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Neues Wahlkampfthema

CDU-Landeschef will staatlichen Stellen geschlechtergerechte Sprache verbieten

Selbst Formulierungen wie "Studierende" sind für den Hamburger CDU-Abgeordneten Christoph Ploß "Zerstörung unserer deutschen Sprachkultur" und "ideologisches Umerziehungsprojekt".


Christoph Ploß, Jahrgang 1985, ist seit 2017 Mitglied des Deutschen Bundestages und seit September 2020 Vorsitzender der CDU Hamburg (Bild: Jenny Paul / wikipedia)

Hamburgs CDU-Chef Christoph Ploß will es allen staatlichen Stellen untersagen, eine geschlechtergerechte Sprache zu benutzen. "Zu Hause am Abendbrottisch sollte selbstverständlich jeder, der das möchte, nach Herzenslust gendern können", sagte der Bundestagsabgeordnete in einem "Spiegel"-Interview (Bezahlartikel). "Aber von Beamten, Lehrkräften und Dozenten erwarte ich, dass sie im Dienst gültige Regeln und Normen nicht einfach willkürlich verändern." Deshalb sei für staatliche Stellen ein Gesetz nötig, wie es auch in Frankreich diskutiert werde.

Ploß lehnt etwa Formulierungen wie "Zuhörende" statt "Zuhörer" und die Nutzung des Gendersternchens ("Wähler*innen") in der Schriftsprache ebenso ab wie eine Kunstpause vor der zweiten Worthälfte ("Politiker_innen") in der gesprochenen Sprache.

Ploß: Verbotsforderung gehört ins Regierungsprogramm

Der CDU-Landeschef erklärte, er setze sich für den gesellschaftlichen Zusammenhalt ein und für eine Sprache, die zusammenführe. "Daher wehre ich mich dagegen, dass von Behörden, Ministerien, Schulen und Universitäten, also staatlichen Einrichtungen, eine grammatisch falsche, künstliche und ideologisch motivierte Gendersprache verwendet wird, die ständig das Trennende betont." Sprache sei für die Kultur und das Zusammenleben von enormer Bedeutung. "Daher sollte dieser Punkt Eingang in das gemeinsame Regierungsprogramm von CDU und CSU finden."

Bereits in seinem am 14. Mai in der Tageszeitung "Die Welt" veröffentlichten Gastbeitrag "Eine staatliche Genderpolizei dürfen wir nicht hinnehmen" hatte Christoph Ploß gendergerechte Sprache als "ideologisches Umerziehungsprojekt" und "Zerstörung unserer deutschen Sprachkultur" bezeichnet. "Hinter der Gender-Sprache verbirgt sich ein Weltbild, das Menschen in bestimmte Kategorien – wie das Geschlecht oder die sexuelle Orientierung – einsortiert", kritisierte der CDU-Politiker. "Die bürgerliche Mitte muss auch in Deutschland endlich aufwachen und einer spalterischen linken Identitätspolitik entschlossen entgegentreten."

Auch in dem Gastbeitrag behauptete Ploß, dass geschlechtergerechte Sprache ausgrenze, schuf jedoch selbst einen angeblichen Widerspruch zwischen "hart arbeitenden Menschen" und Personen, die inklusive Formulierungen benutzen: "Wie soll ein Politiker hart arbeitende Menschen in Deutschland erreichen, wenn diese seine gekünstelte Sprache nicht verstehen?" (cw/dpa)



#1 LustigAnonym
  • 25.05.2021, 09:02h
  • Malt das Bild einer Sprachpolizei an die Wand und will dann gesetzlich Sprachformen verbieten, ist ja witzig...
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#2 LaVolpeAnonym
  • 25.05.2021, 09:56h
  • Ich bin lange Zeit im öffentlichen beschäftigt gewesen, die Entscheidung des CDU Politikers ist soweit nachvollziehbar, dass Verordnungen und alle anderen Texten des öffentlichen Raumes besonderen Gesetzlichen Voraussetzungen entsprechen müssen.
    Da die direkt nachlesbar sind, gebe ich diese hier nicht noch mal an.

    Für jeden Bürger, ob dieser DE in Muttersprache oder als Fremdsprache spricht, muss der Text lecht Verständlich sein.
    Derzeit gibt es auch den Vorstoß die "Leichte Sprache" anzubieten, damit auch zugezogene die Texte gut verstehen können.

    Dies ost bei Gendergerechter Sprache aufgrund der deutlich höheren Komplexität nicht gegeben.

    Meine Meinung dazu: Mein Vater ist zugezogen, und versteht die Gendergerechte Sprache auf seinen frühen 60ern nicht. Da kommen auch oft Ausgrenzungsgefühle dazu, weil er viele modernen Medien wie bspw Taz nicht mehr konsumieren kann, da die Texte für ihn nicht mehr Verständlich sind.
    Meiner Meinung nach ist Gendergerechte Sprache gut gemeint, aber durch die hohe Komplexität nicht inklusiv genug für Zugezogene.

    Grüße
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#3 LunaAnonym
  • 25.05.2021, 09:58h
  • Immer diese Annahme "hart arbeitende Menschen" wären zu dumm für gendergerechte Sprache.

