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"Es braucht Vorbilder"

Bayerischer Preis für lesbische Sichtbarkeit gefordert

Queere Aktivist*innen rufen die Söder-Regierung auf, einen Preis für lesbische Sichtbarkeit nach Berliner Vorbild einzuführen. Allerdings hat München in der Vergangenheit nur wenig für LGBTI-Rechte getan.


Wird die bayerische Staatsregierung den Vorschlag aufgreifen?

  • 27. Mai 2021, 13:48h, noch kein Kommentar

Eine Petition für die Einführung eines Preises für lesbische Sichtbarkeit in Bayern ist bereits von mehr als 9.000 Menschen unterzeichnet worden. Das Orga-Team des dyke*marches Nürnberg hatte die Petition vor gut einem Monat gestartet.

"Sichtbarkeit und gesellschaftliche Anerkennung bedingen sich gegenseitig", heißt es in der Petitionsbegründung. "Es braucht Vorbilder, die anderen Menschen Mut machen, sich zu engagieren und selbstbewusst als die Person aufzutreten, die sie sind." Dabei wird auf den Berliner Preis für Lesbische* Sichtbarkeit verwiesen, der seit 2018 vergeben wird. Zuletzt gewann die afrodeutsche Aktivistin Katharina Oguntoye die mit 5.000 Euro dotierte Auszeichnung (queer.de berichtete). Ein jährlicher Preis könne auch in Bayern "ein starkes Symbol setzen, um Unsichtbarkeit für Lesben wirksam zu bekämpfen und damit für gesellschaftliche Akzeptanz zu werben".

Unterstützung erhalten die Petitionsautor*innen vom Landesvorstand des Lesben- und Schwulenverbandes Bayern: "Lesbische Frauen* jeden Alters sollten in ihrem Engagement für eine Politik der Gleichberechtigung und für die Vielfalt ihres selbstbewusst gelebten Lesbischseins bestärkt werden", erklärte LSVD-Landesvorstandsmitglied Dorie Hoffmann. "Für die Bedarfe lesbischer Frauen* setzen sich in Bayern verschiedenste Menschen mit viel Engagement ein. Dies kann mit einem Preis für lesbische Sichtbarkeit gewürdigt und gleichzeitig gefördert werden."

Auch die Oppositionspolitikerin Tessa Ganserer (Grüne) freut sich über den Vorschlag: "Ein Preis für lesbische Sichtbarkeit ist ein guter Anfang, um die so wertvollen Ressourcen Sichtbarkeit und Anerkennung endlich auch lesbischen Leben Teil werden zu lassen", erklärte die Landtagsabgeordnete als Antwort auf die Petition.

Die aus CSU und Freien Wählern bestehende Landesregierung hat in der Vergangenheit nur wenig für LGBTI-Rechte getan. So sprach sich die Regierung von Ministerpräsident Markus Söder erst vergangenen Monat gegen LGBTI-Vertretung im Rundfunkrat aus (queer.de berichtete). Auch die Aufhebung des Blutspendeverbots wurde im Landtag von den Regierungsfraktionen und der AfD abgelehnt (queer.de berichtete). Zudem ist Bayern das einzige deutsche Bundesland, das keinen Aktionsplan gegen Homo- und Transphobie aufgelegt hat. (dk)