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Geschlechtergerechte Sprache
Gesellschaft für deutsche Sprache gegen Gendersternchen bei staatlichen Stellen
Für den Chef der deutschen Sprachschützer*innen widersprechen Gendersternchen und Co. der "Norm, an die wir uns zu halten haben".
- 26. Mai 2021, 09:46h 2 Min.
Der Vorsitzende der Gesellschaft für deutsche Sprache, Peter Schlobinski, hält Gendersternchen und Genderdoppelpunkte im Schriftverkehr von staatlichen Stellen und an Universitäten nicht für gedeckt mit den in Deutschland geltenden Rechtschreibregeln. "Für die offizielle Schreibung in Institutionen, Verwaltungen, Schulen, Universitäten haben wir den Rechtschreibrat", sagte der Sprachwissenschaftler dem Berliner "Tagesspiegel" laut Vorabmeldung vom Mittwoch. Dies sei "die Norm, an die wir uns zu halten haben".
"Wenn jetzt jeder davon abweicht – wir haben in Hannover den Stern, in Lübeck den Doppelpunkt -, dann führt das zu einer nicht vereinheitlichten Rechtschreibung", sagte Schlobinski. Dies sei "einfach nicht mit dem Auftrag, den die Kultusministerkonferenz dem Rechtschreibrat gegeben hat", gedeckt. Schreibungen etwa mit dem Sternchen führten "zu vielen sinnlosen und linguistisch widersprüchlichen Formen".
Hamburgs CDU-Chef Christoph Ploß hatte sich zuletzt für ein Verbot der Gendersprache bei staatlichen Stellen eingesetzt (queer.de berichtete). Von "Beamten, Lehrkräften und Dozenten" erwarte er, dass sie im Dienst gültige Regeln und Normen nicht "willkürlich" veränderten. Deshalb sei für staatliche Stellen ein Gesetz nötig.
Schlobinski: Queere Menschen im Genussystem nicht abgebildet
Das Drei-Genus-System im Deutschen – also Maskulinum, Femininum, Neutrum – habe sich bereits im Spätindogermanischen etabliert, sagte Schlobinski. "Und das steht sozusagen quer zu der Frage, ob ich intersexuelle, queere und andere Personen mitbezeichne oder nicht." Das sei im Genussystem nicht abgebildet.
"Also Genus auf der einen Seite und Sexus und Gender auf der anderen Seite – das ist in verschiedenen Punkten nicht miteinander kompatibel", sagte Schlobinski. Es gehe hier daher im Kern um gesellschaftliche Auseinandersetzungen – und dahinter stünden Machtkämpfe.
Bereits vergangenes Jahr hatte sich die Gesellschaft für deutsche Sprache in einer Pressemitteilung gegen das Gendersternchen ausgesprochen (queer.de berichtete). Gleichzeitig gab die in Wiesbaden ansässige Organisation zu, keine Lösung für das Problem der Geschlechtergerechtigkeit in der deutschen Sprache anbieten zu können.
Das Wort "Gendersternchen" war der Anglizismus des Jahres 2018 (queer.de berichtete). (AFP/cw)
















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