    Zeigt mal wieder wie "arbeiterfreundlich" die CDU ist
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#4 SybilleAnonym
  • 25.05.2021, 10:38h
  • Wie schön, die CDU outet sich als Verbotspartei.

    Bitte dran denken, auch Produktbezeichnungen wie "Hähncheninnenfilet" mit zu verbieten, denn das ist ja Genderwahn pur.
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#5 entlarvendAnonym
#6 Alexander_FAnonym
  • 25.05.2021, 11:17h
  • "Hinter der Gender-Sprache verbirgt sich ein Weltbild, das Menschen in bestimmte Kategorien wie das Geschlecht oder die sexuelle Orientierung einsortiert"

    Fun fact: das Deutsche ist eine Gender-Sprache!
    Je nach Geschlecht einer Person wird das Maskulinum (er) oder das Femininum (sie) verwendet, darüber hinaus gibt es auch ein Neutrum (es), das bei Personen aber eher unüblich ist.
    Auch für sexuelle Orientierungen gibt es in der deutschen Sprache Wörter, beispielsweise heterosexuell (Hingezogensein zum anderen Geschlecht), homosexuell (Hingezogensein zum eigenen Geschlecht); bei letzterem gibt es eine weitere feine Unterscheidung nach Geschlecht des/r sich hingezogen Fühlenden: ist dieser Mensch männlich, spricht man von "schwul", ist er weiblich, von "lesbisch". Darüber hinaus gibt es dann noch so komplizierte Raketenwissenschaft wie "bisexuell" (Hingezogenheit zu beiden Geschlechtern) und "pansexuell" (Hingezogenheit zu allen Geschlechtern.
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#7 TrekieAnonym
  • 25.05.2021, 11:25h
  • Bei uns gibtves dembach also keine "hart arbeitenden Menschen"?

    Was bei mir an seinem geseier hängen bleit ist
    Bla bla bla, Deutschland erwache! Braun bla, Gendergaga. Rechts, rechter, CDU!

    Man merkt dem korrupten Verein richtig an, das die händeringend versuchen die Lücke wo ein Wahlprogramm sein müsste halt einfach mit brauner Schei*** zu stopfen.

    Hoffentlich vergisst bis zur Wahl keiner, das die grundsätzlich nir in ihre eigenen Taschen Arbeiten und nebenher braune Hetze machen.
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#8 Ralph
  • 25.05.2021, 11:37h
  • Immerhin ist es gerade die CDU, die es gewohnt ist, Menschen in Kategorien wie Geschlecht (-sidentität) und sexuelle Orientierung einzusortieren und daraus auf diese Menschen anzuwendende Benachteiligungen und Schlechterstellungen abzuleiten.
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#9 Homonklin_NZAnonym
  • 25.05.2021, 14:04h
  • #6 liegt da richtig, das Deutsche ist von Haus aus schon geschlechtlich unterteilt.

    Ich habe aber auch nie verstanden, weshalb unter der politischen Fachsprache, die man auch erlernen kann, nicht einfach eine Übersetzung in allgemein gesprochenes Deutsch mitgeliefert wird.
    Man könnte das auch bei der Gendersprache so machen, dass man Texte daneben auf Deutsch übersetzt.
    Studierende bedeutet eben, Menschen, die gerade diese Tätigkeit ausüben. Solange sie im Studentenwohnheim essen oder herum lümmel, sind sie nur Studenten bzw. Student*innen. Wegen dem Sternchen, das auch andere außer Frauen und Männer nennt, braucht man auch nicht gleich eine modernisierte Sprachform lernen, es reicht, es dort anzuwenden, wo es nötig wird.

    Da aber ein Großteil in Deutschland Lebender, erstaunlicherweise auch der seit Hunderten von Jahren dort lebenden Familien, die Muttersprache nur unvollständig beherrscht, ist das Thema ohnehin schon mit Komik belegt.
    Viele sprechen ein sonderbares Denglisch mit Anwendungsformen, die es im ganzen vereinigten Königreich oder im Amerikanischen nicht gibt, oder aber etwas, das man Mundstuhl-Deutsch nennen könnte. "Ey Alder kaufschtu neu Stostenfa füa Ärr 4 doar in de Laden in" oder ähnlich. Das versteht auch kein noch so bemühter Politiker dann.

    Die meisten Politiker können auch ganz gut Deutsch, die wollen ja bloß nicht.

    Behördensprache ist aber wirklich ein effizienter Jargon, und für viele Alltagsmenschen schon so verwirrend, dass man da nicht noch zusätzliche Verkomplizierung erwirken muss.
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#10 LauraQAnonym
  • 25.05.2021, 14:40h
  • Ich finde das in sofern witzig, dass eine genaue Auslegung von "Gender-Verbot" eigentlich genau das ist, wo wir mit der deutschen Sprache hin sollten - zum entgendern, die Abschaffung des generischem Maskulinums und ausschreiben geschlechtsneutraler Positionen. Wäre top, bin ich dabei.

    Die CDU meint aber mit "Gender-Verbot", dass alles, außer das "Männliche" verboten werden soll. Dumm.
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