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Gesundheit

Was ist der Unterschied zwischen Reflux und Sodbrennen?

Sodbrennen ist den meisten bekannt. Aber was ist eigentlich Reflux? Wir klären auf.


Symptome, die mit Sodbrennen einhergehen, sind saures Aufstoßen, ein brennender Schmerz hinter dem Brustbein und Druck im Oberbauch. (Bild: naturalherbsclinic / pixabay)
  • 25. Mai 2021, 10:47h, noch kein Kommentar

Sodbrennen kennen viele Menschen — mit dem Begriff "Reflux" können dagegen nicht alle etwas anfangen. Lernen Sie den Zusammenhang kennen.

Begriffserklärung: Sodbrennen und Reflux

Ein köstlicher Burger, dazu vielleicht noch frittierte Pommes und anschließend ein üppiger Nachtisch: Während sich viele Menschen im ersten Moment über die reichhaltige Mahlzeit freuen, tritt bei einigen nach dem Festmahl unangenehmes Sodbrennen auf. Dabei gerät Magensäure nach oben in die Speiseröhre und reizt die Schleimhaut. Diesen Rückfluss nennen Experten auch Reflux (lateinisch für "Rückfluss"). Sodbrennen ist somit eine Folge von Reflux.

Symptome, die mit Sodbrennen einhergehen, sind:
• saures Aufstoßen,
• brennender Schmerz hinter dem Brustbein und
• Druck im Oberbauch.

Manche Betroffene leiden am folgenden Morgen zusätzlich unter Halsschmerzen und Heiserkeit. Der Grund für dieses Symptom ist die durch die Magensäure gereizte Schleimhaut in der Speiseröhre. Häufig lassen sich die Beschwerden mithilfe einfacher Maßnahmen, wie dem Kauen von Kaugummi, lindern. Dabei wird die Speichelproduktion angeregt. Der leicht basische Speichel kann die Magensäure neutralisieren. Weitere Tipps und Hausmittel lesen Sie hier.

Warum tritt Reflux auf? Die Ursachen

Zwischen Magen und Speiseröhre gibt es einen Schließmuskel – den sogenannten Ösophagus-Sphinkter. Dieser verhindert, dass Mageninhalt wieder nach oben steigt. Ist der Muskel geschwächt oder der Druck auf den Magen zu hoch, dann wird diese Pforte nicht mehr richtig geschlossen. So kann Magensäure in die Speiseröhre steigen und die typischen Symptome von Reflux verursachen. Die genauen Gründe für diesen Prozess werden weiterhin erforscht. Es gibt aber einige Faktoren, welche grundsätzlich die Muskulatur schwächen. Dazu zählen zum Beispiel Alkohol und Nikotin sowie bestimmte Medikamente (etwa Antibiotika).

Darüber hinaus können auch folgende Ursachen den Reflux begünstigen:
• Stress
• Übergewicht
• bestimmte Körperhaltungen, wie das nach unten Beugen
• verschiedene Erkrankungen wie Reizmagen oder Magenschleimhautentzündung

Abgrenzung zur Refluxkrankheit

Tritt Sodbrennen nur gelegentlich auf, müssen sich Betroffene keine Sorgen machen. Bei häufigem Reflux dagegen kann es sich zum Beispiel um eine Refluxkrankheit – auch gastroösophageale Refluxkrankheit genannt – handeln. Dabei ist der Schließmuskel zwischen Speiseröhre und Magen erschlafft. Diese Erkrankung ist gar nicht so selten: Rund 10 bis 20 Prozent der Bevölkerung leiden an der Refluxkrankheit. Da eine permanente Reizung der Schleimhaut durch die Magensäure auf Dauer zu Folgeschäden wie beispielsweise einer Speiseröhrenentzündung oder sogar Zahnschäden führen kann, sollten die Beschwerden vom Hausarzt abgeklärt werden. Durch bestimmte Maßnahmen lassen sich die Reflux-Symptome unter Umständen lindern.

Was tun bei Sodbrennen?

Wenn die Ursache von einem Facharzt abgeklärt wurde und keine schwerwiegende Krankheit hinter dem Symptom Sodbrennen steckt, können Betroffene versuchen, die Beschwerden mit einfachen Mitteln selbst zu lindern. Beispielsweise soll das Essen von stärkehaltigen Lebensmitteln bei Reflux helfen. Die enthaltene Stärke – zum Beispiel in Kartoffeln oder Zwieback – kann die überschüssige Magensäure binden. Darüber hinaus gibt es eine Reihe von Medikamenten, die Sodbrennen lindern können.

Dazu gehören beispielsweise:
• Protonenpumpenhemmer: Das Medikament verhindert die Bildung eines Enzyms, das an der Ausschüttung von Magensäure beteiligt ist.
• H2-Antihistaminika: Die Wirkung des Botenstoffs Histamin wird durch die sogenannten H2-Blocker gehemmt. Histamin ist für die Freisetzung von Magensäure verantwortlich.
• Antazida: Dabei handelt es sich um spezielle (basische) Salze, welche die Magensäure binden und neutralisieren können.

Bitte denken Sie daran: Bevor Sie zu Medikamenten greifen, sollten Sie sich zuvor in jedem Fall bei Ihrem Hausarzt vorstellen.

Reflux vorbeugen – so geht's

Damit Reflux und somit auch Sodbrennen in Zukunft nicht mehr so häufig vorkommen, gibt es bestimmte Methoden, mit denen Betroffene das Auftreten der Symptome verhindern können.

Zu den bewährten Maßnahmen zählen:
• Vermeiden von scharfen, fettigen oder säurehaltigen Lebensmitteln: Diese fördern die Produktion von Magensäure.
• Verzicht auf Alkohol und Nikotin: Die Genussmittel regen nicht nur die Bildung von Magensäure an, sondern entspannen zusätzlich die Muskulatur – so auch den Ösophagus-Sphinkter.
• Verteilung auf mehrere, kleine Mahlzeiten: Statt täglich dreimal groß zu essen, sollten Sodbrennen-Geplagte lieber fünf kleinere Portionen über den Tag verteilt zu sich nehmen.
• Schlafposition ändern: Wer nachts unter Reflux leidet, der wählt idealerweise ein dickeres Kopfkissen, um den Oberkörper höher zu lagern und auf diese Weise den Reflux zu verringern.
• Übergewicht reduzieren: Da durch die zusätzlichen Kilos viel Druck auf den Magen ausgeübt wird und das die Magensäure nach oben pressen kann, sollten übergewichtige Menschen versuchen, durch eine gesunde Ernährung und Sport überschüssiges Gewicht zu verlieren.
• Entspannungshilfen: Personen, die stressbedingt unter Sodbrennen leiden, setzen auf Maßnahmen wie Yoga oder Autogenes Training (eine Form der Selbsthypnose), um sich vom Alltagsstress zu erholen.

Oft reicht es aus, nach einer üppigen Mahlzeit einen kleinen Spaziergang zu machen anstatt sich auf die Couch zu legen. Die Bewegung kurbelt die Verdauung an und kann Teil einer Therapiemaßnahme bei Sodbrennen sein. (ak)