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Heimkino

Jetzt sprechen die queeren Achtundsechziger!

In der Doku "Die Unsichtbaren" erzählen ältere Lesben und Schwule aus Frankreich voller Leidenschaft, wie sie sich selbst entdeckt, die Liebe gefunden und sich ihren Platz in der Gesellschaft erkämpft haben.


Zwei Protagonisten aus "Die Unsichtbaren" (Bild: Salzgeber)

Sie wurden zwischen den beiden Weltkriegen geboren, wuchsen auf in einer Gesellschaft, in der man nicht öffentlich sagen konnte, dass man anders ist. Sie haben Ende der 1960er Jahre den Mut gefunden, ihre Unsichtbarkeit zu durchbrechen und zu sagen: "Auch wir haben ein Leben".

In dem 2012 veröffentlichten Dokumentarfilm "Die Unsichtbaren", der seit Donnerstag als Video on Demand im Salzgeber Club läuft, erzählen ältere Lesben und Schwule in Frankreich voller Leidenschaft und mit großer Ehrlichkeit, wie sie sich selbst entdeckt, die Liebe gefunden und sich ihren Platz in der Gesellschaft erkämpft haben.


Regisseur Sébastien Lifshitz lässt Frauen und Männer zu Wort kommen (Bild: Salzgeber)

Regisseur Sébastien Lifshitz ("Sommer wie Winter", "Plein Sud") hat mit seinen betagten Protagonist*innen einen großen, warmherzigen und vielschichtigen Film gemacht. Sein wichtiges Dokument des nicht-heterosexuellen Selbstbewusstseins entstand zu einer Zeit, in der die queerfeindliche Bewegung "La Manif pour tous" in vielen französischen Städten Massendemos gegen die Ehe für alle organisierte.

"Die Unsichtbaren" wurde 2013 mit dem französischen Filmpreis César ausgezeichnet. (cw/pm)

Vimeo / Salzgeber Club | Offizieller Trailer zu "Die Unsichtbaren" und Möglichkeit, die Doku online anzuschauen
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Infos zum Film

Die Unsichtbaren. Dokumentarfilm. Frankreich 2012. Regie: Sébastien Lifshitz. Laufzeit: 115 Minuten. Sprache: französische Originalfassung mit deutschen Untertiteln. FSK 12. Verleih: Salzgeber


#1 goddamn liberalAnonym
  • 27.05.2021, 11:24h
  • Gerade, wenn sexuelle Minderheiten nicht gegen Gesetze wie den Mörderparagraphen 175 kämpfen müssen, ist es schwer, ein Selbstbewusstsein zu entwickeln, vor allem ein politisches.

    Das zeigt sich nicht nur an der ästhetischen Unverbindlichkeit von Cocteau u.a., sondern auch am fatalen Fehlverhalten von Foucault im Iran von 1979.
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#2 56James35Anonym
  • 27.05.2021, 13:48h
  • Wovor hat jeder Schwule am meisten Angst ? Antwort : vor dem Alter.
    Denn wer alt wird, ist nicht mehr brauchbar, verbrauchbar, konsumierbar.
    Die alten Schwulen sind den jungen Schwulen oft verhaßt. Warum sollte ein Schwuler ein besserer Mensch sein als ein Nichtschwuler?
    Alter schützt vor Diskriminierung nicht.
    Diese Generation verdient Respekt. Und Liebe.
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#3 goddamn liberalAnonym
  • 27.05.2021, 14:04h
  • Antwort auf #2 von 56James35
  • Wohl auch Bewunderung für Mut und Durchhaltevermögen gegenüber einer hasserfüllten Gesellschaft.

    Der Hass war in Deutschland in braune Gesetze gegossen, in Frankreich sah man ihn vor einigen Jahren auf der Straße. Fromm und gewaltbereit.
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#4 69erAnonym
  • 27.05.2021, 14:18h
  • Antwort auf #2 von 56James35
  • speak for yourself.
    Die meisten Menschen haben Angst vor dem Alter. Genauso, wie vor schwerer Krankheit und Tod. Wenn sie was anderes erzählen, ist das üblicherweise nur eine weitere Verdrängung dieser unvermeidlichen Lebenserfahrungen.
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#5 56James35Anonym
  • 27.05.2021, 15:22h
  • Antwort auf #4 von 69er
  • So ist es in Frankreich, einem Land, in dem der Individualismus die älteren Schwulen zur Vereinsamung verurteilt.
    Warum ist übrigens die Lebenserwartung bei den Heteros höher als bei den Schwulen?
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#6 George OnlsowAnonym
  • 27.05.2021, 16:01h
  • Antwort auf #5 von 56James35
  • "Warum ist übrigens die Lebenserwartung bei den Heteros höher als bei den Schwulen?"

    Die in deiner Frage beinhaltete Behauptung ist falslch. Ist sie ja gar nicht (in liberalen Gesellscahften). Das ist differenzierter zu betrachten. Mehr dazu unten.

    Erst einmal: Was wäre denn deine Antwort auf deine rhetorische Frage?

