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Veraltete Gesetze

Pennsylvania: Homosexualität bleibt "obszön"

Im fünftbevölkerungsreichsten US-Staat weigern sich die Republikaner, Homosexualität aus den "Obscenity Laws" zu streichen.


Das Pennsylvania-Repräsentantenhaus ist im Kapitol von Harrisburg zu Hause (Bild: Ken Lund / flickr)

Die republikanische Fraktion im Repräsentantenhaus des amerikanischen Bundesstaates Pennsylvania hat einstimmig einen Änderungsantrag der oppositionellen Demokraten abgelehnt, "Homosexualität" nicht länger als "obszön" zu bezeichnen. Alle 111 Mitglieder der Republikanerinnen und Republikaner stimmten gegen den Antrag des Oppositionspolitikers Mike Zabel, alle 90 Demokratinnen und Demokraten dafür. Das führte zu scharfer Kritik aus der demokratischen Fraktion.

Twitter / RepZabel

Der Hintergrund: In den Landes-"Obscenity Laws" – also Gesetzen, die die Öffentlichkeit vor obszönem Verhalten schützen sollen – wird ausdrücklich "Homosexualität" als verbotenes Merkmal angeführt. Konkret wird "sexuelles Verhalten" in der Öffentlichkeit untersagt und wie folgt definiert: "Sexuelles Verhalten bedeutet Masturbation, Homosexualität, Geschlechtsverkehr, Onanie oder körperlicher Kontakt mit den Genitalien einer bekleideten oder unbekleideten Person, mit dem Schambereich, dem Gesäß oder – wenn es sich dabei um eine weibliche Person handelt – der Brust." Die demokratische Fraktion hatte beantragt, das Wort "Homosexualität" ersatzlos zu streichen.

Twitter / malcolmkenyatta

Der demokratische Abgeordnete Brian Sims – der erste offen homosexuelle Abgeordnete im Landesparlament von Harrisburg – zeigte sich empört über das Nein der Mehrheitsfraktion: "Die ungezügelte Homophobie der republikanischen Fraktion kombiniert mit dieser Art aggressiver Feigheit ist so typisch. Mögt ihr nie mitansehen müssen, wie eure Kollegen dafür stimmen, dass eure Art zu lieben eine Straftat ist."

Twitter / malcolmkenyatta

In vielen US-Bundesstaaten gibt es noch immer LGBTI-feindliche Gesetze, die nach Bundesrecht eigentlich abgeschafft werden müssten. So verbieten bis heute 16 der 50 Staaten homosexuellen Geschlechtsverkehr. Allerdings dürfen diese Gesetze nach der Supreme-Court-Entscheidung Lawrence v. Texas aus dem Jahr 2003 nicht mehr angewandt werden. Dennoch weigern sich insbesondere sehr konservative Staaten wie Mississippi oder Texas, diese Gesetze abzuschaffen, um die homophobe Parteibasis nicht zu verärgern.

Zudem haben 30 der 50 Bundesstaaten ein Ehe-Verbot für Schwule und Lesben in ihren Landesverfassungen verankert. Diese Bestimmungen verstoßen allerdings seit der Supreme-Court-Entscheidung Obergefell v. Hodges 2015 gegen die Bundesverfassung und sind damit ungültig (queer.de berichtete). In den letzten sechs Jahren hat mit Nevada nur ein einziger Staat das gleichgeschlechtliche Ehe-Verbot aus seiner Landesverfassung gestrichen. (dk)



#1 Sven100Anonym
  • 26.05.2021, 15:40h
  • Dies gilt in den USA in vielen Fällen auch für heterosexuelle Ehen. So wird immer mal wieder ein Ehe-(!)paar verurteilt, das in seiner eigenen Wohnung Oralverkehr betrieben hat. Ich grübele immer noch darüber nach, was das für Zeugen sind, die vor Gericht aussagen. Haben die durch das Schlüsselloch geguckt?
    Bei solchen Leuten muss man über Homosexualität gar nicht erst reden...
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#2 Pu244Anonym
  • 27.05.2021, 08:01h
  • Antwort auf #1 von Sven100
  • Ich vermute, dass da irgendjemand vor anderen gesagt hat, dass er mit seiner Frau Oralverkehr hatte, das war es dann. Das ist einer der Punkte, die ich an den USA relativ suspekt finde, irgendwelche komischen Gesetze und Gerichtsurteile.
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