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Zensur bei "Friends"-Reunion

Riccardo Simonetti zu schwul für China

Beim "Friends"-Reunion-Special setzte das kommunistische China die Zensurschere an: Auch der deutsche Superfan Riccardo Simonetti wurde herausgeschnitten, offenbar weil er über seine Homosexualität sprach.


Riccardo Simonetti (mit falsch geschriebenem Vornamen) in seiner Szene bei der "Friends"-Reunion (Bild: HBO Max)

"Ich war ein schwuler Mann, der Haare wie Jennifer Anniston haben wollte, also könnt ihr euch vorstellen, wie einsam ich war." Diese Aussage des Berliner Influencers Riccardo Simonetti im TV-Special "Friends: The Reunion" können chinesische Fans nicht sehen, weil die Szene bei der Ausstrahlung in der Volksrepublik herausgeschnitten wurde. Insgesamt, so berichtet das US-Magazin "Variety", fehlen in der chinesischen Version der am Donnerstag weltweit gestarteten "Reunion"-Folge sechs Minuten.

Die gesamte Sendung ist ungeschnitten über 100 Minuten lang. Darin schwelgen die sechs Hauptdarsteller*innen und viele Gäste in Erinnerungen über ihre Zeit mit der von 1994 bis 2004 ausgestrahlten Sitcom.

Der Schnittschere fielen in China noch mehrere andere Personen zum Opfer: So wurde etwa ein Interview mit der südkoreanischen Popband BTS entfernt, mutmaßlich weil die Musikgruppe wegen einer Äußerung zum Koreakrieg letztes Jahr einen Shitstorm in China über sich ergehen lassen musste. Auch Lady Gaga, die in der "Reunion" gemeinsam mit Schauspielerin Lisa Kudrow ("Phoebe") den Song "Smelly Cat" anstimmte, sowie Justin Bieber, der als Model "Friends"-Bekleidung auf dem Laufsteg präsentierte, blieben chinesischen Zuschauer*innen verborgen. Gaga hatte das Regime wegen eines Treffens mit dem Dalai Lama empört, Bieber wegen des Besuchs eines japanischen Kriegerdenkmals.


Das chinesische Publikum sah nichts vom Duett Lady Gagas (re.) mit Lisa Kudrow (Bild: HBO Max)

Auch weitere Szenen wollten die kommunistischen Zensor*innen ihrer Bevölkerung nicht zumuten. Dazu zählen etwa Äußerungen über das Urinieren und ein Anblick von Schauspieler Matt LeBlanc ("Joey"), der nur in Unterhose bekleidet war.

2016 hatte China neue Richtlinien für TV-Übertragungen erlassen, nach denen "abnorme sexuelle Beziehungen" in Fernsehserien verboten sind. Dazu zählten neben Inzest und sexueller Gewalt auch jegliche Darstellung von Homosexualität (queer.de berichtete).

In Deutschland ist die (unzensierte) "Friends"-Reunion auf Sky in Originalfassung mit deutschen Untertiteln erhältlich. Dabei treten viele weitere Gaststars wie David Beckham, James Corden, Cindy Crawford, Cara Delevingne, Elliot Gould, Kit Harington, Larry Hankin, Mindy Kaling, Thomas Lennon, Christina Pickles, Tom Selleck, James Michael Tyler, Maggie Wheeler, Reese Witherspoon und Malala Yousafzai auf.

"Friends" war zuletzt immer wieder in die Kritik geraten, weil einige Szenen aus heutiger Sicht als problematisch gegenüber LGBTI angesehen werden – etwa die herablassende Behandlung einer trans Figur (queer.de berichtete). Diese Problematik wurde in der "Reunion" nicht behandelt.

Die zehn Staffeln von "Friends" können in Deutschland auf mehreren Portalen gestreamt werden, darunter auch Netflix und Amazon Prime Video. (dk)



#1 AtreusProfil
  • 28.05.2021, 14:47hSÜW
  • Ich erinnere daran, dass Simonetti seit Februar 2021 Sonderbotschafter der Europäischen Union für LGBTI-Belange ist. Was sagt denn Frau von der Leyen dazu, dass China einen offiziellen Gesandten gecancelt hat?
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#2 LeashAnonym
  • 28.05.2021, 15:24h
  • Die schnibbeln sich die Welt auch wie es Ihnen gefällt, das nenn ich mal Realitätsverweigerung. Ich hoffe auf Dauer kommen sie damit nicht durch.
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#3 audeasAnonym
#4 MikkAnonym