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Bundestagswahl

Alice Weidel ist AfD-Spitzenkandatin

Das Dreamteam des völkischen AfD-Blocks hat sich durchgesetzt: Alice Weidel, das lesbische Feigenblatt der Rechtsextremen, wird die Partei neben Tino Chrupalla in den Bundestagswahlkampf führen.


Wahlwerbung bei der letzten Weidel-Spitzenkandidatur 2017: Während Alice Weidel in Deutschland mit Whataboutisms darum kämpft, das Ehe- und Adoptions-Verbot für Schwule und Lesben wiederherzustellen, lebt sie gemütlich mit ihrer eingetragenen Lebenspartnerin und zwei Kindern im schweizerischen Exil (Bild: Facebook / AfD)

Die offen lesbische Politikerin Alice Weidel wird die AfD wie schon 2017 erneut in den Bundestagswahlkampf führen. Die Fraktionschefin und Oppositionsführerin erhielt gemeinsam mit Parteichef Tino Chrupalla bei einer Online-Mitgliederbefragung 71 Prozent der Stimmten, teilte die AfD am Dienstag mit. Die beiden setzten sich damit gegen das als gemäßigter geltende Duo Joana Cotar und Joachim Wundrak durch, die dem Lager um Parteichef Jörg Meuthen zugerechnet werden. Parteiangaben zufolge beteiligten sich weniger als die Hälfte der Mitglieder bei der Abstimmung. Chrupalla und Weidel erhielten die Unterstützung des völkischen AfD-Lagers um den Thüringer Parteichef Björn Höcke.



Bereits vor vier Jahren schickte die AfD Weidel ins Rennen – damals noch an der Seite von Alexander Gauland (queer.de berichtete).

"Deutschland, aber normal"

Der Sieg wurde im rechten Flügel der AfD enthusiastisch gefeiert. Gebetsmühlenartig wird erklärt, dass die in den letzten Monaten tief zerstrittene Partei nun geeint sei: "[J]etzt gehen wir geeint, gestärkt und geschlossen in den Wahlkampf für ein #Deutschlandabernormal", triumphierte etwa Beatrix von Storch. "Deutschland aber normal" ist der diesjährige Wahlkampfslogan der Rechtspopulist*innen. Vize-Parteichef Stephan Brandner, behauptete, die AfD stehe "geschlossen hinter Euch".



Alice Weidel kämpfte trotz ihrer eigenen Homosexualität stets gegen LGBTI-Rechte und die Öffnung der Ehe – mit teils absurden Argumenten. Als Spitzenkandidatin 2017 erklärte sie etwa in sozialen Medien: "Ehe für alle, während das Land islamisiert wird?" Die Homophobie in ihrer eigenen Partei spielte sie in einem Interview mit den Worten herunter: "Das gibt es in anderen Parteien auch, über alle Gesellschaftsschichten hinweg" (queer.de berichtete).

Obwohl ihre Partei erklärt, Kinder pauschal vor Homosexuellen schützen zu wollen, hat sich Weidel eine eigene kleine Regenbogenfamilie (laut AfD-Definition im aktuellen Wahlprogramm eine "Pseudofamilie") aufgebaut: Sie lebt seit Jahren mit Frau und angeblich zwei Kindern allerdings nicht in Deutschland, sondern laut schweizerischen Medien zunächst in Biel im Kanton Bern und seit 2019 in Einsedeln, der zweitgrößten Gemeinde des Kantons Schwyz. Die 42-Jährige hat sich bislang nicht dazu geäußert, warum sie im Ausland ein Leben lebt, das ihren eigenen schwulen und lesbischen Landsleuten verbieten will.



