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Ab heute auf TVNOW

"Pussy Power"-Rufe und queere Vielfalt bei "Princess Charming"

Die erste lesbische Datingshow bietet kurzweiliges Entertainment zwischen Action-Dates, Knutschen und Pride-Parolen – mit erfreulich sympathischem Personal. Doch bereits in der Auftaktfolge kommt es zum Eklat.


Kandidatinnen von butch bis femme (v.l.n.r.): Niki, Britta, Kati, Gea und Anja sowie 15 weitere Frauen buhlen um das Herz von "Princess Charming" (Bild: TVNOW)

Nach zwei Staffeln "Prince Charming" (die dritte folgt im Spätsommer) ist es nun so weit: Mit "Princess Charming" folgt das lesbische Pendant, für das am Konzept der Grimme-Preis-prämierten Partnersuche kein bisschen geschraubt wurde.

Genau wie in den ersten beiden Männerrunden erfolgt auch dieses Mal die erste Ausstrahlung beim Streamingdienst TVNOW, bevor die Staffel dann später auch im Free-TV bei Vox zu sehen sein wird. Auch der Aufbau und die Erzählstruktur der Show sind unverändert. Und selbst die Location erkennt nun bei "Princess Charming" (angeblich die erste rein lesbische Sendung dieser Art) wieder, wer schon bei den Jungs zugeguckt hat: Die Kandidatinnen, die nun um die Gunst der lesbischen Prinzessin buhlen, sind in der gleichen Villa auf Kreta untergebracht wie zuletzt ihre männlichen Counterparts.

(Fast) die ganze Bandbreite queerer Weiblichkeit

In der ersten Folge, die als bisher einzige vorab der Presse gezeigt wurde, lernen wir nun einerseits die in Köln lebende Anwältin Irina Schlauch kennen, die sich erhofft, in der Sendung eine Frau zum Verlieben kennen zu lernen. Und erleben andererseits, wie 20 Anwärterinnen, die darauf hoffen, eben jene zu sein, nacheinander in besagte Villa einziehen.


Dating unter der Regenbogenfahne: Die "Girls-Villa" kennen die Zuschauenden bereits aus "Prince Charming" (Bild: TVNOW)

Zu sehen sind dann ausgesprochen viele Tätowierungen – und (fast) die ganze Bandbreite queerer Weiblichkeit. Von butch bis femme, blond bis brünett, selbstbewusst bis zurückhaltend, sich in den Vordergrund drängend bis hintenherum lästernd, die Auswahl der Kandidatinnen deckt die unterschiedlichsten Typen ab (wenn auch von ethnischer Vielfalt kaum die Rede sein kann). Eine nennt sich lieber queer als lesbisch, eine andere ist bisexuell (und schon gespannt darauf, wie die anderen darauf reagieren werden). Aber mit Gea gibt es auch ein*e sich als nonbinär identifizierende* Kandidat*in.

Austausch von Coming-out-Geschichten

Dass es sowohl der Produktion als auch den Teilnehmerinnen ein Anliegen ist, außer Unterhaltung auch ein wenig Aufklärung zu bieten, ist gleich in der ersten Folge nicht zu übersehen. Während einerseits Homosexualität und Queerness mit viel Selbstverständlichkeit und Stolz vor den Kameras präsentiert werden, wird allzeit mitgedacht, dass zum Publikum an den Bildschirmen auch allerlei Menschen ohne viel Berührungspunkten oder gar mit Vorurteilen gegenüber solchen dem Thema gehören könnten.


Drei Kandidatinnen am Pool (v.l.n.r.): Miri, Sarina und Bine (Bild: TVNOW)

Doch der Austausch von Coming-out-Geschichten oder Berichte von lesbischen Alltagserfahrungen etwa bei der Bundeswehr (Britta) oder im russischen Familienkreis (Kati) kommt eigentlich nie mit dem Zeigefinger daher, sondern entwickelt – auch in Kombination mit "Pussy Power"-Schlachtrufen, frühzeitigen Gesprächen über mögliche Fernbeziehungen oder Träume von Familiengründungen – in den besten Momenten genau jene spielerische Leichtigkeit, die auch schon "Prince Charming" in der ersten Staffel ausmachte.