    Ist allerdings egal, was du rhetorisch antworten würdest, denn die Antwort ohne Rhetorik lautet:

    Die Lebenserwartung bei Heteros ist in vielen Gesellschaften deshalb höher, weil die cisheterosexuelle Mehrheitsgesellschaft keinen psychischen Druck auf Mit-Heteros ausübt, wie sie ihn jedoch auf LGBT*IQ ausübt.

    Allerdings ist deine Behautung in ihrer Absolutheit falsch: Jüngste Forschung zeigt , dass schwule Männer mit Ehepartner eine höhere Lebenserwartung haben als geschiedene heterosexuelle Männer:

    "Seit 1990 hat sich die Sterberate bei Männern in gleichgeschlechtlichen Ehen deutlich zurückgebildet. Sie leben sogar länger als geschiedene oder unverheiratete heterosexuelle Männer."
    mag.dbna.com/leben/maenner-in-gleichgeschlechtlicher-ehe-leb
    en-laenger-13806
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#7 56James35Anonym
  • 27.05.2021, 16:29h
  • Antwort auf #6 von George Onlsow
  • Vielen Dank für den Hinweis.
    Es ist möglich, dass die, die einen Ehepartner haben so lange leben wie die Heteros oder sogar länger. Vielleicht gilt das aber für Deutschland und Dänemark. Wer aber in Frankreich (ich bin Franzose) mit 50 oder 60 keinen zuverlässigen Partner findet, der macht lieber Schluß.
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#8 queeres LatexviechAnonym
  • 27.05.2021, 18:28h
  • Antwort auf #7 von 56James35
  • Was kann man denn dann machen wenn man Single aus Veranlagung ist, soll heisen nie den Drang hatte einen Lebenspartner zu finden?

    ich bin zwar erst in den 40ern aber ich spüre schon richtig übel den Absturz wo ich meine Lebensfreude und sopzialen Kontakte auf den SM-partys gefunden hatte, aber jetzt über deren U35-Altersgrenze bin
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#9 ja aberAnonym
#10 69erAnonym
  • 28.05.2021, 08:37h
  • Antwort auf #5 von 56James35
  • Um mal frei Bette Davis zu zitieren: Altwerden ist scheiße, aber die Alternative ist auch nicht besser.

    Im besprochenen Film werden ältere Schwule portraitiert, die einen Einblick in ihr Leben erlauben und damit auch zeigen wollen, dass schwules Älterwerden kein zwingender Grund sein muss, sich nur davor zu fürchten. Der Körper mag vielleicht nicht mehr die Leistungen von 22jährigen bringen können und auch die frühere Attraktivität verloren haben, aber dafür gibt es neue Qualitäten, die jüngeren (noch) fehlen. Lebenserfahrung, gelebtes echtes Leben können übrigens schön sein, wenn du dir mal die Bilder alter Menschen ansiehst, denen das Leben solche Erfahrungen tief ins Gesicht gefurcht hat. Das Problem ergibt sich aus dem Anhaften, und liegt nicht in der Veränderung selbst.
    Alles verändert sich, das macht das Leben und die Natur aus.

    Ich habe bewusst viele Dinge nicht genannt, vor denen Menschen auch Angst haben können: Dunkelheit, Ungeziefer, Allergien, Seuchen, Geisteskrankheit; und es fehlen natürlich auch Armut, Arbeitslosigkeit, Einsamkeit, Kinderlosigkeit, Schmerzen, Hunger und der Verlust geliebter Menschen oder von Familienangehörigen. Genaugenommen können Menschen vor fast allem panische Angst bekommen, auch vor harmlos erscheinenden Sachen. Das nennt sich dann Phobie oder Angststörung. In deiner persönlichen Wahrnehmung ist das Alter anscheinend besonders furchteinflößend. Aber genaugenommen ist es vielleicht eher die von dir erwähnte Isolation, die beobachtete erzwungene Vereinsamung?
    Für andere ist der Verlust ihrer Freunde und die vorausgesehene Demütigung von einer sehr geringen Rente auch die verbleibenden Jahre nicht in Würde leben zu können sehr beängstigend. Oder die Furcht davor alleine in irgendeinem unterbesetzten Pflegeheim dahinvegetieren zu müssen. Dort vielleicht von schlecht deutsch sprechenden Menschen aus Fernost, Afrika oder Osteuropa im Dauerlauf betreut und abgefüttert zu werden, weil keine Pflegekraft genügend Zeit für sie übrig hat. Irgendwann ist dann die Angst vor dem Tod geringer, als die Angst vor den (realistischen) Folgen des Alters und manche wählen lieber den Suizid als Ausweg. Das ist keine Wertung meinerseits, sondern eine Feststellung.

    Ich brauche dir wohl als schwulem Mann hier nicht zu erklären, dass sehr viele an den Folgen von Aids Verstorbene vor 35 Jahren sofort das Alter gewählt hätten, anstatt den Tod, wenn man sie überhaupt vor eine entsprechende Wahl gestellt hätte. Oder dass an Krebs Erkrankte das Alter, mit all seinen offensichtlichen unleugbaren Nachteilen, dem Tod immer noch sofort vorziehen würden. Ich könnte deswegen auch schreiben: Eh bien, parle pour toi, Monsieur. Aber ich weiss trotzdem, was du meinst.
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