#1 Karla KolumnaAnonym
  • 25.05.2021, 12:14h
  • Diese Frau ist voller Widersprüche:
    Deutschland steht über allem, aber sie selbst lebt in der Schweiz.
    Ehe für alle ist das Letzte, aber selbst mit ihrer Frau in einer eingetragenen Partnerschaft lebend.
    Bloß keine Regenbogenfamilien, aber selbst zwei Söhne adoptiert.
    Und dann der Slogan: Deutschland Normal.
    Sie ist all das privat in der Schweiz? Normal? What ever normal is.
    Ist es eigentlich so schwer, diese Frau mal mit ihrem eigenen absolut widersprüchlichem Verhalten zu stellen?
    Schafft das denn kein halbwegs guter Journalist?
    Sie muss damit immer und immer wieder konfrontiert werden und darf sich nicht einfach mit ein paar Phrasen davon machen können. Erst recht nicht, wenn sie den Blödsinn auch noch plakatieren lässt.
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#2 Ralph
  • 25.05.2021, 12:19h
  • Ich glaube, es war Sebastian Haffner, der sagte, die Geschichte wiederhole sich nicht, variiere aber gern das selbe Thema. Man mag sich fragen, weshalb es in Deutschland gerade die Rechtsextremen sind, die die Nase vorn haben, wenn es darum geht, Homosexuelle an die Spitze zu bringen. So wie die NSDAP als erste deutsche Partei einen offen homosexuellen Minister ins Reichskabinett hievte (Ernst Röhm), installiert die AfD als erste deutsche Partei eine offen homosexuelle Spitzenkandidatin. Natürlich ist das Widersinn im Quadrat und die beiden waren bzw.sind alles andere als honorige Persönlichkeiten und glaubwürdige Vertreter/innen ihresgleichen, aber weshalb schaffen demokratische Parteien das nicht? Auf Bundesebene mussten wir auf einen offen schwulen Minister warten bis Jens Spahn und auf eine offen lesbische Ministerin bis ... ich hab schon den Namen vergessen, sie war im vorigen Kabinett Ministerin. Und einen schwulen Spitzenkandidaten oder eine lesbische Spitzenkandidatin auf Bundesebene gibt es bei einer demokratischen Partei bis heute nicht. Als Jens Spahn es versuchte, gab es innerhalb und außerhalb der Union eine unsägliche Debatte darüber, ob das Land einen schwulen Kanzler vertrüge - in der AfD kräht kein Hahn nach der sexuellen Orientierung der Frau Weidel. Wieso tun sich Demokraten so schwer mit etwas, das nicht mal Rechtsextremisten kümmert? Dass Frau Weidel antiqueere Politik macht, ändert ja nichts an ihrer eigenen sexuellen Orientierung. Und Herr Spahn setzt sich ja auch eher begrenzt für LSBTI-Themen ein.
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#3 Ralph
#4 daVinci6667
  • 25.05.2021, 12:38h
  • Die AfD erreicht etwas über 50 Prozent.

    Alice Weidel wird überraschend nicht Bundeskanzlerin. Man dankt ihr erst für ihre treuen Dienste für die Partei.

    Aber eine Lesbe geht dann doch zu weit. Dann noch mit einer Dunkelhäutigen. Dann lebt sie noch teilweise in der Schweiz in einer nicht mal wirklich deutschsprachigen Stadt.

    Später dann wird sie mit ihrer Frau verhaftet als das AfD Programm schrittweise umgesetzt und zum Gesetz wird.

    So in etwa würde das ausgehen.
    Ganz realistisch.
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#5 audeasAnonym
#6 wipperfischerAnonym
  • 25.05.2021, 12:48h
  • Kleine Anmerkung zu Ernst Röhm und seinem Adlatus Edmund Heines. Beide endeten durch Erschießung. Das sollte die Frau Weidel sich gut merken in ihrer NSDAP-Nachfolgepartei.

    Nur warum soviele Worte verlieren über die Zukunft der BRD? Die AfD bedient die Spießer, welche nahtlos als Nazis über die CDU/CSU in die BRD flutschten und nach der Einverleibung der DDR integrierten sie sogleich jene miesen SED-Genossen, welche durch Denunziationen oder Kleinkriminalität sich zu späteren "Opfern der Stasi" erklärten, wenn sie denn erwischt wurden.