Die entspannte Natürlichkeit der Prinzessin

Genau wie damals ist es neben den abwechslungsreich gecasteten Kandidatinnen die Protagonistin selbst, die "Princess Charming" zum Erfolg machen könnte. Ähnlich wie Nicolas Puschmann bringt auch Irina Schlauch neben gutem Aussehen ein Charisma mit, das sich auch über den Bildschirm vermittelt. Sie entfaltet vor der Kamera eine entspannte Natürlichkeit, die nie künstlich oder arrogant wirkt; ihre Aufregung ist spürbar, ohne sie überwältigen.


Die Kölner Rechtsanwälting Irina Schlauch ist die erste "Princess Charming" (Bild: TVNOW / René Lohse)

Nicht von allen ihren potentiellen Partnerinnen lässt sich das gleiche behaupten, und so kommt es noch vor der ersten Ladies Night (bei der Irina übrigens Ketten statt Krawatten oder gar Rosen verteilt) zu einem Eklat, der so heftig ist, dass er dem Publikum nicht gezeigt wird (oder werden darf) – und zum abrupten, frühzeitigen Abschied zweier Frauen führt. Davon abgesehen dürfen wir aber davon ausgehen, dass uns auch in dieser ersten Staffel "Princess Charming" weniger reißerischer Reality-Trash als kurzweiliges Entertainment zwischen Action-Dates, Knutschen und Pride-Parolen erwartet, mit insgesamt erfreulich sympathischem Personal.

Infos zur Sendung

Die neun Folgen und eine Wiedersehensshow der weltweit ersten "Princess Charming" starten am 25. Mai 2021 auf TVNOW – wöchentlich und immer dienstags gibt es eine neue Episode. Der offizielle Instagram-Account zur Show bietet darüber hinaus einen weiteren exklusiven Einblick. Die lesbische Dating-Show wird später auch bei Vox ausgestrahlt.


#1 MinnaProfil
#2 EdeaAnonym
#3 DramaQueen24Profil
  • 26.05.2021, 01:27hBerlin
  • Tut RTL etwas damit FÜR die Community, oder nicht eher mehr für den eigenen Geldbeutel? Und, bedient RTL damit nicht eher den Voyeurismus ihrer weißen, männlichen Kunden damit? Merke: In jedem heterosexuellen Porno taucht eine "lesbische" Szene auf, zu dem ein Mann kommt. Denn ohne einen "Schwanz" gibt es in Männeraugen keine Sexualität!
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#4 LeashAnonym
  • 26.05.2021, 14:52h
  • Antwort auf #3 von DramaQueen24
  • Geht auch beides? Sicher wird die Hauptmotivation wie bei allem Geld sein.
    Ja und wenn sich (warum nur weiße?) hetero Typen daran aufgeilen? Soll man es deshalb lassen?
    Wen interessierts was die machen, auf einen Typen der dazustößt werden sie in jedem Fall lange warten müssen. ;)
    Ich finde Repräsentation wichtig, auch in so Trash Formaten.
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#5 AnonymAnonym
  • 28.05.2021, 13:01h
  • PUH..da kommt man aus dem Kopfschütteln nicht mehr raus. Endlich bekommen Lesben ein eigenes Format, endlich kann sich der unsichtbare Teil der Community zeigen, endlich mit Vorurteilen aufräumen und dann heißts in der Bildzeitung "Flogen in der Kuppelshow die Fäuste"
    Tja das haben die Kandidatinnen ganz schön verkackt, waren sie sich der Chance die Ihnen gegeben wurde überhaupt nicht bewusst? Schon in der ersten Folge haben sie jedes negative Voruteil bestätigt. Dachten sie allen ernstes sie können sich wie angetrunkene Stammtischhelden ums Weibchen kloppen und die (wohlgemerk Anwältin) nimmt die stärkere zur Frau?
    Peinlich für die Community, peinlich für die Kandidatinnen und schade um die vertane Chance, die nächste kommt bestimmt in 10 oder 20 Jahren.
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