber eben auch etwas konkreten tun.

    "Ich fühlte mich keine Sekunde angegriffen."

    Das freut mich, das war auch nicht meine Absicht.

    "Aufgrund diverser Lektüre und Interesse an so einigen Themenbereichen fließt in einige meiner Ansichten automatisch das Rechtliche bzw. Staatliche mit ein. Dennoch übe ich hier und da Kritik, da mir einiges zu weit und einiges nicht weit genug geht aber inwiefern du da eine Gefahr erkennen willst erschließt sich mir nicht."

    Ich sehe die Gefahr in einer allzu raschen Hinnahme von Richtersprüchen. Weder sind Richter Heilige noch sind unsere Gesetze perfekt. Wir sollten stets kritisch hinterfragen und das scheint mir bei dir hinsichtlich unserer Gerichtsbarkeit nicht allzu stark ausgeprägt zu sein. Darin sehe ich eine Gefahr.

    "'ich möchte dich darauf hinweisen, dass Ratschläge in die Richtung, die Opfer mögen doch bitte sogleich ihren Missbrauch anzeigen, zwar sicher nett gemeint ist, aber in vielen Fällen leider völlig unrealistisch, weil die Opfer dazu einfach nicht in der Lage sind.'

    Darüber bin ich mir absolut im Klaren aber nur mit schnellem Handeln kommst du den Tätern bei und kannst dich dann um deine Genesung, so weit diese möglich ist, kümmern.
    Besteht ein Abhängigkeitsverhältnis ist es viel schwerer sich zu wehren, das weiß ich, es hilft dir aber auch nicht in der Situation zu verharren. Leider leisten Täter da ziemlich "gute Arbeit" in Sachen Manipulation."

    Was die Sache sehr gut erklärt, aber leider immer noch keine Lösung ist. Wie gesagt, der Aufruf an die Opfer, sich doch bitte sofort um eine Anzeige zu kümmern, reicht nicht.

    Was wir hier bräuchten, wäre ein viel größerer gesellschaftlicher Fokus auf die Opfer und deren Wohlergehen. Es muss gesellschaftlich positiv bewertet werden, wenn Menschen sich hilfesuchend an andere wenden. Sowohl im Privaten wie auch im Öffentlichen. So ist unsere Kultur aber nicht, sondern Opfer sein wird immer noch als Schwäche ausgelegt. Das muss sich kulturell ändern, wenn wir hier Fortschritte machen wollen.

    "Selbst ohne diesen Bezug ist diese Art Einleitung einer Diskussion nicht zuträglich, da der Gegenüber es als unterschwelligen Angriff wahrnehmen könnte a'la "Du hast keine Ahnung" und davon bist du sogar ausgegangen, fälschlicherweise.
    Wie dem auch sei, ich denke damit sind alle Unklarheiten beseitigt, wobei es streng genommen wohl keine gab."

    Gut, das freut mich.
  • Antworten » | Direktlink » | zu #30 springen »
#32 GodzillaAnonym
  • 25.05.2021, 18:45h
  • Antwort auf #31 von Legat
  • -"Da er weder Reue noch den Willen etwas zu ändern gezeigt hat - beispielsweise könnte er sich ja freiwillig in eine Therapie begeben - finde ich die Gefahr zu hoch. Ich würde nicht abwarten wollen, bis es wieder ein neues Opfer gibt."-

    Hat er sich nicht freiwillig in eine Therapie begeben? Mir war so, als ob dies jemand in den Kommentaren erwähnt hat, wobei auch eine Therapie kein Garant aber zumindest ein Anfang wäre.

    -"Ich sehe die Gefahr in einer allzu raschen Hinnahme von Richtersprüchen. Weder sind Richter Heilige noch sind unsere Gesetze perfekt. Wir sollten stets kritisch hinterfragen und das scheint mir bei dir hinsichtlich unserer Gerichtsbarkeit nicht allzu stark ausgeprägt zu sein. Darin sehe ich eine Gefahr."-

    Korrekt, Richter sind auch nur Menschen und die Reportagen über Justizirrtümer lassen mir zum Teil die Haare zu Berge stehen, ich halte sie daher definitiv nicht für unfehlbar. Ich kenne Täter, welche frei herumlaufen und unschuldig Verurteilte. Ich mache mir meine Gedanken zu den verschiedensten Fällen und ziehe daraus meine Schlüsse, eine Gefahr der "Hörigkeit" ist weit entfernt.
    Wie geschrieben, vieles kritisiere ich aus den unterschiedlichsten Gründen, dennoch weiß ich, dass Urteile nicht willkürlich fallen, zur Not gibt es das Mittel der Revision.

    -"Was wir hier bräuchten, wäre ein viel größerer gesellschaftlicher Fokus auf die Opfer und deren Wohlergehen. "-

    Dem stimme ich zu.
    Ganz allgemein sehe ich das Problem darin, dass Menschen es im Umfeld, wo diese Taten fast ausschließlich geschehen, nicht wahrhaben wollen oder es tatsächlich nicht bemerkt haben. Genau da müsste angesetzt werden, wenn ein Mensch nämlich weiß, dass er den bedingungslosen Rückhalt bekommt, setzt dieser sich eher zur Wehr. Auch die Behörden müssen ihre bisherige Praxis überdenken, ich muss da zwangsläufig an die Beweissicherung denken, welche wirklich unfassbar ist.
    Beim Thema sexuelle Übergriffe besteht wirklich viel Handlungsbedarf.
  • Antworten » | Direktlink » | zu #31 springen »
#33 LegatProfil
  • 25.05.2021, 20:37hFrankfurt am Main
  • Antwort auf #32 von Godzilla
  • "Hat er sich nicht freiwillig in eine Therapie begeben? Mir war so, als ob dies jemand in den Kommentaren erwähnt hat, wobei auch eine Therapie kein Garant aber zumindest ein Anfang wäre."

    Er hat es angekündigt und wurde dann medienwirksam wenig später von einem Paparazzi in der Nähe jener Klinik geknipst, in der sich auch Harvey Weinstein hat behandeln lassen. Mehr ist nicht bekannt, noch hat er sich jemals wieder dazu geäußert. Mir kam die ganze öffentliche Darstellung von Spacey in dieser Angelegenheit äußerst dubios vor. Vertrauenswürdiger hat ihn das für mich jedenfalls nicht gemacht. Stattdessen wirkte es eher so, als wolle er ausschließlich Schaden von sich abwenden. Wie dann leider immer folgte in den Medien ein völliger Fokus auf den Täter. Wie zuvor bei Weinstein. Hier haben wir ein massives kulturelles Problem.

    Deinen weiteren Ausführungen schließe ich mich gerne an und wünsche dir noch einen schönen Abend.
  • Antworten » | Direktlink » | zu #32 springen »
#34 LotiAnonym

» zurück zum Artikel