    Die AfD ist eine zutiefst prinzipienlose Partei. Es geht wie bei Springers BLÖD-Zeitung nur darum das stinkende Gemucker des "kleinen Mannes" aufzuspüren und für sich in Wählerstimmen umzumünzen. Bei der "BLÖD" sind die Leserzahlen dieser Gossenpostille allein bestimmend.

    Das lässt sich nämlich nicht aus der Welt schaffen: "Die deutsche Bevölkerung hat sich nie mit dem Untergang des Nazi-Reiches abgefunden. Es war eben zu schön für den Volksgenossen, ein bisschen Denunzieren hier und ein wenig Vergasen dort. Die niedrigsten Instinkte konnten ausgelebt werden und wurden belobigt. Nach 1945 legte man sich Tarnkleidung an. Die fanatischen SED-Politruks waren zuvor Nazis und nach der Wende traten sie in die CDU ein, so sie noch lebten. In der BRD konnte man sofort bei CDU/CSU oder FDP einsteigen und die Karriere war gesichert.

    So vererbte sich das faschistische Denken an die Kinder und Enkel. Nur öffentlich traute man sich nicht seine wahre Meinung zu äußern. Aber mit besoffenem Kopp oder unter sich im Verein, da wurde "tacheles" geredet.

    Im Moment grast die AfD die CDU/CSU-Wiesen ab. Den Rest der "gemäßigten" AfD-Wähler bucht die FDP für sich, denn das Parteiprogramm der AfD im sozialen und wirtschaftlichen Bereich ist ein Abziehbild asozialen und neoliberalen Herrenmenschendenkens. Das passt also haargenau zur FDP.

    Die Grünen werden zwar stark, aber benötigen Koalitionspartner. Die werden sie finden und keinesfalls ein Schimmer von "rot" wird in der Grünen-Koalition zu finden sein. Es werden nur dunkle Farben verwendet werden, was ja auch zum rechten Kerndenken der Grünen mit ihrer Bessermenschenideologie passt.

    Alles in allem sind leider durch die großen Koalitionen die Weichen schon für eine Absage an den demokratischen Rechtstaat gestellt worden. Das haben die Wähler nicht erkannt oder verschlafen. Darum geht die Fahrt in den Verbots- und Überwachungsstaat. Sattsein macht macht eben bequem und der folgende diabetische graue Star trübt den Blick auf die Wirklichkeit.
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#7 REMchenAnonym
  • 25.05.2021, 13:32h
  • Antwort auf #2 von Ralph
  • "Und einen schwulen Spitzenkandidaten oder eine lesbische Spitzenkandidatin auf Bundesebene gibt es bei einer demokratischen Partei bis heute nicht."

    Doch. Guido Westerwelle. Aber den haste offenbar schon wieder verdrängt.
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#8 WahrheitIstRelativAnonym
  • 25.05.2021, 13:35h
  • Antwort auf #2 von Ralph
  • Weil die Afd weiß, dass sie sowieso nicht die Kanzler*in stellen werden. Bei Nazi-Vorwürfen u ä können sie dann aber ihre Alibi homosexuelle-Frau vorzeigen. Ansonsten bedient Weidel mit blond/blauäugig und kalt ganz gut die Vorlieben. Auch damit, dass es ihr nicht um Logig, Recht, Prinzip, Würde etc geht, sondern einfach um Macht und das Recht des Stärkeren, weshalb sie sich Rechte zugesteht, welche Anderen abgesprochen werden sollen, passt zur Partei.
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#9 LotiAnonym
#10 Alexander_FAnonym
  • 25.05.2021, 15:39h
  • Antwort auf #9 von Loti
  • Verlässliche Daten habe ich nun nicht zur Hand, aber ich kann mich daran erinnern, dass hier auf dieser Seite auch auf die Sonntagsfrage von einigen mit AfD geantwortet wurde.
    Die Mehrheit der Lesben vertritt Weidel aber wohl kaum, wie die AfD ja auch bislang zum Glück nur einen Bruchteil aller Deutschen vertritt.
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