Hauptmenü Accesskey 1 Hauptinhalt 2 Footer 3 Suche 4 Impressum 8 Kontakt 9 Startseite 0
Neu Presse TV-Tipps Termine
© Queer Communications GmbH
https://queer.de/?38987

"Bisher haben wir immer nur zu Männern geredet"

Ministerpräsident Hans lehnt Verbot von geschlechtergerechter Sprache ab

In der CDU ist eine Debatte darüber ausgebrochen, ob Gendersprache an staatlichen Einrichtungen verboten werden soll.


Tobias Hans ist seit 2018 Regierungschef des Saarlandes – und profiliert sich als weltoffene Stimme der Union (Bild: CDU Saar)

In der Debatte um geschlechtergerechte Sprache in staatlichen Stellen hat sich der saarländische Ministerpräsident Tobias Hans (CDU) klar gegen ein Verbot ausgesprochen. "Bisher haben wir immer nur zu Männern geredet und Frauen einfach ungesagt mitgemeint. Das wird jetzt endlich anders. Das ist gut so. Warum sollen wir das verbieten?", sagte Hans der "Neuen Osnabrücker Zeitung" (Bezahlartikel).

Damit widerspricht der Chef der CDU Saar seinem Hamburger Amtskollegen Christoph Ploß, der sich für ein Verbot von gendergerechter Sprache in Behörden, Schulen und Universitäten ausgesprochen hatte (queer.de berichtete). Neben Gendersternchen und Co. lehnte Ploß auch Worte wie "Zuhörende" (statt "Zuhörer") ab. Laut einer aktuellen "Spiegel"-Umfrage befürwortet mehr als die Hälfte der Deutschen ein derartiges Schreibverbot – unter Fans der Union sind es sogar mehr als zwei Drittel.

Hans: "Nicht ideologisieren"

Der Ministerpräsident des kleinsten deutschen Flächenlandes warnte davor, die Debatte ideologisch zu führen. "Wir sollten diese Debatte nicht überhöhen und sie nicht ideologisieren. Nur weil man ein Gendersternchen schreibt, ist das nicht gleich Ausdruck eines linken Zeitgeistes. Sprache ist nicht links oder rechts. Sie soll Frauen und Männer gleichermaßen ansprechen", sagte Hans. Er wirbt dafür, weibliche und männliche Formen zu verwenden. "Das ist sprachlich am schönsten."

Das Gendersternchen (Anhänger*innen) wird derzeit vermehrt von deutschen Medien verwendet, auch von queer.de. Es soll nicht nur Frauen typografisch sichtbarer machen, sondern auch nichtbinäre Personen.

Hans hat sich in der Vergangenheit immer wieder als liberaler und weltoffener Politiker – auch bei LGBTI-Rechten – profiliert. Im März sprach er sich etwa dafür aus, im Antidiskriminierungsartikel des Grundgesetzes das Merkmal "sexuelle Identität" einzufügen (queer.de berichtete). Dies wird jedoch von großen Teilen seiner Partei abgelehnt. Erst am Freitagmittag scheiterte ein entsprechender Vorstoß des Landes Berlin im Bundesrat (queer.de berichtete). (dk)



#1 IsaakAnonym
  • 28.05.2021, 18:21h
  • Ein vernünftiges Statement eines vernünftigen und mir schon häufiger positiv aufgefallenen Politikers. Wobei ich das Manöver von Ploß schon verstehen kann: Er ist jung, ehrgeizig, will sich profilieren und das geht aus der Hamburger CDU-Diaspora heraus natürlich am besten mit emotionalen bzw. wie in diesem Fall emotionalisierten Symbolthemen. Dass sich nach mehreren Umfragen eine recht deutliche Bevölkerungsmehrheit klar gegen das Gendern ausspricht (und nicht wenige auch der Verbotsidee nicht abgeneigt sind) spielt ihm zusätzlich in die Karten. Gar nicht mal auszuschliessen, dass die Konservativen diesen Kampf gewinnen werden - zumindest in der Form, dass der Trend zum Gendern zum Stillstand kommen und zumindest partiell revidiert werden wird.
  • Antworten » | Direktlink »
#2 TheChrissAnonym
  • 28.05.2021, 22:50h
  • Ich finde auch, dass es ein Verbot nicht braucht. Nicht, weil ich die Gendersprache gut finde, sondern einfach, weil es ein ziemlich großer Eingriff ist. Meiner Meinung nach ist das nicht die Aufgabe des Staates.
  • Antworten » | Direktlink »
#3 Ralph
  • 29.05.2021, 10:09h
  • Um das Genderstrernchen werden öffentlich härteste Kämpfe in Zeitungsartikeln, Kommentaren, Fernsehdiskussionen ausgefochten. Nach dem Selbstbestimmungsrecht transidenter und zwischengeschlechtlicher Menschen kräht kein Hahn. Thierse, Storch, Gauland und Wagenknecht können sich freuen.
  • Antworten » | Direktlink »