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Antrag im Parlament gescheitert

Litauen lehnt Anerkennung von gleichgeschlechtlichen Paaren ab

Ein Gesetzentwurf im Parlament sah vor, schwulen und lesbischen Paaren zumindest einige Rechte von Ehe-Leuten zu gewähren. Doch der Widerstand war zu groß.


Die litauische Bevölkerung gehört laut Umfragen zu den homophobsten in der Europäischen Union (Bild: Mr.TinDC / flickr)

In Litauen ist ein Gesetzesvorhaben zur rechtlichen Anerkennung gleichgeschlechtlicher Lebenspartnerschaften vorerst gescheitert. Eine knappe Mehrheit der Abgeordneten im Parlament in Vilnius stimmte am Dienstag in erster Lesung gegen den Gesetzentwurf, der gleichgeschlechtlichen Paaren Erbrechte, gemeinsamen Besitz von Eigentum, Verfahrensgarantien und die Möglichkeit zur Änderung des Nachnamens gewährt hätte. 63 Parlametarier*innen stimmten laut Reuters für den Entwurf, 65 dagegen. Das Recht auf die Adoption von Kindern war nicht enthalten. Die Lebenspartnerschaft mit eingeschränkten Rechten hätten laut dem Entwurf auch heterosexuelle Paare wahrnehmen können.

Der Gesetzentwurf war von Regierungschefin Ingrida Šimonytė unterstützt worden, hatte aber die von den Konservativen angeführte Regierungskoalition entzweit. Präsident Gitanas Nauseda hatte erklärt, das Gesetz dürfe nicht gegen die litauische Verfassung verstoßen, welche die Ehe als Bund zwischen Mann und Frau definiert.

"Das ist nicht das Ende", sagte die Vorsitzende der Freiheitspartei, Ausrine Armonaite, nach der Abstimmung. "Wir werden weiter für den Wandel arbeiten, dafür, dass alle vor dem Gesetz gleich sind, so dass niemand an den Rand der Gesellschaft gedrängt wird." Der offen schwule Abgeordnete Tomas Raskevičius, der den Gesetzentwurf eingebracht hatte, versprach nach dem negativen Votum eine weitere Parlamentsabstimmung im Herbst.

Mitte Mai hatten tausende Litauer*innen gegen die rechtliche Anerkennung gleichgeschlechtlicher Lebenspartnerschaften demonstriert und sich in der Hauptstadt Vilnius zu einem "Familien-Verteidigungsmarsch" versammelt (queer.de berichtete). Bei einer Umfrage 2019 hatten 70 Prozent der Bevölkerung angegeben, gegen eine rechtliche Gleichstellung Schwuler und Lesben zu sein. In der Europäischen Union sind nur Lettland, Rumänien und Bulgarien homosexuellenfeindlicher eingestellt. Das 2,8 Millionen Einwohner*innen zählende Litauen ist mehrheitlich katholisch. (AFP/cw)



#1 Sven100Anonym
  • 25.05.2021, 17:14h
  • "Das 2,8 Millionen Einwohner*innen zählende Litauen ist mehrheitlich katholisch."

    ...und die Länder, die noch homophober sind, sind mehrheitlich lutherisch (Lettland) und orthodox (Bulgarien, Rumänien).

    Es muss also andere als religiöse Ursachen haben, wenn Menschen homophob sind.
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#2 StrottiAnonym
  • 25.05.2021, 17:34h
  • Antwort auf #1 von Sven100
  • Nicht nur römisch-katholische Christen können homophob sein. Das geht bei evangelischen genauso wie bei orthodoxen, und im übrigen auch bei nichtchristlichen Religionen. Religion ist sicher nicht die Ursache von Homophobie, die funktioniert auch ohne, aber religiöse Strömungen und Strukturen sind eigentlich überall ein treibender Faktor.
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#3 MinnaProfil
  • 25.05.2021, 17:46hSiegen
  • Ein Grund dieses Land zu meiden.
    Ungeheuerlich in der heutigen Zeit Homo Ehen abzulehnen, Saftladen.
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#4 LeashAnonym
  • 25.05.2021, 18:10h
  • Antwort auf #1 von Sven100
  • "Es muss also andere als religiöse Ursachen haben, wenn Menschen homophob sind."
    Also nach deiner Logik kann die Ursache für Homophobie kein religiöser sein, weil in den anderen noch homophoberen Ländern nicht die Katholiken am Drücker sind, sondern die z.B. Orthodoxen? Es sind ja... aber auch... Religionen? Hä?
    Sicher nicht jeder der religiös ist, ist homophob, aber Religion ist da schon treibende Kraft, je mehr Einfluss diese hat desto schlimmer.
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#5 Ralph
  • 25.05.2021, 18:21h
  • Es fällt auf, dass gerade jene Länder, die einst am Ende der UdSSR und des Warschauer Paktes im Westen laut für ihren Freiheitskampf bejubelt wurden, massiv LSBTI-feindlich eingestellt sind, und das gilt sowohl für die Bevölkerung als auch für die Regierungen und Parlamente: Lettland, Litauen, Polen, Ungarn, Slowakei, Rumänien.
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#6 audeasAnonym
#7 marioAnonym
  • 26.05.2021, 07:33h
  • meiner Meinung nach haben solche Länder in der EU nichts zu suchen. unbegreiflich diese Homophobie v.a. im Ostblock.
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#8 SakanaAnonym
  • 26.05.2021, 11:00h
  • Ich sehe das Abstimmungsergebnis im Seimas nicht so negativ, weil es relativ knapp ausging (63 Ja, 65 Nein), was schon fast auf eine Pattsituation hindeutet. Zudem wurde der Gesetzentwurf von der konservativen Regierungschefin Simonyte unterstützt, was in Litauen jetzt auch nicht selbstverständlich ist.

    Es wird zweifelsohne noch einige Zeit dauern, bis eine eingetragene Lebenspartnerschaft in Litauen möglich sein wird, aber das Ziel ist schon in greifbarere Nähe gerückt als noch im Vergleich von vor ein paar Jahren (Quelle:
    en.wikipedia.org/wiki/Recognition_of_same-sex_unions_in_Lith
    uania)
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#9 PetterAnonym
  • 26.05.2021, 14:17h
  • Man hätte diese Dinge definitiv vor der Osterweiterung der EU klären müssen. Dann hätte jedes dieser Länder selbst entscheiden können, ob sie auch LGBTI gleichstellen und beitreten oder ob sie lieber auf eine Mitgliedschaft verzichten (dann aber eben auch die Vorteile der Mitgliedschaft nicht bekommen).
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#10 56James35Anonym