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#ReleaseThe21

Neue Massenfestnahme in Ghana

Die Behörden im laut deutscher Bundesregierung "sicheren Herkunftsstaat" nahmen 21 Menschen fest, weil sie für "LGBTQ-Aktivitäten" geworben haben sollen.


Queere Aktivist*innen fordern seit Tagen die Freilassung der 21 Festgenommenen (Bild: Twitter / Rightify Ghana)

Menschenrechtsorganisationen haben sich entsetzt über Berichte von Massenverhaftungen von LGBTI-Aktivist*innen gezeigt: 21 Menschen sind am Freitag in der Großstadt Ho wegen Werbens für "LGBTQ-Aktivitäten" von den Behörden festgenommen worden. Die Verhafteten sollen eine "ungesetzliche Versammlung" abgehalten haben. Bis jetzt sitzen sie in Untersuchungshaft.

Anwält*innen erklärten, die Festnahme seien illegal gewesen. Die Verhafteten hätten keinen Zugang zu Anwält*innen gehabt, bevor sie dem Haftrichter vorgeführt worden seien. Zudem sei ihnen medizinische Versorgung verweigert worden.

Twitter / awdf01 | Menschenrechtsorganisationen fordern die Freilassung der 21 Personen
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Anlass für die Verhaftungen sei ein Trainingsprogramm für Aktivist*innen und Rechtsberater*innen durch die queere Organisation Rightify Ghana gewesen. Die Teilnehmenden seien dabei unterrichtet worden, wie sie am effektivsten mit Behördenwillkür umgehen sollen und verfolgte queere Menschen am besten schützen. Eine Gruppe von Journalist*innen sei gemeinsam mit Polizeikräften in das Event eingefallen: "Die Presse hat mit der Polizei zusammengearbeitet und hat die Veranstaltung gestürmt", so Rightify Ghana. Es seien Bilder gemacht und Gegenstände entwendet worden, während Menschen festgenommen worden seien.

Alex Kofi Donkor, der Gründer der Organisation LGBT+ Rights Ghana, zeigte sich über die Aktion empört: "Es gibt kein Gesetz, dass es Aktivisten oder queeren Menschen verbietet zu existieren oder sich zu treffen. Das ist vielmehr ein in der Verfassung garantiertes Recht."

Vermehrt Repressionen gegen queere Menschen

LGBTI-Aktivist*innen beklagen, dass sich in den letzten Monaten die Repressionen gegen LGBTI in Ghana verschärft hätten (queer.de berichtete). Erst Ende März wurden 22 queere Personen festgenommen, weil sie an einer lesbischen Hochzeit teilgenommen haben sollen (queer.de berichtete). Laut dem Gesetz droht bei einvernehmlichem gleichgeschlechtlichen Sex eine Haftstrafe von bis zu drei Jahren.

Die Bevölkerung Ghanas unterstützt den homophoben Kurs der Regierung: Einer im Februar veröffentlichten Umfrage des Africa Centre for International Law and Accountability (ACILA) zufolge sieht die Bevölkerung Homosexualität nach Korruption als das zweitgrößte Problem des Landes an. Demnach sprechen sich 87 Prozent dagegen aus, dass Homosexuelle öffentlich über ihre Diskriminierung sprechen und sich organisieren dürfen. (dk)

Twitter / RightifyGhana | "Als die Nazis die Kommunisten holten, habe ich geschwiegen; ich war ja kein Kommunist.

Als sie die Sozialdemokraten einsperrten, habe ich geschwiegen; ich war ja kein Sozialdemokrat.

Als sie die Gewerkschafter holten, habe ich nicht protestiert; ich war ja kein Gewerkschafter.

Als sie die Juden holten, habe ich nicht protestiert; ich war ja kein Jude.

Als sie mich holten, gab es keinen mehr, der protestierte."


Rightify Ghana zitiert die bekanntesten Sätze des deutschen evangelischen NS-Widerstandskämpfers und Friedenaktivisten Martin Niemöller (1892-1984).